Cat In The Rain Hemingway

Katze im Regen: Mehr als nur ein nasser Stubentiger
Manchmal, da stolpert man über eine Geschichte, die so unscheinbar wirkt wie eine verregnete Gasse in einem italienischen Küstenort. So eine Geschichte ist Ernest Hemingways "Cat in the Rain". Auf den ersten Blick geht es darum, dass eine amerikanische Touristin, George's Frau, eben diese Katze im Regen sieht und sie unbedingt retten will. Klingt banal? Ist es aber nicht! Denn unter der nassen Oberfläche brodelt es.
Stellt euch das vor: Ein gelangweiltes amerikanisches Paar, George und seine Frau, hocken in einem Hotelzimmer in Italien fest. Es regnet in Strömen, und draußen unter dem Tisch eines Cafés kauert ein kleines Kätzchen, das sich vor dem Regen duckt. George liest. Seine Frau, nennen wir sie einfach Frau, wird unruhig. Sie sieht die Katze. Und plötzlich erwacht in ihr etwas. Sie will die Katze. Nicht einfach nur so, sondern unbedingt.
Und hier beginnt der Spaß. Denn was treibt diese Frau wirklich an? Ist es nur die Tierliebe? Oder steckt da mehr dahinter? Viele Leser vermuten, dass die Katze symbolisch für etwas anderes steht, für etwas, das Frau in ihrem Leben vermisst. Vielleicht für ein Kind? Für Aufmerksamkeit? Für etwas, das ihr Mann George ihr nicht geben kann oder will?
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Die Art, wie sie von der Katze spricht, ist fast schon besessen. "Ich will die Katze", sagt sie immer wieder. Als ob das Kätzchen die Lösung für all ihre Probleme wäre. Es ist fast schon ein bisschen komisch, wie verbissen sie an dieser Idee festhält. Man kann sich richtig vorstellen, wie sie sich vor ihrem inneren Auge ausmalt, wie sie die kleine, nasse Katze liebevoll umsorgt und sich dadurch selbst irgendwie besser fühlt.
Der Hotelier, ein älterer Mann, scheint Frau besser zu verstehen als ihr eigener Mann. Er schickt seine Angestellte los, um die Katze für sie zu holen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer! Doch dann, die Enttäuschung: Die Katze ist weg. Was bleibt, ist nur der Regen und die Erkenntnis, dass nicht alles im Leben so einfach zu haben ist, wie man es sich wünscht.

Was die Geschichte so reizvoll macht, ist Hemingways Schreibstil. Er schreibt so knapp und präzise, dass man zwischen den Zeilen lesen muss. Er sagt nicht, was Frau wirklich fühlt, aber er gibt uns genug Hinweise, um unsere eigenen Schlüsse zu ziehen. Es ist wie ein Puzzle, das jeder Leser selbst zusammensetzen darf.
Viele Leute interpretieren die Geschichte als eine Kritik an der Ehe zwischen George und seiner Frau. Sie sind gelangweilt, unzufrieden und kommunizieren kaum miteinander. George liest, sie starrt aus dem Fenster. Die Katze wird zum Auslöser für eine Sehnsucht, die beide nicht aussprechen können.

Aber vielleicht ist es auch einfach nur die Geschichte einer Frau, die sich nach etwas Geborgenheit sehnt. Etwas Kleines, Weiches, das sie lieben und beschützen kann. In einer Welt, die ihr kalt und fremd erscheint. Und wer kann ihr das verdenken?
Das wirklich Witzige an der Geschichte ist, dass sie so klein und unscheinbar beginnt und dann so viele Fragen aufwirft. Es ist, als würde man einen winzigen Stein ins Wasser werfen und beobachten, wie sich immer größere Kreise bilden. Und das alles wegen einer kleinen, nassen Katze!

Also, das nächste Mal, wenn ihr "Cat in the Rain" lest, denkt daran: Es geht nicht nur um die Katze. Es geht um die Sehnsüchte, die Ängste und die kleinen, alltäglichen Dramen, die unser Leben ausmachen. Und vielleicht, nur vielleicht, erkennt ihr euch ja ein bisschen in Frau wieder. Wer weiß, wonach ihr euch gerade sehnt. Vielleicht ist es ja auch nur eine warme Tasse Tee. Oder eine trockene Katze.
Vergesst nicht, dass auch Ernest Hemingway selbst ein großer Katzenliebhaber war! Vielleicht hat er ja auch nur seine eigene Zuneigung zu den kleinen Fellnasen in diese Geschichte einfließen lassen. Wer weiß das schon so genau?
Und zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Angeblich hat Hemingway in seinem Haus in Kuba über 50 Katzen gehalten! Man kann sich also gut vorstellen, wie er selbst im Regen stand und versuchte, eine kleine Katze zu retten. Vielleicht hat er ja auch seine eigene "Cat in the Rain" erlebt. Eine amüsante Vorstellung, oder?
