Wie Lange Bleibt Lakritz Im Körper

Lakritz, die schwarze Süßigkeit mit dem charakteristischen Geschmack, ist bei vielen beliebt. Doch was passiert eigentlich, nachdem man Lakritz gegessen hat? Wie lange bleibt Lakritz im Körper und welche Auswirkungen hat der Konsum auf unsere Gesundheit? Dieser Frage wollen wir in diesem Artikel auf den Grund gehen.
Die Inhaltsstoffe von Lakritz: Glycyrrhizin im Fokus
Der Hauptwirkstoff, der Lakritz seine besonderen Eigenschaften verleiht, ist Glycyrrhizin. Es ist ein Süßstoff, der aus der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) gewonnen wird. Glycyrrhizin ist viel süßer als Zucker und hat neben seinem süßen Geschmack auch eine Reihe von pharmakologischen Wirkungen. Es ist der Stoff, der hauptsächlich für die Auswirkungen des Lakritz-Konsums auf den Körper verantwortlich ist.
Neben Glycyrrhizin enthält Lakritz auch andere Bestandteile wie Zucker, Stärke, Gummi arabicum und Aromastoffe. Diese tragen zum Geschmack und zur Konsistenz bei, sind aber weniger relevant für die spezifischen Auswirkungen, die wir hier betrachten.
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Wie Glycyrrhizin im Körper abgebaut wird
Nach dem Verzehr von Lakritz gelangt Glycyrrhizin in den Verdauungstrakt. Dort wird es nur schlecht resorbiert. Allerdings wird Glycyrrhizin im Darm von Bakterien zu Glycyrrhetinsäure umgewandelt. Diese Glycyrrhetinsäure wird dann resorbiert und gelangt in den Blutkreislauf.
Die Glycyrrhetinsäure wird in der Leber metabolisiert. Die Abbauprodukte werden dann über die Galle und den Urin ausgeschieden. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Prozess abläuft, variiert von Person zu Person.

Die Verweildauer von Glycyrrhizin und seinen Metaboliten
Die Halbwertszeit von Glycyrrhetinsäure im Körper beträgt etwa 30 Stunden. Das bedeutet, dass nach dieser Zeit etwa die Hälfte der ursprünglich aufgenommenen Glycyrrhetinsäure abgebaut wurde. Es dauert also mehrere Tage, bis Glycyrrhizin und seine Metaboliten vollständig aus dem Körper ausgeschieden sind. Die genaue Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:
- Die Menge des konsumierten Lakritz: Je mehr Lakritz gegessen wird, desto länger dauert es, bis der Körper den Stoff abbauen kann.
- Die individuelle Stoffwechselrate: Menschen mit einem schnelleren Stoffwechsel können Glycyrrhizin schneller abbauen.
- Die Leber- und Nierenfunktion: Eine eingeschränkte Funktion dieser Organe kann den Abbau verzögern.
- Alter und Gesundheitszustand: Ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen können Glycyrrhizin langsamer abbauen.
Die Auswirkungen von Glycyrrhizin auf den Körper
Glycyrrhizin beeinflusst den Elektrolythaushalt des Körpers. Es hemmt ein Enzym, das für die Regulation von Cortisol verantwortlich ist. Dies führt zu erhöhten Cortisolspiegeln, was wiederum zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalium und einer vermehrten Rückresorption von Natrium in der Niere führt. Die Folge kann sein:

- Erhöhter Blutdruck: Durch die vermehrte Natriumretention steigt das Blutvolumen und somit der Blutdruck.
- Kaliummangel (Hypokaliämie): Der Kaliumverlust kann zu Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen und anderen Symptomen führen.
- Wassereinlagerungen (Ödeme): Die vermehrte Natriumretention kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen.
Diese Effekte sind in der Regel nur bei einem hohen und regelmäßigen Konsum von Lakritz zu beobachten. Gelegentlicher, maßvoller Konsum ist in der Regel unbedenklich. Es ist aber wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein.
Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder Kaliummangel sollten Lakritz nur in Maßen oder gar nicht konsumieren und im Zweifelsfall ihren Arzt konsultieren.
Wann sollte man auf Lakritz verzichten?
Es gibt bestimmte Personengruppen, die besonders vorsichtig mit dem Konsum von Lakritz sein sollten:

- Schwangere und Stillende: Die Auswirkungen von Glycyrrhizin auf den Fötus bzw. das Baby sind nicht vollständig geklärt. Es wird empfohlen, den Konsum während der Schwangerschaft und Stillzeit einzuschränken.
- Menschen mit Bluthochdruck: Lakritz kann den Blutdruck erhöhen und somit das Risiko für Komplikationen erhöhen.
- Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Kaliummangel kann Herzrhythmusstörungen verursachen.
- Menschen mit Nierenerkrankungen: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann den Abbau von Glycyrrhizin verzögern und die genannten Effekte verstärken.
- Menschen mit Kaliummangel: Lakritz kann den Kaliumspiegel weiter senken.
Auch bei bestimmten Medikamenten, insbesondere Diuretika (Entwässerungsmittel), kann es zu Wechselwirkungen mit Glycyrrhizin kommen. Es ist ratsam, den Arzt oder Apotheker zu konsultieren, wenn man regelmäßig Lakritz konsumiert und gleichzeitig Medikamente einnimmt.
Fazit und Empfehlungen
Lakritz bleibt aufgrund des enthaltenen Glycyrrhizins und dessen Abbauprodukten mehrere Tage im Körper. Die Abbaugeschwindigkeit und die potenziellen Auswirkungen hängen von der konsumierten Menge, dem individuellen Stoffwechsel und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Ein maßvoller Konsum ist für gesunde Menschen in der Regel unbedenklich.
Achten Sie auf Ihren Körper und reduzieren Sie den Konsum oder verzichten Sie ganz darauf, wenn Sie negative Auswirkungen feststellen. Konsultieren Sie im Zweifelsfall immer einen Arzt, besonders wenn Sie zu einer der Risikogruppen gehören oder Medikamente einnehmen. Genießen Sie Lakritz bewusst und in Maßen!
