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Essen Im Mittelalter Auf Der Burg


Essen Im Mittelalter Auf Der Burg

Stell dir vor, du bist eingeladen zu einem Festessen. Nicht irgendeinem, sondern einem mittelalterlichen Festmahl auf einer Burg! Keine piekfeinen Restaurants, keine Instagram-tauglichen Teller. Hier geht es rustikal zu, und Überraschungen lauern hinter jeder Ecke – oder besser gesagt, hinter jedem Knochenhaufen.

Das Menü: Von Hasenbraten bis Met

Vergiss die feinen Häppchen, die du von modernen Buffets kennst. Im Mittelalter wurde geklotzt, nicht gekleckert. Fleisch war König, und zwar in allen Variationen: Gebratenes Wildschwein, fetter Hasenbraten, und natürlich Geflügel in Hülle und Fülle. Hühner, Gänse, Enten – alles, was Federn hatte und nicht schnell genug wegrennen konnte, landete auf dem Teller. Oder besser gesagt, auf der Holzplatte, denn Teller im modernen Sinne gab es selten. Oft teilte man sich eine große Platte mit dem Tischnachbarn, und wer zuerst kam, mahlte zuerst. Benimmregeln? Eher rudimentär.

Gemüse spielte eher eine Nebenrolle. Was im eigenen Garten wuchs oder auf dem Feld geerntet wurde, kam auf den Tisch: Rüben, Kohl, Zwiebeln. Alles deftig gewürzt, um den Geschmack des oft nicht mehr ganz taufrischen Fleisches zu überdecken. Und Brot? Unverzichtbar! Grobes, dunkles Brot, das nicht nur als Beilage diente, sondern auch als Tellerersatz herhalten musste. Nach dem Essen wurde es einfach aufgegessen oder den Hunden zum Fraß vorgeworfen. Nachhaltigkeit avant la lettre!

Und was trank man dazu? Wasser war riskant, also griff man lieber zu Met, dem Honigwein der alten Germanen, oder zu Bier. Der Wein war den Adligen vorbehalten und entsprechend teuer. Gesunde Ernährung sah anders aus, aber hey, es war Mittelalter!

Essmanieren: Hauptsache satt

Wer jetzt an Tischmanieren wie in einem Jane-Austen-Roman denkt, liegt falsch. Im Mittelalter ging es pragmatisch zu. Gabeln waren noch nicht wirklich verbreitet, also aß man mit den Fingern. Das Messer diente dazu, sich ein Stück Fleisch abzuschneiden, und dann hieß es: rein damit! Und keine falsche Scham, wenn dabei etwas daneben ging. Schließlich waren Hunde unter dem Tisch allgegenwärtig und dankbare Abnehmer jeglicher Essensreste.

Mittelalter für Zeitreisende — königliches Essen
Mittelalter für Zeitreisende — königliches Essen

Gespräche waren natürlich erlaubt, aber selten subtil. Derbe Witze, lautes Lachen und das Knacken von Knochen gehörten zum guten Ton. Und wer genug hatte, räusperte sich lautstark oder stand einfach auf und ging. Diskretion war kein Wert an mittelalterlichen Tafeln.

Küchengeheimnisse: Wer kocht, hat das Sagen

Die Küche einer Burg war ein Reich für sich, regiert von einem meist strengen Küchenmeister. Hier wurde nicht nur gekocht, sondern auch gelagert, gepökelt und geräuchert. Riesige Kessel brodelten über offenen Feuerstellen, und der Geruch von Rauch, Gewürzen und verbranntem Fett hing schwer in der Luft. Die Köche waren die Stars der Burg, denn gutes Essen war lebensnotwendig und sicherte die Moral der Truppe. Ihre Rezepte wurden gehütet wie ein Schatz, und wer einen Blick in ihre Töpfe werfen durfte, hatte Glück.

Hygiene war allerdings ein Fremdwort. Fliegen, Ratten und andere ungebetene Gäste gehörten zum Alltag, und man nahm es gelassen. Hauptsache, das Essen schmeckte und machte satt.

Medieval Ancient Kitchen Table With Typical Food In Royal Castle
Medieval Ancient Kitchen Table With Typical Food In Royal Castle

Ein Festmahl mit Folgen

Ein mittelalterliches Festmahl war mehr als nur eine Mahlzeit. Es war ein Ereignis, ein Spektakel, ein Fest für alle Sinne. Es spiegelte die Hierarchie, die Macht und den Reichtum des Burgherrn wider. Und es war natürlich eine willkommene Abwechslung im oft eintönigen Alltag.

Allerdings hatte die Völlerei auch ihre Schattenseiten. Übergewicht, Verdauungsprobleme und Gicht waren weit verbreitet, vor allem bei den Adligen. Und wer es mit dem Met übertrieb, wachte am nächsten Morgen mit einem ordentlichen Kater auf. Aber das gehörte eben auch dazu.

Medieval Dinner | Medieval recipes, Medieval banquet, Dinner
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Also, das nächste Mal, wenn du eine Burg besuchst, schließe die Augen und stell dir vor, du sitzt an einer langen Holztafel, umgeben von Rittern, Mägden und dem Duft von gebratenem Fleisch. Prost mit einem Becher Met und lass es dir schmecken! Vielleicht findest du ja sogar ein paar Knochen unter dem Tisch – als authentisches Souvenir aus einer längst vergangenen Zeit.

Und denk daran: Im Mittelalter galt: "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!" Auch wenn die Seele danach vielleicht etwas schwerer war als vorher.

"Das Leben ist zu kurz für schlechten Met!" - Ein weiser Burgbewohner, vermutlich.

Essen und Trinken im Mittelalter - Burg Abenberg Das Essen im Mittelalter Mittelalterliche Klosterküche | Mittelalter essen, Hildegard von bingen

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