Yann Martel Life Of Pi

Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Life of Pi von Yann Martel. Großer Hype, viele Oscars für den Film. Aber... Hand aufs Herz: Wer fand das Ende wirklich befriedigend?
Zwei Geschichten, ein Boot, null Klarheit
Pi erzählt uns zwei Geschichten. Einmal die fantastische Version mit dem Tiger Richard Parker, der Hyäne, dem Zebra und dem Orang-Utan. Klingt nach einem schlechten Zirkusausflug, oder? Und dann die brutale, realistische Version mit den Menschen, die zu Bestien werden.
Die Idee ist ja, dass wir uns aussuchen dürfen, welche Geschichte wir glauben wollen. Welche "bessere" Geschichte. Aber mal ehrlich, ist das nicht ein bisschen faul? Wie wenn der Koch sagt: "Ich habe Ihnen entweder ein Steak oder ein leeres Brötchen gemacht. Ihre Entscheidung!" Ich will beides nicht!
Must Read
Ich weiß, ich weiß. Es geht um Glauben, um Hoffnung, um die Kraft der Imagination. Bla bla bla. Aber ich persönlich sitze dann da und denke: "Mann, ich hätte gerne einfach gewusst, was wirklich passiert ist!"
Richard Parker: War er wirklich nötig?
Richard Parker, der Bengalische Tiger. Die Ikone des Buches. Cooler Name, keine Frage. Aber... Brauchten wir ihn wirklich? War er mehr als nur ein literarisches Gerät, ein "Deus ex Machina" für zwischenmenschliche Konversationen mit sich selbst? Ich bin mir da nicht so sicher.

Stell dir vor, Pi hätte einfach mit einer Kokosnuss geredet. Wäre das weniger tiefgründig gewesen? Vielleicht sogar mehr! Kokosnüsse sind unterschätzt.
Ich meine, klar, der Tiger ist eine Metapher für Pis eigenen Überlebenswillen und seine animalische Seite. Aber irgendwie wirkt das alles ein bisschen... plakativ. Als hätte Yann Martel Angst gehabt, dass wir es sonst nicht kapieren.
Das Ende: Die große Enttäuschung
Das Ende. Oh, das Ende. Der Moment, in dem wir entscheiden sollen, welche Geschichte wahr ist. Der Moment, der das ganze Buch definieren soll. Der Moment, der mich einfach nur mit einem großen Fragezeichen zurücklässt.
Wir sollen uns also aussuchen, welche Geschichte uns "besser" gefällt? Aber das ist doch kein Wettbewerb! Ich will Wahrheit! Oder zumindest eine halbwegs plausible Erklärung. Ich bin doch nicht im Kindergarten, wo ich mir aussuchen darf, welches Märchen ich schöner finde.

Und was ist, wenn ich keine der beiden Geschichten glaube? Was, wenn ich denke, dass Pi einfach nur halluziniert hat und die ganze Zeit über ein Stück Treibholz gestreichelt hat? Bin ich dann ein schlechter Mensch?
Unpopuläre Meinung: Das Buch ist überschätzt
Okay, hier kommt's. Meine unpopuläre Meinung: Life of Pi ist ein bisschen... überschätzt. Ja, es ist schön geschrieben. Ja, es regt zum Nachdenken an. Ja, es hat einen Tiger. Aber irgendwie fehlt mir da etwas. Irgendetwas Echtes, etwas Greifbares.

Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach zu zynisch bin. Vielleicht bin ich nicht spirituell genug, um die tiefere Bedeutung des Buches zu erfassen. Aber ganz ehrlich? Ich fand das Buch ein bisschen... langweilig. Sorry, Yann Martel!
Vielleicht sollte ich es noch mal lesen. Vielleicht werde ich dann erleuchtet. Oder vielleicht bleibe ich einfach dabei, Kokosnüsse anzustarren und mich zu fragen, was die mir zu erzählen hätten.
Und jetzt bin ich gespannt: Was haltet ihr davon? Bin ich der Einzige, der das Ende ein bisschen... blöd fand?
