Infinitive With And Without To

Letzte Woche saß ich mit meinem Kumpel Stefan beim Italiener. Er wollte unbedingt "spaghetti aglio e olio" bestellen, aber die Karte war riesig. Nach gefühlt zehn Minuten (okay, vielleicht waren's nur fünf, aber hungrig fühlt sich alles länger an!) sagte er: "Ich muss jetzt einfach bestellen gehen!" Und da hab ich gestutzt. Bestellen gehen? Klingt komisch, oder? Da dachte ich mir: Hey, das ist doch wieder so ein Fall von Infinitiv mit und ohne "zu". Zeit für einen kleinen Blog-Post!
Wir Deutschen lieben unsere Infinitive – also die Grundform von Verben, wie "gehen", "essen", "trinken". Aber wann kleben wir ein kleines "zu" davor und wann lassen wir's weg? Das ist manchmal gar nicht so einfach, wie's aussieht. Und ehrlich gesagt, selbst Muttersprachler machen da Fehler. Ich natürlich nie! 😉
Der Infinitiv mit "zu" – Der Klassiker
Der Infinitiv mit "zu" ist eigentlich der Standardfall. Stell dir vor, der Infinitiv ist wie ein kleiner Gast, der immer eine Begleitung braucht. Diese Begleitung ist oft das "zu". Zum Beispiel:
Must Read
- Ich habe beschlossen, ins Kino zu gehen.
- Es ist wichtig, gesund zu essen.
- Ich versuche, pünktlich zu sein.
Siehst du? Das "zu" klebt brav vor dem Infinitiv. Das ist der Normalfall. Aber, Achtung, jetzt kommt der Knackpunkt!
Der Infinitiv ohne "zu" – Die Ausnahmen bestätigen die Regel
Es gibt nämlich auch Situationen, in denen das "zu" einfach verschwindet. Und das sind oft die, die uns ins Stolpern bringen. Wann ist das der Fall?

Nach Modalverben: Hier wird's interessant. Modalverben sind Wörter wie "können", "müssen", "sollen", "wollen", "dürfen", "mögen". Wenn so ein Modalverb im Satz ist, lassen wir das "zu" beim Infinitiv weg. Klingt kompliziert? Ist es eigentlich nicht. Hier ein paar Beispiele:
- Ich kann gut kochen. (Nicht: Ich kann gut zu kochen.)
- Du musst deine Hausaufgaben machen. (Nicht: Du musst deine Hausaufgaben zu machen.)
- Wir wollen in Urlaub fahren. (Nicht: Wir wollen in Urlaub zu fahren.)
Merk dir: Modalverb da, "zu" weg! Einfach, oder? (Okay, manchmal eben doch nicht ganz so einfach, aber wir arbeiten dran!)

Nach bestimmten Verben: Es gibt auch ein paar Verben, die das "zu" nicht mögen. Dazu gehören zum Beispiel "sehen", "hören", "fühlen", "helfen", "lehren", "lernen". Auch hier lassen wir das "zu" weg:
- Ich sehe ihn kommen. (Nicht: Ich sehe ihn zu kommen.)
- Wir hören die Vögel singen. (Nicht: Wir hören die Vögel zu singen.)
- Sie hilft mir aufräumen. (Nicht: Sie hilft mir zu aufräumen.)
Achtung Falle! Bei "helfen" kann man manchmal auch "zu" benutzen, aber die Version ohne "zu" ist häufiger und klingt flüssiger. Also lieber weglassen, dann bist du meistens auf der sicheren Seite.

Nach "bleiben" und "lassen": Auch nach diesen Verben lassen wir das "zu" weg:
- Ich bleibe hier sitzen.
- Sie lässt ihr Kind spielen.
Wichtig: Die Liste der Verben, nach denen kein "zu" steht, ist nicht erschöpfend. Aber mit den genannten Beispielen hast du schon mal eine gute Grundlage.

Zurück zum Italiener...
Was Stefan da gesagt hat, "Ich muss jetzt einfach bestellen gehen!", ist also grammatikalisch korrekt. Denn "muss" ist ein Modalverb. Trotzdem klingt es für viele Ohren etwas holprig. Eine elegantere Formulierung wäre zum Beispiel: "Ich muss jetzt einfach bestellen" oder "Ich gehe jetzt bestellen".
Die deutsche Sprache ist manchmal echt 'ne Zicke, oder? Aber gerade diese kleinen Feinheiten machen sie ja auch so interessant. Also, Kopf hoch, üben, üben, üben – und nicht verzweifeln! Irgendwann klappt's dann auch mit dem Infinitiv mit und ohne "zu". Und wenn nicht, dann bestell einfach Spaghetti aglio e olio. Hauptsache, es schmeckt!
P.S.: Wenn du noch Fragen hast, immer her damit! Ich bin zwar kein Deutschlehrer, aber ich versuche mein Bestes. Und wenn ich's nicht weiß, google ich's eben. 😉
