Okay, Leute, schnallt euch an! Wir tauchen ein in ein Stück Theatergeschichte, das so richtig knallt: Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt. Keine Angst, wir machen’s locker flockig, versprochen!
Stellt euch vor, ihr lebt in Güllen. Güllen ist…naja, sagen wir mal so: Güllen ist pleite. So richtig. Die Luft ist stickig, die Fabriken sind geschlossen, und die Leute ziehen lange Gesichter. Das einzige, was noch glänzt, ist die Hoffnung, dass sich vielleicht irgendwann irgendwas ändert. Und dann – BÄM! – kommt Claire Zachanassian zurück.
Claire kommt zurück: Eine Milliarde für Güllen!
Claire war mal ein Mädchen aus Güllen, jetzt ist sie eine superreiche Witwe, die es zu etwas gebracht hat. Sie reist mit allem Pipapo an: Butler, Sarg, Panther (ja, wirklich!) und einem Angebot, das Güllen nicht ablehnen kann. Eine Milliarde! Unfassbar! Güllen wird wieder aufblühen, die Schulden sind weg, und alle können wieder in Saus und Braus leben. Aber… es gibt einen Haken. Und was für einen!
Der Haken ist Alfred Ill. Alfred war Claires Jugendliebe. Und er hat sie sitzen lassen – und das nicht gerade auf die feine Art. Er hat sie geschwängert und dann geleugnet, der Vater zu sein. Das Ergebnis: Claire musste Güllen verlassen, wurde zur Prostituierten und hat schließlich einen reichen Mann nach dem anderen geheiratet, bis sie steinreich war. Ihr Angebot: Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet.
Moral oder Mammon? Die Güllener vor der Wahl
Jetzt wird's spannend! Was machen die Güllener? Zuerst sind sie schockiert. "Morden? Um Gottes Willen, nein! Das machen wir nicht!" Sie schwingen große Reden über Moral und Anstand. Aber… langsam, ganz langsam, sickert der Gedanke ein. Die neuen Schuhe, die sie sich leisten könnten. Die schicken Häuser, die sie bauen könnten. Die Arbeitsplätze, die wieder entstehen würden.
Der Besuch der alten Dame (1959) (DVD) – jpc.de
Und wisst ihr was? Sie fangen an, auf Kredit zu kaufen. Sie wissen ja, dass das Geld bald da ist. Sie bestellen teure Steaks im Restaurant und machen sich einen Spaß daraus, Alfred Ill dafür zahlen zu lassen. Die Stimmung kippt. Es ist, als ob ein schleichendes Gift in die Stadt eingedrungen wäre. Aus freundlichen Nachbarn werden gierige Geier, die nur noch auf den großen Zahltag warten.
Alfred Ill merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt. Er versucht zu fliehen, aber niemand hilft ihm. Alle wissen, was passieren wird, und alle lassen es geschehen. Er ist zum Tode verurteilt, nicht durch einen Gerichtsbeschluss, sondern durch die Gier einer ganzen Stadt.
CD-Präsentation: DER BESUCH DER ALTEN DAME
Am Ende wird Alfred Ill von den Güllenern getötet. Es wird als Unfall inszeniert, natürlich. Aber jeder weiß die Wahrheit. Und Claire Zachanassian bekommt ihren Willen. Sie zahlt die Milliarde, und Güllen ist gerettet – aber zu welchem Preis?
"Die Welt machte mich zur Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell." - Claire Zachanassian
Der Besuch der alten Dame (2008) – Filmer – Film . nu
Besuch der alten Dame ist eine bittere Pille. Es ist eine Geschichte über Rache, über Moral, über Gier und darüber, wie leicht Menschen zu beeinflussen sind, wenn es um Geld geht. Es ist eine Geschichte, die einen zum Nachdenken anregt – und vielleicht auch ein bisschen zum Gruseln.
Aber hey, immerhin ist es ein spannendes Theaterstück! Und wer weiß, vielleicht erkennt man ja die eine oder andere Parallele zum eigenen Leben… (Achtung, Ironie!). Also, falls ihr mal die Gelegenheit habt, es euch anzusehen: Tut es! Es lohnt sich. Und vergesst nicht: Lieber moralisch pleite als reich und korrupt! Oder…vielleicht doch nicht? zwinker
Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Angeblich hat Dürrenmatt das Stück geschrieben, weil er selbst mal in einer ähnlichen Situation war. Ihm wurde Geld angeboten, um ein bestimmtes politisches Statement abzugeben. Er hat abgelehnt, aber die Idee für das Stück war geboren. Ob das stimmt oder nur eine Legende ist, weiß keiner so genau. Aber es passt irgendwie, oder?