Kennst du das? Du hast alles versucht. Hundeschule, Verhaltenstherapeuten, sogar Bachblüten. Und trotzdem: Sobald du zur Tür raus bist, verwandelt sich dein geliebter Fiffi in einen kleinen, bellenden Tornado? Du bist nicht allein! Es gibt Hunde, die einfach...nicht allein bleiben können. Egal, wie sehr man es versucht.
Der Fall Bello: Ein Drama in drei Akten (und unzähligen zerfetzten Sofakissen)
Nehmen wir Bello, den Goldie meiner Nachbarin. Bello ist ein Prachtkerl, ein echter Sonnenschein. Er kann "Sitz," "Platz," "Gib Pfötchen" und apportiert sogar die Zeitung (meistens). Aber wehe, Frauchen will nur mal kurz zum Bäcker! Dann bricht die Hölle los. Zuerst ein leises Jaulen, das sich steigert zu einem herzzerreißenden Wimmern, gefolgt von einem infernalischen Gebell, das die ganze Straße in Aufruhr versetzt. Und wenn Frauchen dann endlich wieder da ist? Dann findet sie nicht nur einen überglücklichen Bello, sondern auch gerne mal einen zerlegten Schuh oder ein "kunstvoll" dekoriertes Wohnzimmer vor. Bello leidet unter Trennungsangst. Und das, obwohl er wirklich, wirklich gut erzogen ist!
Das Paradoxe: Bello ist ein Paradebeispiel für einen Hund, der alle Kommandos beherrscht, aber der emotionalen Herausforderung des Alleinseins einfach nicht gewachsen ist. Er ist wie ein hochintelligenter Student, der an einer simplen Rechenaufgabe scheitert. Es ist fast schon...lustig. Zumindest, wenn man nicht Frauchen ist, die jeden Tag mit zitternden Knien nach Hause kommt, in Erwartung des nächsten Chaos.
Viele Hundebesitzer glauben, dass sie mit genügend Training jedes Problem in den Griff bekommen. Und das stimmt auch oft. Aber manchmal...manchmal ist da einfach etwas anderes. Eine tieferliegende Angst, ein ungelöstes Trauma, oder einfach nur ein unbändiges Bedürfnis nach Gesellschaft. "Wir haben alles versucht," seufzte Bellos Frauchen neulich. "Clickertraining, Desensibilisierung, stundenlange Spaziergänge vorher...nichts hilft!"
"Manchmal muss man akzeptieren, dass sein Hund einfach ein 'Klettverschluss-Hund' ist," sagte eine befreundete Hundetrainerin tröstend. "Manche Hunde sind eben so. Sie brauchen die Nähe ihrer Menschen wie die Luft zum Atmen."
Kann ein Hund 8 Stunden alleine bleiben?
Die Lösung? Kreativität und Akzeptanz
Was also tun, wenn der Hund trotz Training nicht alleine bleiben kann? Die Antwort ist oft: Kreativität! Statt verbissen weiter zu trainieren, kann man versuchen, das Problem zu umgehen. Vielleicht kann Bello mit ins Büro? Oder ein netter Nachbar übernimmt die Betreuung? Oder, noch besser: Man engagiert einen Hundesitter, der Bello die Zeit vertreibt.
Natürlich ist das nicht immer einfach. Es kostet Zeit, Geld und Nerven. Aber letztendlich geht es darum, das Leben für Bello und für Frauchen so angenehm wie möglich zu gestalten. Und manchmal bedeutet das eben, Abstriche zu machen und neue Wege zu gehen.
Serie: Mein Hund kann nicht alleine bleiben | Teil 2 | miDoggy
Ein Happy End? Vielleicht...
Bello und sein Frauchen haben inzwischen eine gute Lösung gefunden. Bello verbringt die Vormittage bei einer Rentnerin in der Nachbarschaft, die selbst einen kleinen Hund hat. Dort spielt er, tobt und bekommt jede Menge Streicheleinheiten. Und Frauchen kann beruhigt arbeiten gehen, ohne Angst vor dem nächsten Sofakissen-Massaker.
Die Moral von der Geschicht'? Nicht jeder Hund ist gleich. Und manchmal ist es wichtiger, die Bedürfnisse seines Hundes zu akzeptieren, als ihn in eine bestimmte Form pressen zu wollen. Vielleicht ist dein Hund ja auch ein kleiner Bello. Ein liebenswerter Chaot, der einfach nur deine Nähe braucht. Und das ist doch eigentlich auch ganz schön, oder?
Also, das nächste Mal, wenn du hörst, dass dein Nachbarhund schon wieder jault, denk an Bello. Und vielleicht, nur vielleicht, bringst du ihm ja ein kleines Leckerli mit. Er hat es verdient. Und du hast vielleicht gerade einem gestressten Hundebesitzer den Tag gerettet.