Deutsch Abitur Mündliche Prüfung

Okay, lasst uns ehrlich sein. Die Abitur Mündliche Prüfung. Ein Thema, das bei manchen Schweißausbrüche verursacht. Bei anderen... nun ja, auch.
Der Mythos der Spontaneität
Man soll ja so wirken, als ob einem alles wie von selbst einfällt. Super spontan, mega eloquent. Aber wer kauft das wirklich? Wir haben wochenlang gelernt, Mindmaps gezeichnet und Referate auswendig gelernt. Spontan ist da gar nichts mehr. Eher so eine Art gut inszenierte Improvisation.
Ich persönlich finde ja, dass die Vorbereitung eigentlich schon die halbe Miete ist. Wenn man sich tief in die Materie eingearbeitet hat, dann kommt der Rest fast von alleine. Fast.
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Und dann diese Fragen! Manchmal hat man das Gefühl, die Prüfer versuchen, einen absichtlich aufs Glatteis zu führen. "Was halten Sie von der Rolle des Homer in der postmodernen Literatur?" Ähm, sorry, ich dachte, es geht um Goethe?
Die Kunst der Übertreibung
Ein bisschen Theatralik schadet nie. Man muss ja schließlich verkaufen, dass man das Thema liebt. Auch wenn man es innerlich verflucht. Ein bisschen Enthusiasmus hier, eine dramatische Pause da. Hollywood lässt grüßen!

Und bloß nicht zugeben, dass man etwas nicht weiß. Lieber um den heißen Brei herumreden und hoffen, dass die Prüfer nicht merken, dass man gerade völlig auf dem Holzweg ist.
Ich behaupte ja, die mündliche Prüfung ist mehr eine Performance als eine echte Wissensabfrage. Man muss "on stage" sein.
Das Outfit: Mehr Schein als Sein?
Kommen wir zum Outfit. Die einen werfen sich in Schale, als ob sie zum Vorstellungsgespräch beim Bundeskanzleramt müssten. Die anderen kommen im Hoodie und Jogginghose. Erlaubt ist, was gefällt. Aber ganz ehrlich: Spielt das Outfit wirklich eine Rolle? Ich glaube, solange man nicht gerade mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Ich hasse Deutsch" auftaucht, ist alles im grünen Bereich.

Ich persönlich finde ja, dass ein gepflegtes Äußeres durchaus von Vorteil sein kann. Aber wichtiger ist, dass man sich wohlfühlt. Wer sich verkleidet fühlt, strahlt das auch aus.
Die Prüfer: Freund oder Feind?
Manche Prüfer sind echte Sympathieträger. Sie lächeln, nicken ermutigend und geben einem das Gefühl, dass man alles richtig macht. Andere schauen einen an, als ob man gerade ihr geliebtes Haustier beleidigt hätte.
Aber ganz egal, wie die Prüfer drauf sind: Bleibt freundlich und respektvoll. Auch wenn man innerlich am liebsten die Augen verdrehen möchte.

Ich bin der Meinung, dass die meisten Prüfer eigentlich nur das Beste für einen wollen. Sie wollen sehen, dass man sich mit dem Stoff auseinandergesetzt hat und dass man in der Lage ist, sein Wissen zu präsentieren.
Unpopuläre Meinung: Es ist gar nicht so schlimm!
Ja, ich weiß, das klingt jetzt vielleicht etwas ketzerisch. Aber ich finde, die mündliche Abiturprüfung ist gar nicht so schlimm, wie alle immer tun. Klar, es ist stressig. Klar, man hat Angst. Aber im Grunde ist es doch nur ein Gespräch. Ein etwas formelleres Gespräch, zugegeben. Aber eben nur ein Gespräch.
Und mal ehrlich: Wer hat schon mal im Leben eine Situation erlebt, in der er nicht nervös war? Das gehört doch einfach dazu. Und wenn man es dann geschafft hat, dann ist das Gefühl umso besser.

Also, liebe Abiturienten und Abiturientinnen: Kopf hoch! Atmet tief durch! Und dann rockt das Ding! Ihr schafft das!
Und denkt daran: Auch die Prüfer waren mal in eurer Situation.
Viel Erfolg!