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Der Junge Im Gestreiften Pyjama Charakterisierung Gretel


Der Junge Im Gestreiften Pyjama Charakterisierung Gretel

Okay, mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal ein total falsches Urteil über jemanden gefällt, nur weil wir ihn oder sie oberflächlich beurteilt haben? Ich erinnere mich, als ich in der Schule war, gab es dieses Mädchen, Lisa. Alle dachten, sie wäre eine eingebildete Zicke, weil sie immer die neuesten Klamotten trug und so... naja, eben "perfekt" aussah. Später stellte sich heraus, dass sie supernett war und eigentlich nur unsicher. Das brachte mich irgendwie zu "Der Junge im gestreiften Pyjama" und zur Rolle von Gretel.

Gretel, die ältere Schwester: Mehr als nur ein Nazi-Girl

Gretel, Brunos ältere Schwester, ist – sagen wir mal – keine Sympathieträgerin. Zuerst einmal: Sie ist 12, fast 13, also mitten in der Pubertät. Das allein erklärt schon einiges, oder? 😉 Aber Spaß beiseite, sie ist mehr als nur das klischeehafte Nazi-Mädchen, als das sie oft dargestellt wird. Sie verkörpert eine Art tragische Naivität, die sie gleichzeitig schuldig und, auf eine verdrehte Weise, unschuldig macht.

Am Anfang des Films sehen wir, wie sie mit ihren Puppen spielt, wie ein ganz normales Mädchen. Dann kommt der Umzug nach "Out-With" (Auschwitz), und plötzlich hängt sie Poster von Hitler an die Wand und schwärmt von der "Größe" Deutschlands. Ein krasser Wandel, oder? Das ist aber genau der Punkt. Dieser Wandel ist kein Ausdruck von bösartigem Charakter, sondern eher von Anpassung. Sie will dazugehören, sie will gefallen, sie will in der neuen Umgebung ihren Platz finden.

Die Anpassung an die Ideologie

Gretel ist das perfekte Beispiel für die Indoktrination, der Kinder im Nazi-Deutschland ausgesetzt waren. Sie glaubt das, was ihr gesagt wird. Sie hat keine eigene Meinung, oder besser gesagt, sie traut sich nicht, eine eigene Meinung zu haben. Sie ist ein Spiegelbild der Propaganda, die sie täglich konsumiert. Und das ist das wirklich Erschreckende daran. Man sieht, wie leicht man junge Menschen manipulieren kann, wenn man ihnen keine Möglichkeit gibt, kritisch zu denken. Denkt mal darüber nach: Wie würden wir uns in dieser Situation verhalten? 🤔

Foto zum Film Der Junge im gestreiften Pyjama - Bild 9 auf 23
Foto zum Film Der Junge im gestreiften Pyjama - Bild 9 auf 23

Ihre Entwicklung ist auch ein bisschen... traurig. Sie versucht, erwachsen zu wirken, indem sie die Ideologie der Nazis übernimmt und sich über ihren kleinen Bruder erhebt. Sie will wichtig sein, sie will beachtet werden. Diese Unsicherheit, dieses Bedürfnis nach Anerkennung, macht sie zu einer interessanten, wenn auch unangenehmen Figur. Sie ist eben keine eindimensionale Bösewichtin.

Gretels Ignoranz und die Folgen

Ein Schlüsselelement in Gretels Charakterisierung ist ihre Ignoranz. Sie weiß (oder will nicht wissen), was wirklich vor sich geht. Sie sieht die Rauchsäulen, die aus dem Lager aufsteigen, aber sie hinterfragt es nicht wirklich. Sie ist so sehr damit beschäftigt, "deutsch" zu sein, dass sie die Augen vor der Realität verschließt. Und diese Ignoranz hat Konsequenzen, nicht nur für sie, sondern auch für Bruno, der letztendlich viel weiter denkt als sie. Wobei... vielleicht ist es am Ende gerade Gretels "Erwachsen sein wollen", dass sie blind macht.

Der Junge im gestreiften Pyjama von Mark Herman - DVD | Thalia
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Man könnte sagen, Gretel ist ein Produkt ihrer Zeit. Sie ist ein Opfer der Umstände, aber auch eine Täterin, weil sie die Augen vor dem Leid anderer verschließt. Ihre Figur wirft wichtige Fragen auf: Wie viel Schuld tragen wir, wenn wir nicht gegen Ungerechtigkeit kämpfen? Wie viel Verantwortung haben wir für die Taten derer, die uns beeinflussen? Keine einfachen Antworten, oder?

Am Ende des Films gibt es einen Moment, in dem Gretel zusammenbricht. Irgendwie merkt sie dann doch, dass etwas Furchtbares passiert ist. Vielleicht, und das ist nur eine Vermutung, hat sie zumindest einen kleinen Funken Erkenntnis. Vielleicht beginnt sie, die Dinge zu hinterfragen, die ihr beigebracht wurden. Ob das wirklich so ist, bleibt offen. Aber die Möglichkeit besteht. Und das ist das, was Gretel so faszinierend (und verstörend) macht. Sie ist eben mehr als nur das Mädchen mit den Hitler-Postern. Oder?

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