Ballade Die Brück Am Tay

Achtung, Achtung! Eine (leicht ketzerische) Meinung zur Brück am Tay
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir alle kennen sie. Wir alle mussten sie in der Schule lernen. Die Ballade Die Brück am Tay. Theodor Fontane. Sturm, Unglück, und ein Zug voller Leute, die ins Jenseits befördert werden. Aber... darf ich etwas sagen?
Ich finde sie... leicht... überbewertet. Ja, ich hab's gesagt! Steinigt mich nicht gleich. Ich weiß, das ist fast schon Blasphemie im deutschen Literatur-Olymp. Aber hört mich an!
Es fängt doch schon an mit dem Namen. Die Brück am Tay. So poetisch! So ergreifend! Klingt wie ein Emo-Titel eines Teenie-Romans. Und dann liest man die Ballade und denkt: "Okay, eine Brücke ist kaputtgegangen. Menschen sind gestorben. Tragisch. Aber... war's das?"
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Fontane schwingt zwar gekonnt die Feder und beschreibt den Sturm mit einem Vokabular, das selbst den gestandenen Seemann seekrank machen würde. Aber die Geschichte selbst? Naja. Ein bisschen "Shit happens", nur halt im viktorianischen Schottland.
Ich meine, klar, die moralische Frage nach der Verantwortung des Brückenbauers, Sir Thomas Bouch, ist wichtig.
"TAND, TAND IST DAS GEBILD VON MENSCHENHAND!"So schön pathetisch. Aber heutzutage würde man einfach sagen: "Untersuchungskommission einberufen! Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen!"

Und dann diese ganzen Vorzeichen! Der alte Johnie Peebles, der so ein komisches Gefühl hat. Der Sturm, der sich zusammenbraut. Die Glocken, die läuten. Als ob wir nicht schon wüssten, dass etwas Schlimmes passieren wird! Spannung aufbauen ist ja gut und schön, aber das hier ist ja fast schon Folter.
Und die armen Passagiere! Sie ahnen nichts Böses, während der Zug über die Brücke rattert. Wahrscheinlich unterhalten sie sich noch über das Wetter oder den neuesten Klatsch aus der High Society. Zack! Weg! Ins eiskalte Wasser! Uff!

Versteht mich nicht falsch. Ich finde die Ballade nicht schlecht. Nur... vielleicht nicht ganz so genial, wie alle immer tun. Es gibt so viele andere tolle Balladen! Denkt nur an Erlkönig! Da ist wenigstens ein sprechendes Pferd dabei!
Oder Der Zauberlehrling! Da geht's um einen Azubi, der Mist baut und dann von seinem Meister gerettet werden muss. Das ist doch viel relatable! Jeder von uns hat doch schon mal einen Fehler gemacht, der fast in die Hose gegangen wäre.

Aber Die Brück am Tay? Das ist halt einfach eine tragische Geschichte über eine kaputte Brücke und ein paar unglückliche Menschen. Tragisch, ja. Aber auch... ein bisschen langweilig. Sorry, Fontane! Ich weiß, du würdest jetzt wahrscheinlich im Grab rotieren. Aber ich musste es einfach mal loswerden!
Vielleicht ist es auch nur, weil wir die Ballade so oft in der Schule durchgekaut haben. Jede Zeile analysiert. Jedes Symbol gedeutet. Irgendwann hat man einfach genug. So wie bei Spinat oder Mathehausaufgaben.

Also, was meint ihr? Bin ich komplett verrückt? Oder gibt es da draußen noch andere Brück am Tay-Skeptiker? Lasst es mich wissen! Vielleicht gründen wir ja eine Selbsthilfegruppe für Leute, die heimlich lieber Goethe lesen.
Aber eines muss man Fontane lassen: Er konnte wirklich gut schreiben. Auch wenn ich finde, dass er sich vielleicht ein spannenderes Thema hätte aussuchen können. Vielleicht eine Ballade über einen gestohlenen Marmeladendeckel oder so. Das wäre mal was Neues!
Und hey, wer weiß? Vielleicht werde ich in zehn Jahren total umdenken und Die Brück am Tay über alles lieben. Aber bis dahin bleibe ich dabei: Es gibt bessere Balladen da draußen. Und ich bin nicht überzeugt, dass Johnie Peebles wirklich so ein schlimmes Gefühl hatte. Vielleicht hatte er einfach nur Hunger.
