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Dna Replikation Bei Escherichia Coli


Dna Replikation Bei Escherichia Coli

Stell dir vor, du hast das ultimative Lieblingsbuch. Es ist so gut, dass du es am liebsten jedem geben würdest. Aber es gibt nur dieses eine Exemplar! Was machst du? Richtig, du lässt es kopieren! Und genau das passiert auch ständig in jeder einzelnen Zelle deines Körpers – und natürlich auch in den kleinen Bakterien, die in dir (und um dich herum) wohnen. Denn bevor sich eine Zelle teilt, muss ihr Bauplan, die DNA, verdoppelt werden. Und das ist, meine Freunde, die DNA Replikation.

Heute tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Escherichia coli, kurz E. coli, und schauen uns an, wie dieses kleine Bakterium seine DNA verdoppelt. Warum E. coli? Weil es sozusagen der Star unter den Bakterien ist, wenn es um die Forschung geht. Es ist relativ einfach aufgebaut und wächst schnell, perfekt also, um grundlegende biologische Prozesse zu erforschen. Und die DNA Replikation ist ein ziemlich grundlegender Prozess, würde ich mal sagen. Ohne sie gäbe es keine neuen Zellen, kein Wachstum, keine... naja, nichts!

Der Startschuss: Der Replikationsursprung

Okay, los geht's! Der erste Schritt bei der DNA Replikation ist die Identifizierung des Replikationsursprungs, auch OriC genannt. Das ist quasi die Startlinie für das große Rennen. Dieser Bereich auf der DNA-Doppelhelix ist speziell markiert und wird von bestimmten Proteinen erkannt. Stell dir vor, es ist wie ein Parkplatz für das Replikationsteam. Die Proteine docken an und bereiten alles vor.

Side Comment: Denk dran, DNA ist wie eine verdrehte Strickleiter. Die Sprossen sind die Basenpaare (Adenin mit Thymin, Guanin mit Cytosin), und die Seiten sind das Zucker-Phosphat-Rückgrat. Nur für den Fall, dass du's vergessen hast! ;-)

Entwirren und Auftrennen: Die Helikase und Einzelstrangbindeproteine

Jetzt wird's spannend! Die Helikase kommt ins Spiel. Dieses Enzym ist wie ein kleiner Reißverschlussöffner. Sie entwindet die DNA-Doppelhelix und trennt die beiden Stränge voneinander. Dabei entstehen zwei Einzelstränge, die als Matrizen für die Synthese neuer DNA dienen. Aber aufgepasst! Getrennte DNA-Stränge haben die Tendenz, sich wieder zusammenzufinden (wie zwei Magnete!), deshalb kommen die Einzelstrangbindeproteine (SSB) ins Spiel. Sie stabilisieren die Einzelstränge und verhindern, dass sie sich wieder verbinden.

Mechanism of in vivo DNA cloning in Escherichia coli ::National
Mechanism of in vivo DNA cloning in Escherichia coli ::National

Side Comment: Helikase und SSB, die Helden der frühen Replikation! Ohne sie wäre das Chaos perfekt!

Der Primase-Auftrag: Ein kleiner DNA-Starter

Die DNA Polymerase, das Enzym, das die neue DNA synthetisiert, kann nicht einfach so loslegen. Sie braucht einen kleinen Starter, einen sogenannten Primer. Dieser Primer wird von der Primase synthetisiert. Er besteht aus RNA und bietet der DNA Polymerase eine freie 3'-OH-Gruppe, an die sie die neuen Nukleotide anhängen kann. Denk an den Primer wie an einen Zündschlüssel für den Motor der DNA-Replikation.

PPT - Genetic Analysis of Bacteria: Probing the Prokaryotic Chromosome
PPT - Genetic Analysis of Bacteria: Probing the Prokaryotic Chromosome

Die DNA Polymerase: Der Star der Show

Hier kommt der Star! Die DNA Polymerase ist das Enzym, das die eigentliche Arbeit der DNA-Synthese erledigt. Sie fährt entlang der Einzelstrang-DNA-Matrize und fügt die passenden Nukleotide hinzu (A zu T, C zu G). Aber es gibt einen Haken: Die DNA Polymerase kann nur in eine Richtung arbeiten, nämlich von 5' nach 3'. Das führt zu einem interessanten Problem.

Führender Strang vs. Folgestrang: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Einer der beiden DNA-Stränge, der sogenannte führende Strang (leading strand), kann kontinuierlich synthetisiert werden, weil seine Syntheserichtung mit der Richtung der Replikationsgabel übereinstimmt. Der andere Strang, der Folgestrang (lagging strand), muss dagegen in kleinen Abschnitten synthetisiert werden, den sogenannten Okazaki-Fragmenten. Warum? Weil die DNA Polymerase ja nur von 5' nach 3' arbeiten kann. Das bedeutet, dass der Folgestrang immer wieder neu mit einem Primer versehen und dann in kleinen Stücken synthetisiert werden muss.

Replikation - Lexikon der Biologie
Replikation - Lexikon der Biologie

Side Comment: Der Folgestrang hat's echt nicht leicht! Stell dir vor, du musst eine lange Mauer bauen, aber immer nur ein paar Steine auf einmal setzen und dann von vorne anfangen!

Aufräumarbeiten: Ligase und Korrekturlesung

Nachdem die Okazaki-Fragmente synthetisiert wurden, müssen die RNA-Primer entfernt und durch DNA ersetzt werden. Das macht eine andere DNA Polymerase. Und schließlich kommt die Ligase ins Spiel. Sie ist wie der Kleber, der die einzelnen DNA-Fragmente (also die Okazaki-Fragmente und die Stellen, an denen die Primer entfernt wurden) miteinander verbindet, um einen kontinuierlichen DNA-Strang zu bilden. Und last but not least: Die DNA Polymerase hat auch eine Art Korrekturlese-Funktion. Sie überprüft ständig, ob die richtigen Nukleotide eingebaut wurden und korrigiert Fehler. Das ist wichtig, um die hohe Genauigkeit der DNA Replikation zu gewährleisten.

Das Ergebnis: Zwei identische DNA-Moleküle

Am Ende des Prozesses haben wir zwei identische DNA-Moleküle, jedes bestehend aus einem alten Strang und einem neuen Strang. Man spricht von semikonservativer Replikation. Und dann? Dann kann sich die Zelle teilen und jedes Tochterzelle bekommt eine vollständige Kopie der DNA. Und das alles, damit das Lieblingsbuch (also die DNA) nicht verloren geht!

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