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Du Kannst Mir Mal Im Mondschein Begegnen


Du Kannst Mir Mal Im Mondschein Begegnen

Okay, mal ehrlich: Wer hat das nicht schon erlebt? Man ist unterwegs, vielleicht im Supermarkt, vielleicht auf einer Party, und plötzlich... BÄM! Da ist diese eine Person. Blickkontakt. Ein kurzes Lächeln. Und dann... nichts. Die Person verschwindet in der Menge, wie ein Einhorn im Nebel. Man denkt sich: "Verdammt, das war's! Die oder der Eine!" Und dann kommt dieser Gedanke, dieser Wunsch, dieses nagende Gefühl: "Du kannst mir mal im Mondschein begegnen..." So oder so ähnlich.

Der Mondschein als Metapher für's Unwahrscheinliche

Was bedeutet das eigentlich, dieses "im Mondschein begegnen"? Ist das eine höfliche Umschreibung für "Geh sterben!"? Nicht ganz. Eher so eine Mischung aus "Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal wieder, wenn Schweine fliegen und die Hölle zufriert" und "Ich bin jetzt erstmal angepisst, weil ich dich verpasst habe." Stell dir vor, du suchst nach einem Parkplatz in der Innenstadt am Samstag. Chancen? Ähnlich hoch wie eine Mondscheinbegegnung mit besagter Supermarkt-Fee. Also, fast. Aber der Gedanke bleibt: Irgendwann, irgendwann, wenn die Sterne günstig stehen...

Es ist diese Mischung aus Hoffnung und Resignation, die diese Redewendung so charmant (und auch ein bisschen passiv-aggressiv) macht. Es ist wie der letzte verzweifelte Wurf mit dem Korb, wenn das Spiel schon fast vorbei ist. Die Chancen sind minimal, aber hey, man kann's ja mal versuchen. Oder eben im Mondschein hoffen. Bildlich gesprochen.

Warum ist das so typisch deutsch?

Klar, andere Kulturen haben auch ihre Umschreibungen für unwahrscheinliche Ereignisse. Aber "Du kannst mir mal im Mondschein begegnen" hat so einen speziellen deutschen Touch. Irgendwie melancholisch, ein bisschen trocken und mit diesem subtilen Unterton, dass man eigentlich schon weiß, dass es nie passieren wird. Wie wenn man sich vornimmt, ab morgen jeden Tag Sport zu machen. Oder weniger Kaffee zu trinken. Oder die Steuererklärung rechtzeitig abzugeben. Mondschein!

Es ist wie eine Entschuldigung vorweg. Eine Art, zu sagen: "Ich bin jetzt kurz genervt, aber ich will nicht unhöflich sein. Also wünsche ich dir auf indirekte Weise eine Begegnung unter Bedingungen, die so gut wie nie eintreten werden." Das ist schon fast eine Kunstform.

Im Mondschein begegnen bei Mondfinsternis - Ein Bildgedicht von Micha
Im Mondschein begegnen bei Mondfinsternis - Ein Bildgedicht von Micha

Mondschein-Momente im Alltag

Wo begegnen wir diesen "Mondschein-Momenten" im Alltag? Überall! Wenn der Bus direkt vor deiner Nase abfährt, wenn der Lieblingspullover im Sale ausverkauft ist, wenn der Gewinn im Lotto an jemand anderen geht. Das Leben ist voll von kleinen Mondschein-Begegnungen. Und jedes Mal denkt man sich: "Na toll. Dann halt nicht." Und dann geht man weiter, leicht frustriert, aber auch ein bisschen amüsiert über die Absurdität des Ganzen.

Oder denk an dieses eine Kleidungsstück, das du unbedingt haben willst, aber es ist immer, IMMER ausverkauft, wenn du in den Laden kommst. Das ist quasi die Definition von "Du kannst mir mal im Mondschein begegnen!" im Modebereich.

Mondschein - "Verreimt - Die Gedichte von Anne Reimerdes"
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Die Kunst der Akzeptanz

Letztendlich geht es darum, diese kleinen Rückschläge mit Humor zu nehmen. Zu akzeptieren, dass nicht alles im Leben planbar ist und dass es manchmal einfach nicht sein soll. Und vielleicht, nur vielleicht, trifft man die Supermarkt-Fee ja doch irgendwann mal wieder. Nicht unbedingt im Mondschein, aber vielleicht bei Tageslicht. Oder zumindest online. Die Chancen sind zwar gering, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und wenn nicht? Dann sagt man sich einfach: "Okay, dann eben nicht. Du kannst mir mal im Mondschein begegnen." Und geht seinen Weg. Mit einem Lächeln. Und vielleicht einem kleinen Seufzer. Aber Hauptsache, mit Humor.

Also, das nächste Mal, wenn dir etwas nicht gelingt oder du jemanden verpasst, denk einfach daran: Es gibt Schlimmeres, als jemandem eine Begegnung im Mondschein zu wünschen. Es gibt zum Beispiel, ihn in einer dunklen Gasse anzustarren... Das wäre nicht so schön.

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