Av Knoten Reentry Tachykardie Ekg

Haben Sie jemals ein Herzrasen erlebt, das plötzlich begann und genauso plötzlich wieder aufhörte? Ein Gefühl, als würde Ihr Herz wie wild flattern, begleitet von Angst und Unbehagen? Wenn ja, dann könnten Sie eine AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT) erlebt haben. Keine Panik – es gibt wirksame Behandlungen, aber ein grundlegendes Verständnis ist der erste Schritt.
Die AVNRT ist eine der häufigsten Ursachen für plötzliches, schnelles Herzrasen, auch supraventrikuläre Tachykardie (SVT) genannt. Sie ist zwar in der Regel nicht lebensbedrohlich, kann aber Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn das Herz unkontrolliert rast, ist beängstigend. In diesem Artikel wollen wir die AVNRT verständlich machen, insbesondere im Hinblick auf die Diagnose mittels EKG.
Was passiert bei einer AVNRT?
Stellen Sie sich den AV-Knoten als eine Art "Torwächter" zwischen den Vorhöfen (Atrien) und den Kammern (Ventrikeln) Ihres Herzens vor. Er ist Teil des elektrischen Leitungssystems, das dafür sorgt, dass Ihr Herz regelmäßig und koordiniert schlägt. Bei einer AVNRT gibt es im Bereich des AV-Knotens einen "Kurzschluss" in der elektrischen Leitung. Konkret existieren im AV-Knoten oder in seiner unmittelbaren Umgebung zwei Leitungsbahnen: eine langsame und eine schnelle Bahn. Normalerweise wird nur eine dieser Bahnen genutzt.
Must Read
Bei einer AVNRT entsteht ein Reentry-Kreislauf. Ein elektrischer Impuls zirkuliert dann kontinuierlich im Kreis zwischen diesen beiden Bahnen. Dies führt dazu, dass die Vorhöfe und Kammern sehr schnell aktiviert werden, was das typische Herzrasen verursacht.
Wie wird eine AVNRT diagnostiziert? Das EKG
Die wichtigste Methode zur Diagnose einer AVNRT ist das Elektrokardiogramm (EKG). Ein EKG misst die elektrische Aktivität Ihres Herzens über die Zeit. Während einer AVNRT-Episode zeigt das EKG typische Muster, die dem Arzt helfen, die Diagnose zu stellen. Das EKG ist nicht nur im Moment der Tachykardie aufschlussreich, sondern auch im Ruhezustand kann es Hinweise geben.

Was zeigt das EKG während einer AVNRT-Episode?
- Schnelle Herzfrequenz: Die Herzfrequenz liegt typischerweise zwischen 150 und 250 Schlägen pro Minute.
- Schmale QRS-Komplexe: Da die Erregung der Ventrikel über das normale Leitungssystem erfolgt, sind die QRS-Komplexe (die die Ventrikelaktivierung darstellen) in der Regel schmal. Breite QRS-Komplexe können auf andere Arten von Tachykardien hinweisen.
- Fehlende oder retrograde P-Wellen: P-Wellen repräsentieren die Aktivierung der Vorhöfe. Bei einer AVNRT können die P-Wellen fehlen, im QRS-Komplex verborgen sein oder kurz nach dem QRS-Komplex auftreten (retrograde P-Wellen). Retrograde P-Wellen deuten darauf hin, dass die Vorhöfe von unten, d.h. vom AV-Knoten aus, aktiviert werden.
- Kurzes RP-Intervall: Das RP-Intervall ist die Zeit vom Beginn des QRS-Komplexes bis zum Beginn der P-Welle. Ein kurzes RP-Intervall (< 70 ms) ist typisch für die häufigste Form der AVNRT (slow-fast AVNRT).
Das EKG im Ruhezustand

Zwischen den Episoden von AVNRT kann das EKG normal sein. In einigen Fällen kann es jedoch Hinweise auf die Präsenz von zwei Leitungsbahnen im AV-Knotenbereich geben. Dies kann zum Beispiel in Form von subtilen Veränderungen der PQ-Zeit sichtbar werden.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Interpretation eines EKGs immer von einem Arzt erfolgen muss. Die hier gegebenen Informationen dienen lediglich der Aufklärung.

Behandlung der AVNRT
Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für die AVNRT. Die Wahl der Behandlung hängt von der Häufigkeit und Schwere der Episoden sowie von den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
- Vagale Manöver: Einfache Maßnahmen wie Valsalva-Manöver (Pressen wie beim Stuhlgang), Husten oder das Eintauchen des Gesichts in kaltes Wasser können in einigen Fällen die AVNRT beenden. Diese Manöver stimulieren den Vagusnerv, der das Herz verlangsamt.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente können die Herzfrequenz verlangsamen oder den Reentry-Kreislauf unterbrechen. Beispiele sind Adenosin, Betablocker oder Kalziumkanalblocker.
- Katheterablation: Die Katheterablation ist eine kurative Behandlungsmöglichkeit. Dabei wird über einen Katheter, der in eine Vene eingeführt wird, eine der beiden Leitungsbahnen im AV-Knotenbereich verödet (abgetragen). Dies unterbricht den Reentry-Kreislauf und verhindert zukünftige Episoden. Die Erfolgsrate der Katheterablation bei AVNRT ist sehr hoch.
"Die Katheterablation ist oft die beste Option für Patienten, die häufige oder beeinträchtigende AVNRT-Episoden haben und eine dauerhafte Lösung suchen."
Fazit
Die AVNRT kann beängstigend sein, aber mit dem richtigen Wissen und der richtigen Behandlung lässt sie sich gut in den Griff bekommen. Das EKG spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose. Wenn Sie Symptome haben, die auf eine AVNRT hindeuten, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf. Es gibt viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die Ihnen helfen können, Ihr Herz wieder in den Griff zu bekommen und Ihre Lebensqualität zu verbessern.
Denken Sie daran: Sie sind nicht allein. Viele Menschen leben mit AVNRT und führen ein erfülltes Leben.
