Wie Viele Seiten Liest Man Pro Stunde

Wie viele Seiten passen in eine Stunde? Eine kleine Lese-Odyssee
Habt ihr euch jemals gefragt, wie viele Seiten ihr eigentlich so in einer Stunde verschlingen könnt? Also, so richtig gemütlich mit einem dampfenden Tee und vielleicht sogar einem schnurrenden Kater auf dem Schoß? Ich schon! Und was ich dabei herausgefunden habe, ist teilweise echt überraschend – und manchmal auch urkomisch.
Klar, es gibt diese Leseratten unter uns, die ganze Bücher in einem Rutsch inhalieren. "Ach, ein 300-Seiten-Schmöker? Kein Problem, mach ich locker in zwei Stunden!" mögen sie prahlen. Aber sind wir mal ehrlich, das ist doch eher die Ausnahme, oder?
Die Wahrheit ist doch eher, dass es stark darauf ankommt, was wir lesen. Ein hochtrabender philosophischer Roman mit ellenlangen Sätzen? Da schaffe ich vielleicht gerade mal zehn Seiten pro Stunde, und die dann auch noch mit hochgezogenen Augenbrauen und dem Gefühl, dass mein Gehirn kurz vor der Kernschmelze steht. Bei einem locker-flockigen Krimi dagegen, bei dem jede Seite mit Spannung geladen ist, fliegen die Seiten nur so dahin. Da sind 50 Seiten oder mehr locker drin!
Must Read
"Lesen ist wie Essen: Manche Bücher sind leichte Kost für zwischendurch, andere ein mehrgängiges Menü, das man in vollen Zügen genießen sollte."
Und dann ist da noch die Sache mit der Ablenkung. Wer kennt das nicht? Man will sich eigentlich dem Buch widmen, aber dann klingelt das Handy, eine E-Mail ploppt auf, der Nachbar hämmert mal wieder und die Katze hat beschlossen, dass gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, um an der Gardine hochzuklettern. Da wird aus einer Stunde Lesevergnügen schnell eine halbe Stunde Lesen und eine halbe Stunde Ablenkung.
Ich habe mal versucht, meine Lesegeschwindigkeit zu messen – ein ziemlich albernes Unterfangen, wie sich herausstellte. Ich habe einen Timer gestellt, ein Buch aufgeschlagen und losgelesen. Am Ende der Stunde hatte ich zwar gezählt, wie viele Seiten ich geschafft hatte, aber ich hatte kaum etwas von dem Inhalt mitbekommen! Ich war so damit beschäftigt, die Zeit im Auge zu behalten, dass ich gar nicht richtig ins Buch eingetaucht bin. Das war wie Joggen mit dem Blick auf die Stoppuhr – anstrengend und wenig befriedigend.

Was ich aber gelernt habe ist, dass es gar nicht so wichtig ist, wie viele Seiten man pro Stunde liest. Viel wichtiger ist, dass man liest und dass man dabei Spaß hat. Lesen soll schließlich eine Auszeit vom Alltag sein, ein Moment der Entspannung und des Genusses. Und wenn man dabei nur fünf Seiten schafft, aber diese fünf Seiten voller Freude und Begeisterung liest, dann ist das doch viel mehr wert als 50 Seiten, die man nur überflogen hat.
Es gibt da noch einen kleinen Trick, den ich gerne anwende, um mein Lesetempo zu steigern, ohne dass es sich nach Arbeit anfühlt. Ich versuche, mich wirklich auf das Buch zu konzentrieren und alle Ablenkungen auszublenden. Das bedeutet: Handy weglegen, Fernseher ausschalten und sich einen gemütlichen Platz suchen, an dem man ungestört ist. Und wenn ich merke, dass meine Gedanken abschweifen, dann halte ich kurz inne, atme tief durch und versuche, mich wieder auf die Geschichte zu fokussieren.

Und was ist mit Hörbüchern? Zählt das auch als Lesen? Ich finde schon! Gerade wenn man unterwegs ist oder etwas erledigen muss, sind Hörbücher eine tolle Möglichkeit, trotzdem in eine andere Welt einzutauchen. Und die Lesegeschwindigkeit kann man ja ganz einfach anpassen – je nachdem, wie schnell man der Geschichte folgen möchte.
Fazit: Wie viele Seiten man pro Stunde liest, ist völlig egal. Wichtig ist nur, dass man liest, was einem gefällt und dass man dabei Freude hat. Also schnappt euch ein gutes Buch, macht es euch gemütlich und lasst euch einfach von der Geschichte mitreißen. Und wenn ihr dabei einschlaft? Na, dann war das Buch vielleicht doch nicht so spannend… oder ihr einfach nur sehr entspannt! Hauptsache, ihr hattet eine schöne Stunde. Und vielleicht ja auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste.
Und wenn ihr mal wieder vor dem Bücherregal steht und euch fragt, welches Buch ihr als nächstes lesen sollt, dann lasst euch doch einfach mal von eurem Bauchgefühl leiten. Oder fragt euren schnurrenden Kater – der hat bestimmt eine gute Empfehlung! Denn am Ende des Tages geht es beim Lesen nicht darum, möglichst viele Seiten zu schaffen, sondern darum, möglichst viele schöne Momente zu erleben.
