Erkältung Druck Auf Den Ohren

Ein Druckgefühl auf den Ohren während einer Erkältung ist ein sehr häufiges und oft unangenehmes Symptom. Viele Menschen erleben dieses Phänomen, und es kann von leichtem Unbehagen bis hin zu erheblichen Schmerzen reichen. Es ist wichtig zu verstehen, warum dieser Druck entsteht und welche Maßnahmen man ergreifen kann, um ihn zu lindern.
Die Ursache liegt in der Verbindung zwischen Nase, Rachen und Ohr. Diese Verbindung wird durch die Eustachische Röhre hergestellt. Diese Röhre ist ein schmaler Kanal, der den Nasenrachenraum (den Raum hinter der Nase und dem Rachen) mit dem Mittelohr verbindet. Ihre Hauptfunktion ist es, den Druck im Mittelohr auszugleichen, damit das Trommelfell optimal schwingen kann und wir normal hören können. Im Normalzustand ist die Eustachische Röhre geschlossen und öffnet sich nur beim Schlucken, Gähnen oder Niesen, um den Druck auszugleichen.
Warum entsteht Druck bei einer Erkältung?
Während einer Erkältung kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum. Diese Entzündung kann dazu führen, dass die Schleimhäute anschwellen. Wenn die Schleimhäute um die Öffnung der Eustachischen Röhre herum anschwellen, kann diese blockiert werden. Eine blockierte Eustachische Röhre verhindert den Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und der Umgebung. Dadurch entsteht ein Unterdruck im Mittelohr, da die Luft, die sich bereits im Mittelohr befindet, langsam absorbiert wird.
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Dieser Unterdruck zieht das Trommelfell nach innen, was zu einem Druckgefühl, dumpfem Hören und manchmal sogar Schmerzen führen kann. Es fühlt sich oft an, als ob man Watte in den Ohren hat oder sich unter Wasser befindet. In einigen Fällen kann der Unterdruck auch Flüssigkeit in das Mittelohr ziehen, was zu einer sogenannten serösen Otitis media führen kann, insbesondere bei Kindern.
Symptome von Ohrendruck bei Erkältung
Die Symptome können variieren, aber typische Anzeichen sind:

- Ein Druckgefühl oder Völlegefühl im Ohr.
- Dumpfes Hören oder das Gefühl, die Ohren seien verstopft.
- Ohrenschmerzen, die von leicht bis stark reichen können.
- Ein Gefühl, als ob die Ohren knacken oder knistern beim Schlucken oder Gähnen (wenn die Eustachische Röhre sich teilweise öffnet).
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen (in seltenen Fällen).
Was kann man gegen den Druck tun?
Glücklicherweise gibt es verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um den Ohrendruck bei einer Erkältung zu lindern:
- Nasensprays: Abschwellende Nasensprays können helfen, die Schleimhäute in der Nase und im Rachen abzuschwellen und so die Eustachische Röhre zu entlasten. Es ist wichtig, diese Sprays nicht länger als eine Woche zu verwenden, da sie sonst zu einem Rebound-Effekt führen können (die Schleimhäute schwellen nach dem Absetzen des Sprays noch stärker an). Beachten Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- Druckausgleichsmanöver: Versuchen Sie, den Druck in Ihren Ohren aktiv auszugleichen. Die bekannteste Methode ist das Valsalva-Manöver: Halten Sie sich die Nase zu, schließen Sie den Mund und versuchen Sie, sanft Luft auszuatmen. Sie sollten ein Knacken oder Knistern in den Ohren hören, wenn der Druck ausgeglichen wird. Seien Sie vorsichtig und üben Sie nicht zu viel Druck aus, da dies zu Schäden führen kann.
- Schlucken und Gähnen: Diese natürlichen Bewegungen helfen, die Eustachische Röhre zu öffnen und den Druck auszugleichen. Kaugummi kauen kann ebenfalls helfen.
- Wärme: Ein warmes Tuch oder eine Wärmflasche auf dem Ohr kann helfen, die Beschwerden zu lindern.
- Inhalieren: Dampfinhalationen mit Kamille oder Salzwasser können helfen, die Schleimhäute zu befeuchten und die Verstopfung zu lösen.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf können Sie rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen, um die Schmerzen zu lindern.
- Ausreichend trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, die Schleimhäute feucht zu halten.
Wann zum Arzt?
In den meisten Fällen verschwindet der Ohrendruck im Zuge der Erkältung von selbst. Es gibt jedoch Situationen, in denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

- Wenn die Symptome länger als eine Woche anhalten.
- Wenn Sie starke Ohrenschmerzen haben.
- Wenn Sie Fieber haben.
- Wenn Sie Eiter aus dem Ohr bemerken.
- Wenn Sie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen haben.
- Wenn Sie eine deutliche Verschlechterung Ihres Hörvermögens feststellen.
Ein Arzt kann feststellen, ob eine bakterielle Infektion vorliegt und gegebenenfalls Antibiotika verschreiben. Er kann auch andere Ursachen für den Ohrendruck ausschließen und eine geeignete Behandlung empfehlen.
Fazit: Ohrendruck bei Erkältung ist unangenehm, aber in der Regel harmlos. Durch die Anwendung einfacher Hausmittel und die Beachtung der oben genannten Ratschläge können Sie die Beschwerden lindern und den Heilungsprozess unterstützen. Suchen Sie jedoch einen Arzt auf, wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
