Der Richter Und Sein Henker Film

Also, Leute, setzt euch, bestellt euch nen Kaffee (oder ein Bier, ich urteile nicht!), und lasst mich euch von einem Film erzählen, der so schweizerisch ist, dass er fast nach Käsefondue und Taschenmessern riecht: Der Richter und sein Henker. Ja, der Titel klingt erstmal nach ner Operetten-Version von Batman, aber wartet mal ab.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Friedrich Dürrenmatt, ist der Film (oder die Serie, je nachdem, wo ihr ihn seht) ein Krimi. Aber nicht irgendein Krimi. Wir reden hier von einem Krimi, der so voller Twists und Wendungen ist, dass selbst Agatha Christie sagen würde: "Hoppla, das ist aber tricky!"
Die Story – Ein Mordsspaß (Wortspiel beabsichtigt!)
Die Geschichte beginnt mit einem ziemlich unappetitlichen Fund: Ein Polizist, Schmied, wird tot aufgefunden. Nicht so schön, oder? Unser Held, Kommissar Bärlach, ein alter Hase mit ner Lunge, die sich anhört, als ob sie gleich explodiert, nimmt die Ermittlungen auf. Bärlach ist übrigens so zynisch, dass er wahrscheinlich lachen würde, wenn sein Kaffee kalt wäre. Was für ein Typ!
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Aber hier kommt der Clou: Bärlach ist nicht irgendein Kommissar. Er ist todkrank und hat nicht mehr lange zu leben. Statt sich aber in Selbstmitleid zu suhlen, beschließt er, den Fall mit einem gewissen… sagen wir mal… ungewöhnlichen Enthusiasmus anzugehen.
Er spannt seinen jungen Assistenten, Tschanz, ein. Tschanz ist das genaue Gegenteil von Bärlach: jung, ehrgeizig und ein bisschen zu fixiert auf die Regeln. Man könnte sagen, er ist der Typ, der beim Monopoly immer alle Hotels kauft. Und hier fängt der ganze Spaß erst richtig an!

Denn Bärlach hat eine Theorie, so verrückt, dass sie fast schon wieder genial ist. Er glaubt, dass der Mörder nicht irgendein dahergelaufener Kleinkrimineller ist, sondern… Trommelwirbel… ein Mann namens Gastmann! Gastmann ist ein ehemaliger Häftling und Intellektueller (ja, so was gibt's auch in der Schweiz!). Bärlach und Gastmann haben eine uralte Wette laufen, die so absurd ist, dass sie wahrscheinlich nur in einem Dürrenmatt-Roman existieren kann.
Die Wette besagt, dass Bärlach Gastmann niemals für ein Verbrechen überführen kann, obwohl Gastmann quasi jedes Verbrechen begehen könnte. Klingt blöd? Ist es auch! Aber genau das macht den Reiz aus.

Was den Film so besonders macht (ausser dem Käsegeruch)
Der Richter und sein Henker ist nicht nur ein Krimi. Es ist eine philosophische Auseinandersetzung mit Schuld, Sühne, Gerechtigkeit und der Frage, ob der Zweck wirklich die Mittel heiligt. Und das alles verpackt in ner spannenden Geschichte mit ner Prise schwarzem Humor.
Der Film (und das Buch) spielen mit unseren Erwartungen. Nichts ist, wie es scheint. Jeder hat ein Geheimnis. Und am Ende fragt man sich: Wer ist hier eigentlich der Richter und wer der Henker? Ist es Bärlach, der mit allen Mitteln versucht, Gastmann zu überführen? Ist es Gastmann, der sich über das Gesetz lustig macht? Oder ist es vielleicht sogar Tschanz, der in dem ganzen Spiel eine viel größere Rolle spielt, als man denkt?
Die Atmosphäre ist düster, die Dialoge sind scharfzüngig und die Schauspieler sind einfach fantastisch. Besonders erwähnenswert ist Curt Bois als Gastmann. Er verkörpert den diabolischen Intellektuellen mit einer solchen Perfektion, dass man ihm am liebsten eine Ohrfeige geben und gleichzeitig einen Drink mit ihm nehmen würde.

Warum ihr den Film sehen solltet (auch wenn ihr Angst vor Schweizerdeutsch habt)
Okay, ich gebe zu, der Film ist nicht gerade leichte Kost. Aber er ist verdammt unterhaltsam. Und er regt zum Nachdenken an. Außerdem: Wo sonst bekommt man einen Krimi, der so clever, so verrückt und so schweizerisch ist?
Also, schnappt euch ne DVD, streamt ihn online oder leiht ihn euch in der Videothek aus (gibt es die überhaupt noch?). Und lasst euch von Der Richter und sein Henker in eine Welt entführen, in der Moral relativ, Gerechtigkeit ein Spiel und der Tod ein ziemlich guter Schachpartner ist.

Und wenn ihr am Ende des Films immer noch nicht wisst, wer der Richter und wer der Henker ist... Tja, dann habt ihr den Sinn der Sache verstanden!
PS: Achtet besonders auf die Dialoge. Dürrenmatt war ein Meister der subtilen Ironie. Und wenn ihr Schweizerdeutsch nicht versteht, keine Panik! Es gibt Untertitel. Und zur Not könnt ihr euch ja einfach vorstellen, die Charaktere sprechen in einem besonders ulkigen Akzent.
Also, ab dafür! Und lasst euch nicht vom Käsegeruch abschrecken!
