Charaktere Die Verlorene Ehre Der Katharina Blum

Okay, Leute, stellt euch vor: Wir sitzen hier im Café, Cappuccino dampft, und ich erzähl euch eine Story. Eine Story aus Deutschland, die so richtig schön absurd ist. Es geht um Heinrich Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" – und die ganzen verrückten Charaktere, die da mitmischen. Achtung, es wird bissig!
Katharina Blum: Unschuldslamm oder Femme Fatale?
Katharina, unsere Hauptfigur, ist erstmal eigentlich total normal. Sie ist eine ordentliche Haushälterin, fleißig, unauffällig. Aber dann – bäm! – verliebt sie sich Hals über Kopf in einen Typen namens Ludwig Götten. Und das ist so ziemlich der größte Fehler ihres Lebens. Denn Ludwig ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein gesuchter Schwerverbrecher. Ups!
Katharina wird plötzlich zur Zielscheibe. Die Boulevardpresse, allen voran die fiktive Zeitung "DIE ZEITUNG" (ja, sehr subtil, Herr Böll!), stürzt sich wie Geier auf sie. Sie wird als "Komplizin", "Geliebte des Terroristen" und was weiß ich noch alles dargestellt. Ihre Ehre? Komplett im Eimer. Und das nur, weil sie einen Typen kennengelernt hat, der vielleicht nicht ganz so sauber war wie ein frisch geputztes Fenster.
Must Read
Merke: Such dir deine Dates gut aus. Sonst landest du in der Zeitung – und nicht im positiven Sinne!
Alois Sträubleder: Der Journalistische Schleimbeutel
Apropos "DIE ZEITUNG": Da gibt es diesen Journalisten namens Alois Sträubleder. Ein Name wie eine Mischung aus "Sträfling" und "Schleimbeutel". Und genau das ist er auch! Er ist der Inbegriff des sensationslüsternen, skrupellosen Journalisten. Er erfindet Zitate, verdreht Tatsachen, lügt, dass sich die Balken biegen – alles für die Schlagzeile.

Stell dir vor, Sträubleder würde über dein Leben berichten. Wahrscheinlich wärst du dann der heimliche Drahtzieher einer internationalen Verschwörung, der außerdem noch Katzenbabys tritt. So ungefähr läuft das bei dem. Er ist die Karikatur des schlechten Journalismus, eine lebende Mahnung, dass man nicht alles glauben sollte, was in der Zeitung steht.
Kommissar Beizmenne: Der Beamte mit den Bauchschmerzen
Dann haben wir Kommissar Beizmenne. Der arme Kerl ist eigentlich nur ein Beamter, der seinen Job machen will. Aber er wird in diesen ganzen Zirkus hineingezogen und fühlt sich sichtlich unwohl dabei. Er hat moralische Bedenken, kriegt Bauchschmerzen von dem ganzen Druck und versucht irgendwie, die Wahrheit herauszufinden, ohne dabei Katharina komplett zu zerstören.
Beizmenne ist so ein bisschen der einzige Lichtblick in diesem dunklen Drama. Er ist der sympathische, aber auch irgendwie hilflose Beamte, der zwischen den Fronten steht. Man möchte ihn am liebsten in den Arm nehmen und ihm eine Aspirin geben.

Ludwig Götten: Der Mann für eine Nacht (und viele Probleme)
Ludwig Götten, der Auslöser des ganzen Schlamassels! Ein gesuchter Schwerverbrecher, der sich in Katharina verliebt (oder zumindest so tut). Er ist der klassische Bad Boy, der kurzzeitig für Aufregung sorgt, aber langfristig nur Chaos hinterlässt. Man erfährt relativ wenig über ihn, was ihn noch mysteriöser (und gefährlicher) macht. Er ist quasi der Prototyp des Mannes, vor dem deine Mutter dich immer gewarnt hat.
Und Katharina? Die fällt voll drauf rein. Aber wer kann es ihr verdenken? Manchmal verliebt man sich eben in den Falschen. Die Frage ist nur, wie man mit den Konsequenzen umgeht…

Else Woltersheim: Die beste Freundin mit dem losen Mundwerk
Nicht zu vergessen Else Woltersheim, Katharinas Freundin. Sie ist im Grunde genommen eine gute Freundin, aber sie hat leider die Angewohnheit, Dinge auszuplaudern. Und das tut sie natürlich auch im Fall Katharina. Ihre gut gemeinten, aber unbedachten Äußerungen tragen dazu bei, dass die Gerüchteküche noch mehr brodelt.
Else ist der Beweis: Auch die beste Freundin kann unbeabsichtigt zum Problem werden. Also immer schön aufpassen, wem du was erzählst!
Das Fazit: Ein Lehrstück über Ehre und Medien
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist mehr als nur eine Krimigeschichte. Es ist eine bittere Abrechnung mit dem Boulevardjournalismus, eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Ehre und eine Warnung vor der Macht der öffentlichen Meinung. Und das alles verpackt in eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit unvergesslichen Charakteren. Also, wenn ihr mal wieder ein Buch lesen wollt, das euch zum Nachdenken bringt (und gleichzeitig amüsiert), dann greift zu Bölls Meisterwerk. Aber passt auf, wem ihr danach von euren Leseerlebnissen erzählt – sonst landet ihr noch selbst in der Zeitung!
