Ab Welcher Herzfrequenz Wird Es Gefährlich

Stell dir vor, du bist gerade einen Marathon gelaufen, oder vielleicht auch nur die Treppe zu deiner Wohnung hochgehetzt. Dein Herz rast! Aber wann wird dieses normale Rasen zu einem echten Problem? Dieser Artikel ist für dich, egal ob du Sportler bist, dich einfach nur für deine Gesundheit interessierst oder dich vielleicht sogar schon mal gefragt hast, ob dein Herz zu schnell schlägt. Wir erklären dir, ab welcher Herzfrequenz es gefährlich werden kann, welche Faktoren eine Rolle spielen und was du tun kannst, um dein Herz gesund zu halten.
Was ist überhaupt die Herzfrequenz?
Die Herzfrequenz, oder auch Puls, gibt an, wie oft dein Herz pro Minute schlägt. Du kannst sie ganz einfach messen, indem du zum Beispiel an deinem Handgelenk oder Hals den Puls fühlst und die Schläge 15 Sekunden lang zählst. Das Ergebnis multiplizierst du dann mit vier, und schon hast du deine Herzfrequenz in Schlägen pro Minute (bpm).
Eine normale Herzfrequenz in Ruhe liegt bei Erwachsenen in der Regel zwischen 60 und 100 bpm. Aber Achtung! "Normal" ist relativ. Für einen trainierten Ausdauersportler kann eine Ruheherzfrequenz von 50 bpm völlig normal und sogar ein Zeichen von guter Fitness sein, während sie für einen untrainierten Menschen ungewöhnlich niedrig wäre.
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Faktoren, die die Herzfrequenz beeinflussen
Viele verschiedene Faktoren können deine Herzfrequenz beeinflussen. Dazu gehören:
- Alter: Die maximale Herzfrequenz nimmt mit dem Alter ab.
- Fitnesslevel: Sportler haben oft eine niedrigere Ruheherzfrequenz.
- Stress und Angst: Stresshormone können die Herzfrequenz erhöhen.
- Körperliche Aktivität: Während des Sports steigt die Herzfrequenz natürlich an.
- Medikamente: Einige Medikamente können die Herzfrequenz beeinflussen, sowohl erhöhen als auch senken.
- Krankheiten: Bestimmte Erkrankungen, wie Schilddrüsenüberfunktion oder Herzerkrankungen, können die Herzfrequenz beeinflussen.
- Koffein und Nikotin: Diese Substanzen können die Herzfrequenz erhöhen.
- Körperposition: Im Liegen ist die Herzfrequenz oft etwas niedriger als im Stehen.
Ab wann wird eine hohe Herzfrequenz gefährlich?
Es gibt keine feste Zahl, die für jeden Menschen gilt. Die gefährliche Herzfrequenz hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Wichtig ist, zwischen einer normalen, vorübergehenden Erhöhung der Herzfrequenz (z.B. beim Sport) und einer anhaltend hohen Herzfrequenz oder einer Herzfrequenz, die aus dem Nichts kommt, zu unterscheiden.

Eine Faustregel: Die maximale Herzfrequenz kann man grob mit der Formel 220 minus Lebensalter berechnen. Wenn deine Herzfrequenz regelmäßig diesen Wert überschreitet, solltest du das unbedingt ärztlich abklären lassen. Aber Vorsicht: Diese Formel ist nur ein Richtwert! Die tatsächliche maximale Herzfrequenz kann individuell stark variieren.
Gefährlich wird es, wenn:
- Die Herzfrequenz extrem hoch ist und ohne erkennbaren Grund auftritt. Stell dir vor, du sitzt entspannt auf dem Sofa und dein Herz rast plötzlich wie nach einem Sprint. Das ist ein Warnsignal!
- Die hohe Herzfrequenz mit anderen Symptomen einhergeht. Dazu gehören:
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Atemnot
- Schwindel oder Benommenheit
- Ohnmacht
- Herzstolpern oder unregelmäßiger Herzschlag
- Übelkeit
- Die hohe Herzfrequenz anhält. Wenn dein Herz über längere Zeit (mehrere Stunden oder Tage) ungewöhnlich schnell schlägt, solltest du das ebenfalls abklären lassen.
Wichtig: Bei akuten Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht ist sofort der Notruf (112) zu wählen!

Was kann eine gefährlich hohe Herzfrequenz verursachen?
Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine gefährlich hohe Herzfrequenz. Einige der häufigsten sind:
- Herzrhythmusstörungen: Dazu gehören verschiedene Arten von Herzrasen (Tachykardien), wie z.B. Vorhofflimmern oder ventrikuläre Tachykardie.
- Herzerkrankungen: Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz können zu Herzrhythmusstörungen führen.
- Schilddrüsenüberfunktion: Eine Überfunktion der Schilddrüse kann die Herzfrequenz erhöhen.
- Angststörungen und Panikattacken: Diese können zu einer plötzlichen und starken Erhöhung der Herzfrequenz führen.
- Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann das Herz belasten und die Herzfrequenz erhöhen.
- Anämie (Blutarmut): Bei Anämie muss das Herz stärker arbeiten, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, was die Herzfrequenz erhöht.
- Fieber: Fieber erhöht den Stoffwechsel und damit auch die Herzfrequenz.
- Drogen und Medikamente: Bestimmte Drogen (z.B. Kokain, Amphetamine) und Medikamente können die Herzfrequenz erhöhen.
Was tun, wenn die Herzfrequenz zu hoch ist?
Die richtige Vorgehensweise hängt von der Ursache und den Begleitsymptomen ab. Hier sind einige allgemeine Tipps:

- Ruhe bewahren: Panik kann die Situation verschlimmern. Versuche, dich zu beruhigen und tief durchzuatmen.
- Flüssigkeit zu sich nehmen: Trinke ausreichend Wasser, um Dehydration vorzubeugen.
- Medikamente einnehmen: Wenn du Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen oder andere Erkrankungen einnimmst, nimm sie wie verordnet ein.
- Arzt aufsuchen: Wenn die hohe Herzfrequenz ohne erkennbaren Grund auftritt, mit anderen Symptomen einhergeht oder anhält, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.
- Notruf wählen: Bei akuten Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht ist sofort der Notruf (112) zu wählen!
Diagnose und Behandlung
Um die Ursache einer hohen Herzfrequenz zu finden, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Dazu gehören in der Regel:
- EKG (Elektrokardiogramm): Misst die elektrische Aktivität des Herzens und kann Herzrhythmusstörungen erkennen.
- Blutuntersuchungen: Können Hinweise auf Schilddrüsenerkrankungen, Anämie oder andere Ursachen liefern.
- Langzeit-EKG (Holter-Monitoring): Zeichnet die Herzaktivität über einen längeren Zeitraum auf, um seltene oder unregelmäßige Herzrhythmusstörungen zu erfassen.
- Echokardiographie (Herzultraschall): Untersucht die Struktur und Funktion des Herzens.
- Belastungs-EKG: Misst die Herzaktivität während körperlicher Belastung, um die Reaktion des Herzens auf Stress zu beurteilen.
Die Behandlung hängt von der Ursache der hohen Herzfrequenz ab. Mögliche Behandlungen sind:
- Medikamente: Zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenerkrankungen oder anderen zugrunde liegenden Erkrankungen.
- Katheterablation: Ein Verfahren, bei dem Herzgewebe, das Herzrhythmusstörungen verursacht, verödet wird.
- Herzschrittmacher: Ein Gerät, das den Herzschlag reguliert.
- Lebensstiländerungen: Wie z.B. Stressabbau, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Vorbeugung ist besser als Nachsorge
Es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um dein Herz gesund zu halten und einer gefährlich hohen Herzfrequenz vorzubeugen:

- Gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und übermäßigen Konsum von gesättigten und Transfetten.
- Regelmäßige Bewegung: Treibe regelmäßig Sport, um dein Herz-Kreislauf-System zu stärken. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche.
- Stressmanagement: Lerne, mit Stress umzugehen. Probiere Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen aus.
- Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann das Herz belasten. Achte auf ausreichend Schlaf (7-8 Stunden pro Nacht).
- Nicht rauchen: Rauchen schädigt das Herz und die Blutgefäße.
- Alkohol in Maßen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Herzfrequenz erhöhen und das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.
- Regelmäßige Check-ups beim Arzt: Gehe regelmäßig zum Arzt, um deine Gesundheit überprüfen zu lassen und Risikofaktoren für Herzerkrankungen frühzeitig zu erkennen.
- Koffein und Nikotin reduzieren: Diese Substanzen können die Herzfrequenz erhöhen und sollten in Maßen konsumiert werden.
Dein Herz, deine Verantwortung
Es ist wichtig, auf die Signale deines Körpers zu hören und Veränderungen ernst zu nehmen. Wenn du Bedenken bezüglich deiner Herzfrequenz hast, zögere nicht, einen Arzt aufzusuchen. Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Denk daran: Ein gesunder Lebensstil ist der Schlüssel zu einem gesunden Herzen. Mit ein paar einfachen Änderungen in deinem Alltag kannst du viel für deine Herzgesundheit tun und das Risiko für Herzrhythmusstörungen und andere Herzerkrankungen reduzieren. Also, nimm deine Herzgesundheit selbst in die Hand!
Und jetzt? Überlege dir, welche der genannten Tipps du direkt in deinen Alltag integrieren kannst. Fang mit kleinen Schritten an – vielleicht ein kurzer Spaziergang heute Abend oder ein zusätzliches Glas Wasser. Dein Herz wird es dir danken!
