Kindergarten Freundebuch Das Mag Ich Gar Nicht

Okay, mal ehrlich, wer von uns hat als Kind nicht dieses eine Freundebuch gehasst? Ihr wisst schon, das Ding, das in der Kita rumging wie 'ne heiße Kartoffel. Das Freundebuch! Ahhhh! Allein der Gedanke daran... gruselig!
Da saß man dann, fünf Jahre alt, mit 'nem Stift, der komisch roch und versuchte, was Tiefgründiges über sich zu Papier zu bringen. Was schreibt man denn da? "Mein Lieblingsessen ist Spaghetti"?! Super spannend, oder? Und dann noch die Frage nach dem Berufswunsch. Astronautin? Prinzessin? Tierärztin? Hauptsache, irgendwas Klischeehaftes, das Mama gut fand.
Und dann die Angst, dass jemand was Falsches reinschreibt! "Paul pupst laut!" Oh Gott, die Demütigung! So was kann doch die ganze Kindergarten-Karriere ruinieren! Und wehe dem, der mit Krickel-Krakel das ganze Bild verunstaltet. Krieg!
Must Read
Die Qual der Wahl: Was soll ich nur malen?
Malen! Oh ja, das war auch so eine Sache. Ich konnte nie gut malen. Meine Kunstwerke sahen immer aus, als hätte 'ne Katze auf der Farbkiste 'ne Party gefeiert. Und dann sollte ich auch noch was persönliches malen? Was soll das denn sein? Mein imaginärer Freund, der lila Elefant? Wahrscheinlich nicht. Lieber schnell 'ne Sonne und 'ne Blume gekritzelt und gehofft, dass keiner genauer hinschaut.
Aber das Schlimmste waren ja die Fragen. Diese endlosen Fragen! Lieblingsfarbe? Lieblingsbuch? Lieblingsspielzeug? Lieblings-alles! Und was, wenn man sich nicht entscheiden konnte? Oder wenn man was ganz Ausgefallenes mochte, das keiner kannte? Stell dir vor, du bist fünf und sagst: "Mein Lieblingsautor ist Nietzsche!" Die Blicke! Unbezahlbar! (Für alle anderen, nicht für dich, natürlich.)

Und dann dieser Druck, bloß nichts Falsches zu sagen! Man wollte ja beliebt sein, oder zumindest nicht ausgelacht werden. Also lieber bei den Mainstream-Antworten bleiben: Blau, Pipi Langstrumpf, Lego. Sicher ist sicher!
Der Stempel, der nie verblasst
Das Dumme ist ja, dass dieses kleine Büchlein einen irgendwie verfolgt. Es liegt dann jahrelang in irgendeiner Schublade und staubt vor sich hin. Und wenn man es dann nach zehn, zwanzig Jahren wiederfindet... oh je! Fremdscham Deluxe! Man liest, was man da als Kind für Weisheiten von sich gegeben hat und denkt sich nur: "Wer war dieser Mensch?!"

Und dann realisiert man, dass die anderen Kinder genau das Gleiche durchgemacht haben. Und dass wir alle, im Grunde, nur kleine, überforderte Wesen waren, die versucht haben, in dieses seltsame Freundebuch-System reinzupassen.
Aber mal ehrlich, ganz so schlimm war's vielleicht doch nicht, oder? Irgendwie war's ja auch lustig. So im Nachhinein. Und es ist doch auch schön zu sehen, wie sich die Freunde so entwickelt haben. Wer hätte gedacht, dass aus dem kleinen Tim, der immer Autos gemalt hat, mal ein echter Automechaniker wird?

Also, wenn ihr das nächste Mal so ein altes Freundebuch findet, kramt es raus und schwelgt in Erinnerungen. Lacht über eure kindlichen Antworten und freut euch über die verborgenen Schätze, die ihr da wiederfindet. Und vielleicht, nur vielleicht, erinnert ihr euch auch daran, wie aufregend und verwirrend diese Zeit war. Kindergarten! Was für 'ne Achterbahn!
Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch ein paar Einträge, auf die ihr heute noch stolz sein könnt. Oder zumindest über die ihr herzlich lachen könnt. Denn am Ende des Tages ist das Freundebuch ja auch 'ne kleine Zeitkapsel. Eine, die uns daran erinnert, wer wir mal waren. Und wie weit wir gekommen sind.
Aber wenn ich ehrlich bin: Ich würde trotzdem nie wieder eins ausfüllen müssen! Einmal reicht! seufz
