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Wie Viel Bewegung Im Wochenbett


Wie Viel Bewegung Im Wochenbett

Ich erinnere mich noch gut an meine eigene Wochenbettzeit. Der Plan? Netflix, endlos Tee und Babykuscheln. Die Realität? Muskelkater vom Stillen, Schweißausbrüche (hormonbedingt, versteht sich!) und ein leichtes Gefühl, als hätte ich einen Marathon absolviert, ohne auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Und dann kam meine Hebamme und meinte ganz locker: "Du kannst schon ein bisschen spazieren gehen, wenn du dich gut fühlst." Spazieren gehen? War sie verrückt? Ich konnte kaum aufstehen!

Aber genau darum geht's heute: Bewegung im Wochenbett. Ein Thema, das oft unterschätzt wird, aber so wichtig ist. Denn, mal ehrlich, wer freut sich schon über Thrombose, Verstopfung oder postnatale Depressionen? Niemand! Und Bewegung kann helfen, all dem vorzubeugen. Aber wie viel ist zu viel? Und ab wann darf man überhaupt wieder loslegen? Das klären wir jetzt.

Die goldene Regel: Hör auf deinen Körper!

Das ist der wichtigste Tipp überhaupt. Dein Körper hat gerade eine unglaubliche Leistung vollbracht. Er hat ein Baby erschaffen und auf die Welt gebracht! Das ist kein Pappenstiel. Also, tu ihm bitte den Gefallen und überfordere ihn nicht. Wenn du dich müde fühlst, ruh dich aus. Wenn es zieht oder schmerzt, nimm es langsam. Dein Körper weiß am besten, was er braucht. Und nein, das ist keine Ausrede, um den ganzen Tag auf der Couch zu liegen... zumindest nicht jeden Tag. 😉

Was bedeutet das konkret? In den ersten Tagen nach der Geburt sind sanfte Beckenbodenübungen und leichte Spaziergänge im Haus oder Garten oft schon genug. Stell dir vor, du bist eine Schnecke - langsam und bedächtig. Steigere die Aktivität dann langsam, wenn du dich wohler fühlst.

Was geht, was geht nicht?

Okay, lass uns ein paar konkrete Beispiele anschauen. Was ist erlaubt, was sollte man lieber lassen?

Bewegung Wochenbett | thenymphisnotexist
Bewegung Wochenbett | thenymphisnotexist
  • Spaziergänge: Ja, bitte! Frische Luft und sanfte Bewegung sind super für Kreislauf und Stimmung. Aber übertreibe es nicht mit der Länge und dem Tempo.
  • Beckenbodenübungen: Unbedingt! Dein Beckenboden hat Schwerstarbeit geleistet und braucht jetzt deine Aufmerksamkeit. Fang so früh wie möglich an, aber vorsichtig. Deine Hebamme kann dir die richtigen Übungen zeigen. (Und ja, es ist okay, wenn du am Anfang nichts spürst. Das kommt wieder!)
  • Leichte Dehnübungen: Auch gut, um Verspannungen zu lösen. Aber vermeide extreme Dehnungen.
  • Schwere Lasten heben: Lieber nicht! Dein Beckenboden ist noch nicht wieder stark genug. Lass dir helfen oder nutze Hilfsmittel.
  • Sportarten mit hoher Belastung (Joggen, Springen, etc.): Warte, bis dein Beckenboden wieder fit ist und du die Erlaubnis von deiner Hebamme oder deinem Arzt hast. Das kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Sei geduldig!
  • Bauchmuskeltraining: Vorsicht! Vor allem, wenn du eine Rektusdiastase hast (Bauchspalte). Sprich mit deiner Hebamme oder einem Physiotherapeuten, welche Übungen geeignet sind.

Merke: Es ist kein Wettlauf! Jeder Körper ist anders und jede Geburt verläuft anders. Vergleich dich nicht mit anderen Müttern. Konzentriere dich auf dich und deinen Körper.

Warum Bewegung so wichtig ist

Okay, wir wissen jetzt, was geht und was nicht. Aber warum ist Bewegung im Wochenbett eigentlich so wichtig? Hier ein paar gute Gründe:

Wochenbett Begleitung - Hebammenteam Innsbruck
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  • Förderung der Rückbildung: Bewegung hilft, die Gebärmutter wieder in ihre ursprüngliche Größe zu bringen und den Beckenboden zu stärken.
  • Verbesserung der Durchblutung: Bewegung beugt Thrombose vor und fördert die Heilung von Geburtsverletzungen.
  • Anregung der Verdauung: Bewegung kann Verstopfung lindern, ein häufiges Problem im Wochenbett.
  • Stimmungsaufhellung: Bewegung setzt Endorphine frei, die deine Stimmung verbessern und postnatale Depressionen vorbeugen können.
  • Stärkung des Selbstbewusstseins: Wenn du dich wieder fit und stark fühlst, fühlst du dich auch besser in deiner Haut.

Und last but not least: Bewegung kann dir helfen, wieder Energie zu tanken. Denn auch wenn es paradox klingt, Bewegung kann müde Mütter wieder auf die Beine bringen.

Fazit: Beweg dich klug!

Bewegung im Wochenbett ist wichtig, aber es kommt auf das "Wie viel" und "Wann" an. Hör auf deinen Körper, steigere die Aktivität langsam und vermeide Überanstrengung. Und wenn du unsicher bist, frag deine Hebamme oder deinen Arzt um Rat. Sie sind die Experten! Und denk dran: Du bist großartig! Du hast gerade ein Wunder vollbracht. Also, sei lieb zu dir selbst und genieße diese besondere Zeit.

Und jetzt...raus mit dir an die frische Luft! (Aber nicht zu weit. 😉)

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