Das All Deine Wünsche In Erfüllung Gehen

Stell dir vor, du findest eine alte Lampe auf dem Flohmarkt. Nicht irgendeine Lampe, sondern so eine richtig staubige, kitschige Messinglampe. Du reibst daran, mehr aus Langeweile als aus Hoffnung, und – BOOM! – ein Dschinn erscheint. Und dieser Dschinn sagt: "Ich erfülle dir alle deine Wünsche!" Was machst du als Erstes?
Klar, die meisten denken jetzt an unendlichen Reichtum, ewige Jugend oder vielleicht an die Fähigkeit, fließend Klingonisch zu sprechen. Aber mal ehrlich, wäre das wirklich so lustig? Stell dir vor, du bist plötzlich unsterblich. Du siehst deine Freunde und Familie älter werden und sterben, während du fröhlich auf der nächsten Party abtanzt. Irgendwann wird sogar der beste DJ langweilig, oder?
Und der unendliche Reichtum? Klar, du könntest dir ein Schloss mit 30 Badezimmern kaufen. Aber wer putzt die denn alle? Und was, wenn plötzlich jeder dein bester Freund sein will, nur weil du Kohle hast? Dann lieber doch die gemütliche Zwei-Zimmer-Wohnung mit dem nervigen Nachbarn, der nachts Trompete übt. Das ist wenigstens authentisch.
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Die Tücken der Erfüllung
Das Problem mit Wünschen ist nämlich, dass sie oft anders in Erfüllung gehen, als man sich das vorstellt. Erinnerst du dich an Wunschbrunnen in Filmen? Da wirft jemand eine Münze rein und wünscht sich, berühmt zu werden. Zack! Im nächsten Moment wacht er als das neue Gesicht von "Käsefüße Deluxe" auf. Berühmt ist berühmt, oder?
Oder nehmen wir an, du wünschst dir, der oder die Angebetete würde dich lieben. Der Dschinn denkt sich: "Okay, kein Problem!" Und plötzlich ist die Person so besessen von dir, dass sie jeden Tag vor deiner Tür steht, dir Gedichte vorträgt und deine Socken sortiert. Liebe kann manchmal ganz schön erdrückend sein.

Es ist wie mit dem Lotto spielen. Viele Leute träumen vom großen Gewinn, aber Studien zeigen, dass viele Lottomillionäre unglücklicher sind als vorher. Plötzlich sind sie mit Neidern, Betrügern und familiären Streitigkeiten konfrontiert. Das Leben kann ganz schön kompliziert werden, wenn man sich nicht mehr um den nächsten Einkauf kümmern muss.
Der Charme des Unerfüllten
Vielleicht ist es ja gerade das Unvollkommene, das unser Leben so spannend macht. Die kleinen Herausforderungen, die uns fordern, die Träume, die wir noch nicht erreicht haben. Das Gefühl, etwas schaffen zu können, etwas zu erreichen, ist doch viel befriedigender als wenn uns alles in den Schoß fällt.

Ich erinnere mich an meine Oma. Die hat sich immer gewünscht, einmal in ihrem Leben nach Paris zu fahren. Sie hat es nie geschafft. Aber sie hat mir stundenlang von ihren Plänen erzählt, von den Cafés, die sie besuchen wollte, von den Bildern, die sie im Louvre sehen wollte. Diese Träume haben sie bis ins hohe Alter jung gehalten. Und wenn ich heute in Paris bin, denke ich immer an sie und daran, wie sehr sie sich gefreut hätte. Ist das nicht irgendwie schöner, als wenn sie einfach hingeflogen wäre?
Das Universum als Dschinn
Vielleicht ist das Universum ja auch so eine Art Dschinn. Es erfüllt uns ständig Wünsche, nur nicht immer so, wie wir es erwarten. Wir wünschen uns Gesundheit, und bekommen vielleicht eine Erkältung, die uns zwingt, mal einen Gang runterzuschalten und uns um uns selbst zu kümmern. Wir wünschen uns Erfolg im Job, und bekommen vielleicht eine Absage, die uns dazu bringt, neue Wege zu gehen und unsere Talente zu entdecken. Manchmal steckt in der Enttäuschung eine neue Chance.

Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, sagte Forrest Gump. Und ich sage: Das Leben ist wie ein Wunschkonzert. Manchmal bekommt man seinen Lieblingssong, manchmal aber auch einen Schlager, den man hasst. Aber auch der Schlager hat seine Berechtigung, oder?
Also, wenn du das nächste Mal eine alte Lampe findest, reibe ruhig daran. Vielleicht kommt ja doch ein Dschinn heraus. Aber überlege dir gut, was du dir wünschst. Denn manchmal ist das Unerfüllte viel schöner als das Erfüllte. Und vielleicht ist das Glück ja auch gar nicht so weit weg, wie du denkst. Vielleicht liegt es ja schon längst vor deiner Tür, in Form eines nervigen Nachbarn, einer staubigen Lampe oder einer verpassten Gelegenheit.
Denk mal drüber nach. Und jetzt, ab ins Bett! Träum was Schönes, aber nicht zu perfekt. Sonst wird's ja langweilig.
