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Bericht über Praktikum Im Kindergarten


Bericht über Praktikum Im Kindergarten

Mein Praktikum im Kindergarten? Ach du liebe Zeit, wo soll ich da anfangen? Ich dachte, ich wäre vorbereitet. Ich hatte schließlich schon Kinder gehütet, war Tante von sieben kleinen Wirbelwinden und konnte sogar "Alle meine Entchen" fehlerfrei pfeifen. Aber nichts, absolut gar nichts, hätte mich auf das vorbereiten können, was wirklich passiert ist.

Der erste Tag begann mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Ich dachte, ich wäre versehentlich in ein Rockkonzert für Vorschulkinder geraten. Überall wuselten kleine Menschen, die aussahen, als wären sie gerade aus einem Farbtopf gefallen – und das wahrscheinlich auch waren. Frau Müller, die Leiterin, lächelte mich an, als wäre das alles völlig normal. Ich nickte tapfer, innerlich aber flehte ich um Ohrenstöpsel.

Meine erste Aufgabe war, den Kindern beim Malen zu helfen. Klingt harmlos, oder? Falsch gedacht! Binnen fünf Minuten hatte ich blaue Farbe im Haar, rote Farbe auf der Hose und einen grünen Handabdruck im Gesicht. Ein kleiner Junge namens Timmy, der aussah wie ein Mini-Wikinger, erklärte mir feierlich, dass ich jetzt ein "Regenbogen-Mensch" sei. Ich konnte nicht widersprechen.

Dann kam die Geschichte mit dem Mittagessen. Es gab Nudeln mit Tomatensoße. Eine eigentlich sichere Sache, dachte ich. Aber nein, auch hier lauerten Überraschungen. Ein Mädchen namens Lena weigerte sich, die Nudeln zu essen, weil sie aussahen wie "Würmer". Nach einer halben Stunde Überredungskunst, inklusive dem Versprechen, dass ich ihr nachher einen ganz besonderen Aufkleber schenke, aß sie dann doch – und spuckte die Soße postwendend wieder aus. Ich lernte an diesem Tag, dass Tomatensoße eine sehr ausdrucksstarke Projektilwaffe sein kann.

Die Nachmittagsruhe war... sagen wir mal... kreativ. Ich hatte mir vorgestellt, dass 20 müde Kinder brav in ihren Betten liegen und friedlich vor sich hin schlummern. Die Realität sah anders aus. Ein Junge versuchte, aus seinem Bett zu klettern, um sich einen Keks zu stibitzen. Zwei Mädchen flüsterten sich kichernd Witze zu. Und ein kleiner Kerl namens Max sang lauthals "Bruder Jakob". Ich beschloss, die Augen zu schließen und so zu tun, als ob ich auch schlafe. Vielleicht würde die Illusion ja funktionieren.

Praktikumsbericht - Student und Arbeitsmarkt
Praktikumsbericht - Student und Arbeitsmarkt

Es gab aber auch viele wunderschöne Momente. Als Emilia mir ein selbstgemaltes Bild schenkte, auf dem ich als Superheldin abgebildet war, war ich den Tränen nahe. Als Paul, der sonst immer sehr schüchtern war, mir seine Lieblingsgeschichte vorlas, war ich einfach nur gerührt. Und als die Kinder mich am letzten Tag meines Praktikums umarmten und "Tschüss, Regenbogen-Mensch!" riefen, wusste ich, dass ich etwas ganz Besonderes erlebt hatte.

Ich habe in diesen Wochen im Kindergarten mehr gelernt als in jedem Seminar. Ich habe gelernt, geduldig zu sein, kreativ zu denken und die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen. Ich habe gelernt, dass Tomatensoße eine Gefahr darstellt, aber auch, dass eine Umarmung alles wieder gut machen kann. Und ich habe gelernt, dass Kinder die ehrlichsten und unberechenbarsten Wesen der Welt sind.

Beispiel für einen Praktikumsbericht
Beispiel für einen Praktikumsbericht

Würde ich es wieder tun? Sofort! Auch wenn ich danach wahrscheinlich wieder blaue Farbe im Haar und rote Farbe auf der Hose hätte. Aber das wäre es wert. Denn die kleinen Regenbogen-Menschen haben mir gezeigt, was wirklich wichtig ist im Leben: Lachen, Liebe und ein bisschen Chaos.

"Kinder sind wie kleine Sonnen, die auf wundersame Weise Wärme, Glück und Licht in unser Leben bringen."
Und manchmal auch Tomatensoße.

Das Praktikum in der Kita: Mit Checklisten und Kopiervorlagen : Stamer
Das Praktikum in der Kita: Mit Checklisten und Kopiervorlagen : Stamer

Das große Finale: Der Abschied

Am letzten Tag bereitete die Gruppe eine kleine Abschiedsfeier für mich vor. Sie hatten gebastelt, gemalt und sogar ein kleines Theaterstück einstudiert. Es ging um eine Prinzessin, einen Drachen und einen Regenbogen-Menschen, der alle rettete. Ich war so gerührt, dass ich kaum sprechen konnte.

Ich werde die Zeit im Kindergarten nie vergessen. Sie hat mich verändert, herausgefordert und vor allem zum Lachen gebracht. Und sie hat mir gezeigt, dass man auch als Erwachsener noch etwas von Kindern lernen kann. Nämlich die Freude am Leben, die Spontanität und die unbändige Kreativität.

Und wer weiß, vielleicht werde ich ja irgendwann selbst ein kleiner Regenbogen-Mensch – zumindest im Herzen.

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