Wie Tief Darf Der Untere Blutdruckwert Sein

Fühlst du dich manchmal schlapp, müde oder schwindelig, und fragst dich, ob dein Blutdruck vielleicht zu niedrig ist? Du bist nicht allein. Viele Menschen machen sich Sorgen um ihren Blutdruck, besonders den unteren Wert, den diastolischen Blutdruck. Es ist gut, informiert zu sein und auf seinen Körper zu hören. Aber ab wann ist der untere Blutdruckwert wirklich bedenklich?
Dieser Artikel soll dir helfen, diese Frage besser zu verstehen und dir ein Gefühl dafür zu geben, wann du vielleicht ärztlichen Rat suchen solltest.
Was ist der untere Blutdruckwert überhaupt?
Dein Blutdruck wird immer mit zwei Werten angegeben: dem systolischen (oberen) und dem diastolischen (unteren). Der systolische Wert misst den Druck in deinen Arterien, wenn dein Herz schlägt und Blut in den Körper pumpt. Der diastolische Wert misst den Druck in deinen Arterien, wenn dein Herz sich zwischen den Schlägen entspannt.
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Man kann sich das so vorstellen: Der systolische Wert ist wie der Druck, der beim "Starten" eines Gartenschlauchs entsteht, und der diastolische Wert ist wie der Druck, wenn das Wasser im Schlauch kurz zur Ruhe kommt, bevor es wieder losgeht.
Der untere Blutdruckwert ist also der Druck in deinen Arterien während der Entspannungsphase deines Herzens. Er ist wichtig, weil er zeigt, wie stark deine Arterien zwischen den Herzschlägen belastet werden.

Was gilt als normaler, niedriger oder hoher Blutdruck?
Laut gängiger medizinischer Richtlinien gelten folgende Werte:
- Normaler Blutdruck: Weniger als 120/80 mmHg
- Erhöhter Blutdruck: 120-129/weniger als 80 mmHg
- Hypertonie (Bluthochdruck) Stadium 1: 130-139/80-89 mmHg
- Hypertonie (Bluthochdruck) Stadium 2: 140/90 mmHg oder höher
Was aber ist mit einem zu niedrigen Blutdruck? Hier wird es etwas kniffliger.
Wie tief darf der untere Blutdruckwert sein?
Es gibt keine allgemeingültige, feste Untergrenze für den diastolischen Blutdruck, unterhalb derer er automatisch als gefährlich gilt. Oft wird ein Wert unter 60 mmHg als niedrig angesehen, aber es kommt vielmehr auf die Begleitumstände und die Symptome an.

Wichtig ist: Nicht jeder Mensch mit einem niedrigen diastolischen Blutdruck hat auch Symptome. Manche Menschen fühlen sich mit Werten unter 60 mmHg völlig wohl und leistungsfähig. Für sie ist dieser Wert einfach ihr persönlicher Normalwert.
Wenn jedoch Symptome auftreten, wie:

- Schwindel
- Benommenheit
- Ohnmachtsanfälle
- Verschwommenes Sehen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Müdigkeit
- Übelkeit
…dann sollte man den niedrigen Blutdruck unbedingt ärztlich abklären lassen. Denn dann könnte er ein Zeichen für ein zugrunde liegendes Problem sein.
Mögliche Ursachen für einen zu niedrigen diastolischen Blutdruck
Es gibt viele mögliche Ursachen für einen niedrigen Blutdruck. Einige davon sind:
- Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann das Blutvolumen verringern und den Blutdruck senken.
- Herzerkrankungen: Bestimmte Herzerkrankungen können die Fähigkeit des Herzens beeinträchtigen, ausreichend Blut zu pumpen.
- Endokrine Probleme: Erkrankungen der Schilddrüse, Nebenniere oder Bauchspeicheldrüse können den Blutdruck beeinflussen.
- Neurologische Erkrankungen: Bestimmte neurologische Erkrankungen können die Blutdruckregulation stören.
- Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Diuretika, Betablocker oder Antidepressiva, können den Blutdruck senken.
- Schwangerschaft: In der Schwangerschaft ist ein niedrigerer Blutdruck oft normal.
- Längere Bettruhe: Wenn man längere Zeit liegt, kann der Blutdruck sinken.
- Schwere Infektionen (Sepsis): Sepsis kann zu einem lebensbedrohlich niedrigen Blutdruck führen.
- Allergische Reaktionen (Anaphylaxie): Anaphylaxie kann ebenfalls einen starken Blutdruckabfall verursachen.
Was kannst du tun?
Wenn du vermutest, dass dein unterer Blutdruckwert zu niedrig ist und du Symptome hast, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursache abklären und eine geeignete Behandlung empfehlen.

Bis dahin kannst du einige Dinge ausprobieren, um deinen Blutdruck auf natürliche Weise zu erhöhen:
- Ausreichend trinken: Trinke täglich mindestens 2-3 Liter Wasser.
- Salzaufnahme erhöhen: Sprich mit deinem Arzt, ob eine moderate Erhöhung der Salzaufnahme für dich in Frage kommt.
- Regelmäßig bewegen: Regelmäßige körperliche Aktivität kann den Blutdruck stabilisieren.
- Langsam aufstehen: Stehe langsam auf, um Schwindel zu vermeiden.
- Kompressionstrümpfe tragen: Kompressionstrümpfe können helfen, das Blut in den Beinen zu halten und den Blutdruck zu erhöhen.
Wichtig: Versuche nicht, deinen Blutdruck ohne ärztlichen Rat selbst zu behandeln. Ein zu niedriger Blutdruck kann ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein, die behandelt werden muss.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein niedriger diastolischer Blutdruck ist nicht immer ein Problem. Es kommt darauf an, ob Symptome auftreten und ob eine zugrunde liegende Ursache vorliegt. Wenn du Bedenken hast, sprich mit deinem Arzt. Er kann dir helfen, die Ursache zu finden und die richtige Behandlung zu wählen.
Denk daran: Dein Wohlbefinden steht an erster Stelle. Höre auf deinen Körper und suche professionelle Hilfe, wenn du dir Sorgen machst.
