Gut Gegen Nordwind 2 Teil

Also, mal ehrlich, wer von uns hat Nicht dein Ernst geschrien, als er hörte, dass es einen zweiten Teil von Gut gegen Nordwind gibt? Ich meine, das erste Buch war... süß. Aber brauchten wir wirklich Alle sieben Wellen?
Ich weiß, ich weiß. Unpopuläre Meinung incoming. Aber ich sag's trotzdem: Ich fand den zweiten Teil... na ja, nicht so gut. Entschuldigung, Daniel Glattauer Fans! Ich bin sicher, Sie haben Ihre Gründe, das Buch zu lieben. Aber ich sitze hier und kratze mich am Kopf.
War es die Geschichte? Irgendwie schon. Diese ganze Hin-und-Her-Schreiberei, die im ersten Buch noch charmant war, fühlte sich hier plötzlich... anstrengend an. Wie ein endloser Ping-Pong-Match, bei dem man die ganze Zeit auf den Ball achtet, aber irgendwie nie zum Punkt kommt. Und der Punkt sollte doch eigentlich die große, leidenschaftliche Liebe sein, oder? Stattdessen hatte ich das Gefühl, ich lese die E-Mail-Korrespondenz von zwei Leuten, die Angst vor der realen Welt haben.
Must Read
Vielleicht war es auch die Erwartungshaltung. Das erste Buch hatte so eine gewisse Magie. Dieses Geheimnisvolle, dieses Unausgesprochene. Es war wie ein Flüstern, kein Schreien. Und dann kam der zweite Teil und... naja, es wurde lauter. Und irgendwann nervig. Stell dir vor, deine Lieblingsband bringt ein zweites Album raus, und es klingt genau wie das erste, nur schlechter. Genau das Gefühl!
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe romantische Geschichten. Ich liebe kitschige Dialoge. Ich liebe Happy Ends. Aber Alle sieben Wellen fühlte sich einfach... erzwungen an. Wie ein Drehbuch, das zu sehr auf Teufel komm raus versucht, die Formel des ersten Buches zu wiederholen. Und das geht halt selten gut. Es ist wie ein Witz, den man zweimal erzählt: Beim ersten Mal lacht man, beim zweiten Mal gähnt man.

Die Charaktere: Waren sie noch sie selbst?
Leo und Emmi. Im ersten Buch waren sie noch so... echt. Mit all ihren Macken und Unsicherheiten. Aber im zweiten Teil? Hatten sie sich verändert? Oder war es einfach nur meine Wahrnehmung, die sich geändert hatte? Emmi wirkte plötzlich so... sprunghaft. Und Leo? Der war irgendwie... passiv. Ich wollte sie anschreien: "Leute, trefft euch endlich! Oder lasst es ganz sein!"
Das Problem ist vielleicht auch, dass wir als Leser schon wussten, wie es im ersten Buch gelaufen ist. Die Überraschung war weg. Die Spannung verpufft. Es war wie ein Déjà-vu, nur ohne den coolen Matrix-Effekt. Ich saß da und dachte mir: "Okay, wir wissen, dass ihr euch mögt. Aber warum zögert ihr so lange? Was ist das Problem?" Und die Antworten, die das Buch gab, waren für meinen Geschmack nicht wirklich überzeugend.
Meine (vielleicht blöde) Lösung
Vielleicht hätte man es einfach bei dem ersten Buch belassen sollen. Manchmal ist es besser, eine Geschichte so zu lassen, wie sie ist. Unvollendet, aber perfekt. Wie ein Traum, den man nicht weiterträumt, weil man Angst hat, dass er hässlich wird. Oder wie eine E-Mail, die man nicht abschickt, weil man sich unsicher ist, ob sie wirklich ankommt.
Ich bin sicher, es gibt Leute da draußen, die Alle sieben Wellen lieben. Die die Geschichte genauso berührend und romantisch finden wie den ersten Teil. Und das ist auch okay. Geschmäcker sind verschieden. Aber für mich war es einfach... nicht das Gleiche. Es war wie ein Nachschlag, der nicht mehr so gut schmeckt wie das Originalgericht. Ein Sequel, das man sich hätte sparen können. Und jetzt warte ich auf den Shitstorm. Ich bin bereit. Bringt ihn her!

Ich bleibe dabei: Manchmal ist weniger mehr. Und manchmal sollte man eine gute Geschichte einfach so stehen lassen. Denn manchmal ist das Unerzählte viel spannender als das Erzählte. Oder, um es mit den Worten eines großen Philosophen zu sagen: "Schuster, bleib bei deinen Leisten." Oder in diesem Fall: Daniel Glattauer, schreib was Neues! (Bitte!)
