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Zu Viel Insulin Gespritzt Was Tun


Zu Viel Insulin Gespritzt Was Tun

Ein Moment der Unachtsamkeit, eine falsche Dosierung – und plötzlich ist es passiert: Sie haben zu viel Insulin gespritzt. Was nun? Panik ist in dieser Situation der schlechteste Ratgeber. Dieser Artikel richtet sich an alle Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, und ihre Angehörigen. Er soll Ihnen einen klaren Handlungsleitfaden an die Hand geben, um sicher und besonnen auf eine Insulinüberdosierung zu reagieren.

Was passiert, wenn man zu viel Insulin spritzt?

Eine Überdosis Insulin führt zu einer Hypoglykämie, auch Unterzuckerung genannt. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel gefährlich sinkt. Insulin senkt den Blutzucker, und wenn zu viel Insulin im Körper ist, wird zu viel Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert. Das Gehirn benötigt jedoch Zucker, um richtig zu funktionieren. Ein Mangel an Zucker im Gehirn kann zu verschiedenen Symptomen führen, die von leicht bis lebensbedrohlich reichen.

Symptome einer Unterzuckerung

Die Symptome einer Unterzuckerung können sehr unterschiedlich sein und von Person zu Person variieren. Es ist wichtig, die eigenen Warnzeichen zu kennen und frühzeitig zu reagieren. Typische Symptome sind:

  • Leichte Symptome: Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Hungergefühl, Blässe, Kribbeln um den Mund, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, Kopfschmerzen.
  • Mittelschwere Symptome: Verwirrtheit, Sprachstörungen, Koordinationsprobleme, Sehstörungen, Aggressivität, ungewöhnliches Verhalten.
  • Schwere Symptome: Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle. Dies ist ein Notfall und erfordert sofortige medizinische Hilfe!

Was tun bei einer Insulinüberdosierung? – Der Sofortmaßnahmen-Plan

Je schneller Sie handeln, desto besser. Befolgen Sie diese Schritte:

  1. Blutzucker messen: Überprüfen Sie sofort Ihren Blutzuckerspiegel. Wenn er unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) liegt, handelt es sich um eine Unterzuckerung.
  2. Schnell wirkende Kohlenhydrate zuführen: Essen oder trinken Sie sofort etwas, das den Blutzucker schnell ansteigen lässt. Geeignet sind:
    • Traubenzucker (Dextrose)
    • Zuckerhaltige Getränke (z.B. Limonade, Saft – aber keine Light-Produkte!)
    • Honig
    • Zuckerwürfel
    Wichtig: Vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel wie Schokolade oder Nüsse, da diese die Aufnahme von Zucker verzögern.
  3. Regelmäßige Blutzuckerkontrolle: Messen Sie Ihren Blutzucker alle 15-20 Minuten erneut, um sicherzustellen, dass er ansteigt und stabil bleibt.
  4. Langsam wirkende Kohlenhydrate nachlegen: Sobald sich Ihr Blutzucker stabilisiert hat (über 70 mg/dl bzw. 3,9 mmol/l), essen Sie eine Portion langsam wirkender Kohlenhydrate, um ein erneutes Absinken des Blutzuckers zu verhindern. Geeignet sind:
    • Brot
    • Obst
    • Joghurt
  5. Beobachten: Bleiben Sie aufmerksam und achten Sie auf erneute Anzeichen einer Unterzuckerung.

Wann muss der Notruf gewählt werden?

In folgenden Situationen ist es unerlässlich, sofort den Notruf (112) zu wählen:

Typ-2-Diabetes: So klappt es mit Insulin | Apotheken Umschau
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  • Bei Bewusstlosigkeit.
  • Bei Krampfanfällen.
  • Wenn die Person nicht in der Lage ist, selbstständig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen.
  • Wenn sich der Zustand trotz Kohlenhydratzufuhr nicht verbessert oder sich sogar verschlechtert.

Informieren Sie den Notarzt unbedingt darüber, dass es sich um eine Insulinüberdosierung handelt.

Was tun, wenn eine bewusstlose Person unterzuckert ist?

Versuchen Sie niemals, einer bewusstlosen Person etwas in den Mund zu geben! Es besteht Erstickungsgefahr. In diesem Fall ist die Gabe von Glukagon angezeigt, sofern vorhanden und Sie im Umgang damit geschult sind. Glukagon ist ein Hormon, das den Blutzucker erhöht. Es wird in der Regel als Notfallset verschrieben. Wenn Sie kein Glukagon zur Hand haben oder nicht wissen, wie man es anwendet, wählen Sie sofort den Notruf.

Schulung fr Typ 2 Diabetiker die Insulin spritzen
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Vorbeugung ist besser als Nachsorge

Eine Insulinüberdosierung lässt sich oft vermeiden. Hier sind einige Tipps:

  • Korrekte Dosierung: Überprüfen Sie Ihre Insulindosis vor jeder Injektion sorgfältig. Nutzen Sie eventuell eine Insulinpen-Schablone, um die korrekte Dosis einzustellen.
  • Regelmäßige Schulungen: Nehmen Sie an regelmäßigen Diabetesschulungen teil, um Ihr Wissen über Insulintherapie aufzufrischen.
  • Blutzuckerkontrolle: Messen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig, um Ihren Insulinbedarf besser einschätzen zu können.
  • Gespräch mit dem Arzt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Insulintherapie haben. Er kann Ihnen helfen, Ihre Therapie anzupassen.
  • Notfallset: Tragen Sie immer ein Notfallset mit Traubenzucker und eventuell Glukagon bei sich.
  • Informationen für Angehörige: Informieren Sie Ihre Familie und Freunde darüber, was zu tun ist, wenn Sie unterzuckert sind.
Denken Sie daran: Eine Insulinüberdosierung ist kein Zeichen von Versagen. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben, schnell zu handeln und die richtigen Schritte einzuleiten. Mit dem richtigen Wissen und einer guten Vorbereitung können Sie diese Situation sicher meistern.

Dieser Artikel dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

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