Frühstück Im Büro Für Kollegen

Okay, Leute, mal ehrlich. Frühstück im Büro für Kollegen. Ich sag's, wie es ist: Ein Minenfeld. Ein kulinarisches Chaos. Und, wage ich es zu sagen, manchmal... einfach nur überbewertet?
Da steht er dann, der fleißige Bäcker-Bob, mit einem gefühlt tonnenschweren Korb voller Croissants. Warm, duftend, ja, das schon. Aber wer hat ihn eigentlich beauftragt? Wer hat nach sieben Croissants pro Person gefragt?
Und dann der Duft! Oh Gott, der Duft. Ein Gemisch aus frisch gebrühtem Kaffee, süßem Gebäck und, ja, irgendwas leicht Vergorenem aus der Tupperdose von Erna aus der Buchhaltung. Manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach die Nase zuklipsen.
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Das Problem ist nämlich: Du musst probieren. Es ist fast schon eine soziale Pflicht. "Ach, nimm doch! Ich hab' extra gemacht!" Wie soll man da "Nein danke, ich habe schon gefrühstückt" sagen, ohne als der totale Spielverderber dazustehen?
Und dann die Krümel. Überall Krümel! Auf dem Schreibtisch, auf der Tastatur, in der Kaffeetasse. Wochen später findet man noch Überreste von Manfreds selbstgebackenem Käsekuchen zwischen den Akten. Horror!

Die Sache mit dem Belag
Kommen wir zum Belag. Marmelade. Honig. Nutella (immerhin ein Klassiker). Und dann... der selbstgemachte Kräuterquark von Frau Müller. Ja, der ist sicher super gesund. Aber riecht halt auch so. Und wer hat gesagt, dass Kräuterquark zu jedem Brötchen passt?
Und dann die Kollegen, die es besonders gut meinen und fünf verschiedene Sorten Wurst mitbringen. Salami, Leberwurst, Teewurst... das volle Programm. Und am Ende pickt man sich doch wieder nur das eine Salamibrötchen raus, weil man einfach keine Experimente wagen will.

Die Konversation
Ach, und die Konversation! "Hast du schon probiert? Ist das nicht lecker? Ich hab' das Rezept von meiner Oma!" Ja, super, freut mich. Aber kann ich bitte einfach in Ruhe meinen Kaffee trinken und meine E-Mails checken?

Und dann die Diskussionen! "Wer hat das letzte Brötchen genommen?" "War das jetzt Bio-Honig oder nicht?" "Wer räumt eigentlich die Krümel weg?" Das Büro verwandelt sich in einen Kindergarten. Nur mit mehr Koffein.
Ich will ja nicht undankbar sein. Die Geste ist lieb gemeint. Und manchmal freut man sich ja auch wirklich über ein leckeres Croissant oder ein Stück Kuchen. Aber die Wahrheit ist doch: Frühstück im Büro ist oft mehr Stress als Genuss. Und manchmal, ganz heimlich, wünsche ich mir einfach nur mein stilles, unaufgeregtes Müsli am Schreibtisch zurück.
Okay, ich hab's gesagt. Steinigt mich, aber ich stehe dazu. Und wer weiß, vielleicht sitzen da draußen ja noch ein paar heimliche Frühstücksmuffel, die sich gerade insgeheim freuen, dass endlich mal jemand den Mut hat, die Wahrheit auszusprechen.

Vielleicht sollten wir einfach alle individuell belegte Brote bestellen. Jeder bekommt, was er will. Keine Krümel-Katastrophe. Keine erzwungenen Konversationen. Einfach nur: Frieden, Freude, Eierkuchen (oder eben nicht).
"Frühstück im Büro: Ein Akt der Nächstenliebe... oder ein gut gemeintes Chaos?"
Und ganz ehrlich? Wenn Herr Schmidt wieder seinen selbstgemachten Knoblauch-Dip mitbringt, dann gehe ich einfach mal kurz "auf Toilette". Nur so als Tipp...
