Die Drei Säulen Der Europäischen Union

Habt ihr euch jemals gefragt, wie die Europäische Union eigentlich funktioniert? Sie ist ja viel mehr als nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, und das komplizierte System, das dahintersteckt, lässt sich gut anhand der "Drei Säulen" erklären. Klingt vielleicht erst einmal nach einem trockenen Thema, aber keine Sorge, wir machen's spannend! Denn wenn man versteht, wie die EU aufgebaut ist, versteht man auch besser, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden und wie sie unser tägliches Leben beeinflussen.
Die Idee hinter den Drei Säulen der Europäischen Union ist im Grunde, die verschiedenen Politikbereiche und Zuständigkeiten klarer zu strukturieren. Sie wurden mit dem Maastrichter Vertrag im Jahr 1993 eingeführt und bestanden bis zum Vertrag von Lissabon 2009. Stell dir vor, die EU ist wie ein Haus mit drei tragenden Säulen: Jede Säule steht für einen bestimmten Bereich, in dem die EU tätig ist. Die erste Säule umfasste die Europäischen Gemeinschaften (EG), also die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die Europäische Atomgemeinschaft und die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Hier ging es vor allem um wirtschaftliche Integration, den Binnenmarkt, die gemeinsame Agrarpolitik und die Zollunion. Ziel war es, den Handel zu erleichtern und das Wirtschaftswachstum zu fördern.
Die zweite Säule betraf die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Hierbei ging es um die Kooperation der Mitgliedstaaten in Fragen der Außenpolitik, Sicherheit und Verteidigung. Ziel war es, die EU als Akteur auf der internationalen Bühne zu stärken und gemeinsame Positionen zu entwickeln. Die dritte Säule schließlich behandelte die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS). Hier ging es um die Bekämpfung von Kriminalität, Terrorismus und illegaler Einwanderung. Ziel war es, die innere Sicherheit der EU zu gewährleisten.
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Obwohl die Drei-Säulen-Struktur mit dem Vertrag von Lissabon abgeschafft wurde, ist ihr Verständnis noch immer relevant, um die Entwicklung der EU zu begreifen. Einige Bereiche, die früher in den Säulen angesiedelt waren, werden heute anders behandelt. Dennoch prägt das Denken in unterschiedlichen Politikfeldern und Zuständigkeiten noch immer die EU.

Wo begegnet uns das Ganze im Alltag? Denk an den Euro: Er ist ein Resultat der wirtschaftlichen Integration, die in der ersten Säule vorangetrieben wurde. Oder an die Grenzkontrollen (oder eben deren Abschaffung): Sie hängen mit der polizeilichen Zusammenarbeit zusammen. Und wenn die EU sich zu einem internationalen Konflikt äußert, spielt die GASP eine Rolle. Im Schulunterricht wird das Thema EU oft im Politik- oder Geschichtsunterricht behandelt, und auch in Universitätsseminaren zur Europapolitik ist es ein fester Bestandteil.
Wie kann man sich dem Thema nähern? Einfach mal die Nachrichten verfolgen und darauf achten, welche EU-Themen gerade aktuell sind. Auf der Webseite des Europäischen Parlaments oder der Europäischen Kommission gibt es viele Informationen und Erklärungen. Oder man diskutiert mit Freunden oder Familie über die EU und ihre Rolle in der Welt. Die EU ist ein spannendes und wichtiges Thema, das uns alle betrifft! Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja dein Interesse an der Europapolitik und möchtest dich später einmal selbst dafür engagieren.
