Josef Guggenmos Ich Male Mir Den Winter

Okay, Leute, mal ehrlich. Winter. Die Jahreszeit der Romantik, der Gemütlichkeit, des Schnees... oder? Ich sage, nicht unbedingt! Und bevor ihr mich steinigt, hört mir kurz zu. Es geht um ein Gedicht, ein Kindergedicht, aber trotzdem, es bringt mich zum Nachdenken: Josef Guggenmos'Ich male mir den Winter.
Kennt ihr das? "Ich male mir den Winter, ganz weiß und voller Schnee..." Klingt doch erstmal idyllisch, oder? Postkartenmotiv pur. Ein Kind malt sich den Winter so, wie er sein sollte, nicht wie er vielleicht wirklich ist: Matschig, grau, und überhaupt nicht "ganz weiß".
Ich bin ja der Meinung, dieses Gedicht ist eigentlich eine kleine, subtile Rebellion gegen die Realität. Das Kind sagt quasi: "Pah, Winter! Du bist doof! Ich mach dich mir schön!" Und das finde ich großartig.
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Die Sache mit dem Schnee
Dieser ganze Schnee, der da so glorifiziert wird. Ja, er sieht toll aus, wenn er frisch gefallen ist. Alles glitzert, die Welt ist still. Aber dann? Dann kommt der Matsch. Dann kommen die grauen Schneehaufen, die irgendwann nur noch wie dreckige Eisberge aussehen. Und dann kommt das Eis. Eis auf den Straßen, Eis auf den Gehwegen, Eis auf meinem Nervenkostüm! Ich bin schon so oft auf diesem verdammten Eis ausgerutscht, dass ich langsam glaube, der Winter hat es persönlich auf mich abgesehen.
Guggenmos' Gedicht suggeriert uns diese perfekte Winterwelt. Aber wer hat die schon mal wirklich erlebt? Klar, vielleicht in einem Disney-Film. Aber im echten Leben? Eher nicht. Vielleicht wohne ich auch einfach am falschen Ort. Vielleicht müsste ich in die Alpen ziehen, um endlich diesen Winter-Zauber zu erleben, von dem alle reden. Aber selbst da bin ich skeptisch. Ich vermute, auch in den Alpen gibt es Matsch und Eis.

Die unterschätzte Wahrheit
Vielleicht ist es meine unromantische Ader, aber ich finde, wir sollten öfter mal die Wahrheit über den Winter aussprechen. Die Wahrheit über die Dunkelheit, die uns schon am Nachmittag überfällt. Die Wahrheit über die Heizkosten, die explodieren. Die Wahrheit über die dicken Jacken, die uns aussehen lassen wie Michelin-Männchen.
Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Weihnachten. Plätzchen sind super. Glühwein ist auch nicht schlecht. Aber alles, was dazwischen liegt? Die lange, dunkle Zeit, in der man gefühlt nur noch in der Wohnung hockt und auf den Frühling wartet? Naja...

Ich bewundere dieses Kind in Guggenmos' Gedicht. Es nimmt sich die Freiheit, den Winter einfach umzudichten. Es erschafft sich seine eigene, perfekte Version. Und vielleicht ist das auch der Schlüssel zum Überleben: Sich nicht von der Realität unterkriegen lassen, sondern sich seine eigene, kleine Welt erschaffen.
Und was mache ich?
Ich? Ich male mir keinen Winter. Ich warte auf den Frühling. Aber vielleicht, ganz vielleicht, kaufe ich mir ein paar bunte Stifte und male mir stattdessen einen riesigen, strahlenden Sonnenschein. Einfach so. Als kleine Rebellion gegen die Wintertristesse.

Oder ich lese einfach Guggenmos nochmal und schmunzle. Denn tief im Inneren weiß ich ja, dass es auch schöne Momente im Winter gibt. Momente, in denen die Welt tatsächlich still und weiß ist. Momente, in denen man sich unter einer warmen Decke einkuscheln und ein gutes Buch lesen kann. Momente, in denen man mit Freunden am Kamin sitzt und lacht.
Aber trotzdem: Team Frühling! Wer ist dabei?
Vielleicht ist das Gedicht ja gar nicht so naiv, wie es auf den ersten Blick scheint. Vielleicht ist es einfach nur eine Erinnerung daran, dass wir die Macht haben, unsere eigene Realität zu erschaffen. Auch im Winter.
Also, lasst uns den Winter nicht einfach nur hinnehmen. Lasst uns ihn herausfordern! Lasst uns ihn mit Farbe, mit Fantasie, mit Freundschaften und mit ganz viel Humor bekämpfen. Und wenn alles nichts hilft, dann träumen wir uns einfach in den Sommer. Das ist auch erlaubt!
