Dankeschön Danke Sagen Für Alles

Ist es nur mir so, oder sagen wir "Dankeschön" einfach... zu oft?
Okay, bevor jetzt alle mit Mistgabeln vor meiner Tür stehen, lasst mich das erklären. Ich liebe Dankbarkeit. Wirklich. Ein ehrliches "Danke" kann einem den Tag versüßen.
Aber ist es nicht so, dass wir manchmal automatisch danke sagen? Wie ein Reflex? "Hier ist Ihr Kaffee." - "Dankeschön!" (Obwohl es eigentlich ihr Job ist, mir den Kaffee zu geben).
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Und dann gibt es die Steigerung: "Dankeschön für alles!" Oh je. Wofür genau alles? Haben die mir ein Haus gebaut? Meine Katze gerettet? Den Weltfrieden erreicht?
Vielleicht. Aber meistens eben nicht.
Der "Danke"-Overkill
Neulich im Supermarkt. Ich zahle. "Hier ist Ihre Tüte." - "Dankeschön!" (Obwohl ich die Tüte selbst genommen habe). "Hier ist Ihr Bon." - "Dankeschön!" (Obwohl der Bon wahrscheinlich eh direkt im Müll landet).

Ist das unhöflich? Vielleicht. Aber ist es nicht auch ein bisschen... übertrieben? Sagen wir nicht "Danke" zu oft, sodass es seine Bedeutung verliert?
Ich meine, stell dir vor, du rettest jemanden aus einem brennenden Haus. Und er sagt nur: "Dankeschön!" Ein bisschen underwhelmed, oder?
Ich will nicht undankbar klingen. Ganz im Gegenteil! Ich finde, ein echtes "Danke" ist Gold wert. Wenn jemand wirklich etwas Nettes tut, etwas, das über das Normale hinausgeht, dann will ich mein tiefstes "Dankeschön" auspacken.

Aber dieses inflationäre "Dankeschön, dankeschön, dankeschön" überall... es stumpft ab.
Die Kunst des Weniger-ist-Mehr
Vielleicht sollten wir uns alle ein bisschen mehr auf die Qualität unseres "Danke" konzentrieren, anstatt auf die Quantität. Ein ehrliches Lächeln. Ein kurzer Augenkontakt. Vielleicht sogar ein kleines Trinkgeld (wenn angebracht).
Oder, noch radikaler: einfach mal nichts sagen. Eine Geste der Anerkennung. Ein Nicken. Manchmal sagt das mehr als tausend "Dankeschöns".

Ich weiß, ich weiß. Das klingt ketzerisch. Aber ich kann nicht der Einzige sein, der sich manchmal fragt, ob dieses ständige "Dankeschön" nicht eher eine soziale Automatik ist, als ein Ausdruck echter Dankbarkeit.
"Danke ist eine Währung. Und wie jede Währung kann sie entwertet werden." - Ein sehr weiser Mensch (wahrscheinlich erfunden).
Und was ist mit "Danke sagen"? Sagen wir das nicht auch zu oft? Sollen wir nicht einfach danken?
Vielleicht sollten wir uns das nächste Mal, wenn wir in Versuchung geraten, reflexartig "Dankeschön" zu murmeln, einen Moment Zeit nehmen und überlegen: Ist das wirklich angebracht? Oder gibt es eine bessere Art, meine Anerkennung zu zeigen?

Vielleicht ist die Lösung ja nicht, weniger dankbar zu sein, sondern achtsamer dankbar zu sein.
Und jetzt, entschuldigt mich. Ich muss meiner Katze dafür danken, dass sie existiert. (Dankeschön!).
Nein, war nur ein Scherz. Ich gebe ihr einfach ein paar extra Streicheleinheiten. Das versteht sie besser.
Was denkt ihr? Bin ich komplett verrückt? Oder habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass wir im "Dankeschön"-Overload leben?
