Impact Factor N Engl J Med

Okay, stellt euch vor: Ich sitze im Café, versuche, meine Arbeit zu erledigen (was natürlich scheitert, weil überall Menschen sind und ich leicht ablenkbar bin – kennt ihr das?). Neben mir unterhalten sich zwei Ärztinnen. Es geht um irgendwelche Studien, um Medikamente und… den Impact Factor. "Naja, wenn's nicht im New England Journal of Medicine steht, ist's doch eh irrelevant," höre ich eine sagen. Autsch! Das hat gesessen. Aber es bringt mich zum Nachdenken: Was genau ist dieser Impact Factor und warum hat das NEJM so eine Strahlkraft?
Klar, der Impact Factor ist erstmal nur eine Zahl. Aber eben nicht irgendeine Zahl. Im Wesentlichen misst er, wie oft Artikel einer Zeitschrift in den letzten zwei Jahren von anderen Artikeln zitiert wurden. Hohe Zahl = viel Zitation = viel Aufmerksamkeit = (vermutlich) hohe Qualität (und hier fangen die Kontroversen an, aber dazu später). Denk dran, das ist sehr vereinfacht dargestellt!
Was macht das NEJM so besonders?
Das New England Journal of Medicine (kurz: NEJM) ist eine der ältesten und angesehensten medizinischen Fachzeitschriften der Welt. Gegründet wurde sie… haltet euch fest… 1812! Ja, richtig gelesen, fast 212 Jahre alt! Das allein flößt schon Respekt ein. Aber es ist nicht nur das Alter. Es ist die Qualität der Forschung, die dort veröffentlicht wird. Studien, die im NEJM erscheinen, sind oft bahnbrechend und haben direkten Einfluss auf die medizinische Praxis. Und das ist keine Übertreibung.
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Aber Moment mal, bevor wir das NEJM jetzt zum unfehlbaren Gott der medizinischen Forschung erklären: Der Impact Factor ist nicht alles. Und das sage ich nicht nur, weil mein Lieblingsjournal vielleicht einen niedrigeren hat (pssst!). Es gibt viele Faktoren, die die Qualität einer Studie beeinflussen. Methodik, Stichprobengröße, Studiendesign… all das spielt eine Rolle.
Der Impact Factor kann auch manipuliert werden. Zeitschriften können z.B. vermehrt Review-Artikel veröffentlichen, die tendenziell öfter zitiert werden. Oder sie zitieren sich selbst häufiger (sogenanntes "Self-Citation"). Das ist wie wenn du in deiner Hausarbeit alle deine eigenen vorherigen Arbeiten zitierst, um deine Bibliographie aufzublähen. Clever, aber nicht ganz fair, oder?

Der Impact Factor: Segen oder Fluch?
Die Frage ist also: Ist der Impact Factor ein nützliches Werkzeug, um die Qualität von Forschung zu beurteilen, oder verzerrt er die Wahrnehmung? Vermutlich beides. Er kann ein Indikator sein, aber er sollte niemals das einzige Kriterium sein. Denk dran: Eine Studie, die im NEJM veröffentlicht wurde, ist nicht automatisch die Wahrheit. Und eine Studie, die in einer weniger bekannten Zeitschrift veröffentlicht wurde, kann trotzdem bahnbrechend sein.
Das Problem ist, dass der Impact Factor oft als eine Art Abkürzung für die Bewertung von Forschung verwendet wird. Gerade für junge Wissenschaftler kann es verlockend sein, sich nur auf "hochrangige" Zeitschriften zu konzentrieren, um ihre Karriere voranzutreiben. Aber das kann dazu führen, dass wichtige Forschung, die in weniger beachteten Zeitschriften veröffentlicht wird, übersehen wird. Und das wäre doch schade, oder?

Also, was lernen wir daraus? Der Impact Factor, und besonders der des NEJM, ist ein mächtiges Instrument, aber er sollte mit Vorsicht genossen werden. Er ist ein Hinweis, aber kein Urteil. Bleibt kritisch, lest die Studien selbst und bildet euch eure eigene Meinung! Und lasst euch nicht von irgendwelchen Zahlen blenden. (Außer vielleicht von eurer Bankkontonummer. Da darf die Zahl ruhig hoch sein 😉)
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss weiterarbeiten… oder vielleicht doch lieber noch einen Kaffee trinken? Die Entscheidung ist schwer… aber immerhin nicht ganz so schwerwiegend wie die Frage, ob man seine Forschung im NEJM veröffentlicht oder nicht!
