Kann Die Schilddrüse Herzrhythmusstörungen Verursachen
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Fühlt sich Ihr Herz manchmal an, als würde es einen wilden Tango tanzen? Rasen, stolpern, aussetzen – Herzrhythmusstörungen können beängstigend sein. Und wenn Sie gleichzeitig mit einer Schilddrüsenerkrankung zu kämpfen haben, fragen Sie sich vielleicht: Hängt das zusammen? Die Antwort ist: Ja, es kann einen Zusammenhang geben.
Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens Herzrhythmusstörungen, oft ohne schwerwiegende Ursachen. Aber wenn diese unregelmäßigen Herzschläge häufig auftreten oder von anderen Symptomen begleitet werden, ist es wichtig, die Ursache zu finden. Eine davon könnte tatsächlich Ihre Schilddrüse sein.
Wie die Schilddrüse das Herz beeinflusst
Die Schilddrüse, eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse im Hals, produziert Hormone, die viele Körperfunktionen regulieren – darunter auch den Herzschlag. Ein Ungleichgewicht dieser Hormone, sei es eine Über- oder Unterfunktion, kann das Herz aus dem Takt bringen.
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Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion): Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone (hauptsächlich T3 und T4). Diese Hormonflut kann den Stoffwechsel beschleunigen, was sich auch auf das Herz auswirkt. Es schlägt schneller und kräftiger. Dies kann zu verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen führen, insbesondere Vorhofflimmern und supraventrikuläre Tachykardien.
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und tritt besonders häufig bei Menschen mit Hyperthyreose auf.

Die überschüssigen Schilddrüsenhormone erhöhen die Empfindlichkeit des Herzmuskels gegenüber Adrenalin und anderen stimulierenden Substanzen. Das Herz reagiert stärker auf normale Reize, was zu einer beschleunigten Herzfrequenz und unregelmäßigen Schlägen führen kann. Auch die Kontraktionskraft des Herzens kann zunehmen, was die Belastung des Herzens zusätzlich erhöht.
Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse, bei der zu wenig Hormone produziert werden, kann sich auf das Herz auswirken, wenn auch auf andere Weise. Sie führt zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels und kann die Herzfrequenz verlangsamen (Bradykardie) oder zu einer Vergrößerung des Herzens (Kardiomyopathie) führen, was wiederum das Risiko für Rhythmusstörungen erhöht. Die verminderte Hormonproduktion kann auch die elektrische Aktivität des Herzens beeinflussen, was zu AV-Blockierungen oder anderen Leitungsstörungen führen kann.
Welche Herzrhythmusstörungen können auftreten?
Die häufigsten Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen sind:

- Vorhofflimmern: Ein unregelmäßiger und schneller Herzschlag, der von den Vorhöfen des Herzens ausgeht.
- Vorhofflattern: Ähnlich wie Vorhofflimmern, aber mit einem regelmäßigeren, jedoch immer noch schnellen Herzschlag in den Vorhöfen.
- Supraventrikuläre Tachykardie (SVT): Eine Gruppe von schnellen Herzrhythmusstörungen, die oberhalb der Herzkammern entstehen.
- Bradykardie: Ein ungewöhnlich langsamer Herzschlag. (Häufiger bei Hypothyreose)
- Extrasystolen: Zusätzliche Herzschläge, die das Gefühl von Aussetzern oder Stolpern verursachen können.
Symptome erkennen und handeln
Es ist wichtig, auf Symptome zu achten, die auf eine Herzrhythmusstörung hindeuten könnten, insbesondere wenn Sie bereits an einer Schilddrüsenerkrankung leiden. Zu diesen Symptomen gehören:
- Herzrasen oder Herzklopfen: Ein Gefühl, dass das Herz schnell, stark oder unregelmäßig schlägt.
- Brustschmerzen oder -druck: Ein unangenehmes Gefühl in der Brust.
- Atemnot: Schwierigkeiten beim Atmen.
- Schwindel oder Benommenheit: Ein Gefühl, als ob man gleich umkippt.
- Ohnmacht: Bewusstseinsverlust.
- Schwäche oder Müdigkeit: Ungewöhnliche Erschöpfung.
Wenn Sie diese Symptome bemerken, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Diagnose und Behandlung
Um festzustellen, ob Ihre Schilddrüsenerkrankung Herzrhythmusstörungen verursacht, wird Ihr Arzt eine gründliche Untersuchung durchführen. Dazu gehören:
- Körperliche Untersuchung: Abhören des Herzens und der Lunge, Abtasten der Schilddrüse.
- EKG (Elektrokardiogramm): Eine Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens, um Rhythmusstörungen zu erkennen.
- Bluttests: Zur Überprüfung der Schilddrüsenhormonwerte (TSH, T3, T4).
- Echokardiographie (Herzultraschall): Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, um dessen Struktur und Funktion zu beurteilen.
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen zielt darauf ab, sowohl die Schilddrüsenfunktion zu normalisieren als auch die Herzrhythmusstörung zu kontrollieren.
Behandlung der Schilddrüsenerkrankung:

- Hyperthyreose: Medikamente, Radiojodtherapie oder Operation, um die Hormonproduktion zu reduzieren.
- Hypothyreose: Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie (Levothyroxin), um den Hormonmangel auszugleichen.
Behandlung der Herzrhythmusstörung:
- Medikamente: Betablocker, Kalziumkanalblocker oder Antiarrhythmika, um die Herzfrequenz zu senken und den Rhythmus zu stabilisieren.
- Kardioversion: Ein elektrischer Schock, um das Herz in seinen normalen Rhythmus zurückzubringen.
- Ablation: Ein Kathetereingriff, um das Gewebe zu veröden, das die Rhythmusstörung verursacht.
Was Sie selbst tun können
Neben der medizinischen Behandlung können Sie auch selbst einiges tun, um Ihr Herz und Ihre Schilddrüse zu unterstützen:
- Regelmäßige Bewegung: Hält das Herz-Kreislauf-System fit. Sprechen Sie aber vorher mit Ihrem Arzt, um sicherzustellen, dass die Art und Intensität der Bewegung für Sie geeignet sind.
- Gesunde Ernährung: Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und übermäßigen Koffeinkonsum.
- Stressmanagement: Stress kann sowohl die Schilddrüse als auch das Herz beeinflussen. Techniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen.
- Regelmäßige Kontrollen: Lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass Ihre Medikamente richtig eingestellt sind.
Denken Sie daran: Sie sind nicht allein. Viele Menschen leben mit Schilddrüsenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Mit der richtigen Diagnose, Behandlung und Selbstpflege können Sie ein erfülltes und gesundes Leben führen.
