Druck Auf Den Ohren Bei Erkältung

Ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr ist ein häufiges Begleitsymptom einer Erkältung. Viele Menschen kennen dieses dumpfe, beklemmende Gefühl, das oft mit einem verminderten Hörvermögen einhergeht. Doch was steckt genau dahinter, und was kann man dagegen tun?
Die Ursachen des Ohrendrucks bei Erkältung
Der Zusammenhang zwischen Erkältung und Ohrendruck ist anatomisch bedingt. Die Eustachische Röhre, auch Ohrtrompete genannt, verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum. Ihre Hauptaufgabe ist der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung. Bei einer Erkältung kommt es jedoch zu einer Schwellung der Schleimhäute im Nasenrachenraum, wodurch die Eustachische Röhre verengt oder sogar vollständig verschlossen werden kann.
Folgende Faktoren spielen eine entscheidende Rolle:
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- Schwellung der Schleimhäute: Die Erkältungsviren verursachen eine Entzündung der Schleimhäute im Nasenrachenraum, was zu deren Anschwellung führt.
- Verengung der Eustachischen Röhre: Durch die Schwellung wird die Eustachische Röhre in ihrer Funktion beeinträchtigt. Der Druckausgleich kann nicht mehr ausreichend stattfinden.
- Unterdruck im Mittelohr: Wenn die Eustachische Röhre verschlossen ist, entsteht im Mittelohr ein Unterdruck, da die dort vorhandene Luft allmählich absorbiert wird. Dieser Unterdruck zieht das Trommelfell nach innen und verursacht das unangenehme Druckgefühl.
- Flüssigkeitsansammlung: In manchen Fällen kann sich im Mittelohr auch Flüssigkeit ansammeln (ein sogenannter Paukenerguss), was den Druck zusätzlich verstärkt und das Hörvermögen weiter beeinträchtigen kann.
Symptome und Begleiterscheinungen
Der Ohrendruck bei Erkältung äußert sich typischerweise durch folgende Symptome:
- Dumpfes Druckgefühl: Ein Gefühl von Enge und Druck im Ohr.
- Vermindertes Hörvermögen: Das Gehör kann gedämpft oder verzerrt sein.
- Ohrenschmerzen: In manchen Fällen kann der Druck auch zu Schmerzen führen.
- Knackende oder knisternde Geräusche: Versuche, den Druckausgleich durchzuführen (z.B. durch Schlucken oder Gähnen), können knackende oder knisternde Geräusche im Ohr verursachen.
- Schwindel: In seltenen Fällen kann der Ohrendruck auch von Schwindelgefühlen begleitet sein.
Zusätzlich zu diesen direkten Symptomen können natürlich auch die typischen Erkältungsanzeichen wie Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit auftreten.

Was hilft gegen Ohrendruck bei Erkältung?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, den Ohrendruck bei einer Erkältung zu lindern:
- Nasensprays: Abschwellende Nasensprays (mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin) helfen, die Schleimhäute im Nasenrachenraum abzuschwellen und die Eustachische Röhre zu öffnen. Achtung: Nasensprays sollten nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sie sonst zu einer Abhängigkeit führen können.
- Inhalieren: Inhalationen mit heißem Wasserdampf (eventuell mit Zusätzen wie Kamille oder ätherischen Ölen) befeuchten die Schleimhäute und fördern die Lösung von Schleim.
- Gähnen, Schlucken, Kauen: Diese Aktivitäten helfen, die Eustachische Röhre zu öffnen und den Druckausgleich zu fördern.
- Valsalva-Manöver: Halten Sie sich die Nase zu, schließen Sie den Mund und versuchen Sie, leicht Luft auszuatmen. Dadurch wird der Druck im Nasenrachenraum erhöht und die Eustachische Röhre kann sich öffnen. Achtung: Üben Sie dieses Manöver nur vorsichtig aus, um das Trommelfell nicht zu schädigen.
- Wärme: Wärme, z.B. in Form einer Rotlichtlampe oder eines warmen Kirschkernkissens, kann die Durchblutung fördern und die Schleimhäute beruhigen.
- Ausreichend trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Tee) hält die Schleimhäute feucht und unterstützt ihre Funktion.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden, um Ohrenschmerzen zu lindern.
Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen verschwindet der Ohrendruck im Laufe der Erkältung von selbst. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
- Starke Schmerzen: Bei sehr starken Ohrenschmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen.
- Fieber: Bei Fieber über 38,5°C.
- Hörverlust: Bei deutlichem und anhaltendem Hörverlust.
- Ausfluss aus dem Ohr: Bei Ausfluss von Flüssigkeit oder Eiter aus dem Ohr.
- Schwindel: Bei starkem Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen.
- Anhaltende Beschwerden: Wenn der Ohrendruck nach einer Woche nicht besser wird oder sich sogar verschlimmert.
Der Arzt kann die Ursache des Ohrendrucks genauer untersuchen und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten, z.B. die Verschreibung von Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion.

Vorbeugung
Obwohl man eine Erkältung nicht immer vermeiden kann, gibt es einige Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko zu reduzieren und somit auch die Wahrscheinlichkeit von Ohrendruck zu verringern:
- Häufiges Händewaschen: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser ist eine der effektivsten Methoden, um die Übertragung von Erkältungsviren zu verhindern.
- Abstand halten: Meiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen.
- Stärkung des Immunsystems: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung stärken das Immunsystem und machen den Körper widerstandsfähiger gegen Infektionen.
- Regelmäßige Nasenspülungen: Nasenspülungen mit einer Salzlösung können helfen, die Nasenschleimhäute feucht zu halten und Viren und Bakterien zu entfernen.
Fazit
Ohrendruck bei einer Erkältung ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos und vorübergehend. Mit einfachen Hausmitteln und gegebenenfalls abschwellenden Nasensprays lassen sich die Beschwerden oft gut lindern. Achten Sie jedoch auf die Warnsignale Ihres Körpers und suchen Sie bei Bedarf einen Arzt auf. Eine frühzeitige Behandlung kann Komplikationen verhindern und dazu beitragen, dass Sie schnell wieder gesund werden.
