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Antidepressiva Absetzen Und Wieder Nehmen


Antidepressiva Absetzen Und Wieder Nehmen

Ach, das Auf und Ab! Kennen wir das nicht alle? Mal fühlt man sich wie der König der Welt, dann wieder wie der verlorene Socken in der Waschmaschine. Und manchmal, ja manchmal, tanzen auch die kleinen Pillen dieses Auf und Ab mit. Ich rede natürlich vom Absetzen und Wiedernehmen von Antidepressiva. Keine Sorge, ich halte jetzt keine medizinische Fachkonferenz. Vielmehr möchte ich von kleinen, feinen Anekdoten erzählen, die das Leben so schreibt.

Denken wir zum Beispiel an Frau Schmidt. Frau Schmidt, eine Powerfrau durch und durch, beschloss im sonnigen Frühling, dass sie die dunklen Winterwolken endgültig hinter sich gelassen hatte. "Ich bin geheilt!", verkündete sie strahlend ihrem Arzt. Der Arzt, ein weiser Mann mit dem Blick eines erfahrenen Seefahrers, nickte zwar, mahnte aber zur Vorsicht. Frau Schmidt, beflügelt von der Frühlingssonne und dem Gefühl der neu gewonnenen Freiheit, hörte nur das, was sie hören wollte. Die Pillen verschwanden in der Schublade, und das Leben fühlte sich an wie ein endloser Urlaub am Meer.

Doch dann, der Herbst kam schneller als erwartet. Mit ihm nicht nur bunte Blätter, sondern auch eine gewisse Melancholie. Die Tage wurden kürzer, die Abende länger, und Frau Schmidt fühlte sich plötzlich... leer. "Mist", dachte sie, "der Socken ist wieder in der Waschmaschine gelandet." Und so kam es, dass sie, leicht beschämt, die Schublade öffnete und die kleinen Helferlein wieder hervorholte. Der Arzt, mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, sagte nur: "Willkommen zurück. Manchmal braucht es eben einen kleinen Umweg, um den richtigen Weg zu finden."

Das Jojo-Spiel der Gefühle

Das Absetzen und Wiedernehmen, es ist wie ein Jojo-Spiel mit den eigenen Gefühlen. Hoch, runter, hoch, runter. Manchmal geht es sanft, manchmal mit einem ordentlichen Ruck. Da ist zum Beispiel Herr Müller, ein passionierter Hobbygärtner. Herr Müller hatte seine Antidepressiva eigenmächtig abgesetzt, weil er dachte, die Gartenarbeit würde ihm schon helfen. "Die Erde erdet mich!", war sein Credo. Und tatsächlich, der Sommer war ein voller Erfolg. Seine Tomaten prangten rot und saftig, seine Zucchini wuchsen wie verrückt, und Herr Müller fühlte sich wie ein König in seinem grünen Reich.

Aber dann, der erste Frost kam. Die Tomaten erfroren, die Zucchini wurden matschig, und Herr Müller, nun ja, der fühlte sich plötzlich auch ziemlich matschig. Er sass in seinem Garten, umgeben von welkem Gemüse, und dachte: "Vielleicht hätte ich doch lieber auf den Arzt hören sollen." Kurzerhand griff er zum Telefon und bestellte sich einen neuen Termin. Und als er dem Arzt von seinem Tomaten-Debakel erzählte, lachten beide Tränen. "Manchmal", sagte der Arzt, "brauchen wir eben mehr als nur grüne Daumen."

Entzug von Antidepressiva: Was beim Absetzen wichtig ist | Tages-Anzeiger
Entzug von Antidepressiva: Was beim Absetzen wichtig ist | Tages-Anzeiger

Es ist wichtig zu betonen: Das Absetzen und Wiedernehmen von Antidepressiva sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Eigenmächtiges Handeln kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Kein Grund zur Scham

Das Wichtigste ist: Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, wenn man die kleinen Helferlein wieder braucht. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich einzugestehen, dass man Unterstützung benötigt. Und manchmal, ja manchmal, ist es einfach so, dass das Leben eben nicht immer nur ein endloser Urlaub am Meer ist. Es gibt auch stürmische Tage, an denen man froh ist, einen sicheren Hafen zu haben.

Antidepressiva: Viele nehmen sie zu lang - Eppendorfer
Antidepressiva: Viele nehmen sie zu lang - Eppendorfer

Und so tanzen die kleinen Pillen weiter ihren Tanz. Mal sind sie in der Schublade versteckt, mal sind sie unsere treuen Begleiter. Aber eines ist sicher: Sie sind da, wenn wir sie brauchen. Und das ist gut zu wissen. Also, Kopf hoch, liebe Leser! Das Leben ist ein Auf und Ab, und manchmal, ja manchmal, braucht man eben ein kleines bisschen Hilfe, um wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Und das ist vollkommen okay.

Erinnern wir uns an Frau Schneider, die Bibliothekarin, die ihre Antidepressiva absetzte, um sich "wieder richtig fühlen" zu können. Nach einigen Wochen, in denen sie sich wie auf einer Achterbahn der Gefühle befand, erkannte sie, dass "richtig fühlen" nicht bedeutete, ständig euphorisch zu sein. Es bedeutete, die Bandbreite der Emotionen zu erleben, aber eben auch die Werkzeuge zu haben, um mit den schwierigen Momenten umzugehen. Sie nahm ihre Medikamente wieder und fand einen neuen Weg, mit sich selbst und ihren Gefühlen umzugehen. Sie las Bücher über Achtsamkeit und Selbstliebe und entdeckte, dass Selbstakzeptanz der Schlüssel zu einem erfüllten Leben war.

Und denken wir an Herrn Lehmann, den pensionierten Lehrer, der nach dem Tod seiner Frau in ein tiefes Loch fiel. Er begann mit Antidepressiva und fühlte sich bald besser. Nach einem Jahr beschloss er, sie abzusetzen, aber merkte schnell, dass die Trauer ihn wieder einholte. Er nahm die Medikamente wieder und suchte sich professionelle Hilfe. Er lernte, mit seiner Trauer umzugehen und fand neue Freude im Leben, indem er sich ehrenamtlich in einem Seniorenheim engagierte. Er erkannte, dass die Antidepressiva ihm geholfen hatten, aus dem tiefsten Tal herauszukommen, und dass die Therapie ihm die Werkzeuge gab, um sein Leben wieder in die Hand zu nehmen.

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