Welcher Mindestabstand Muss Vor Einem

Also, mal ehrlich, Leute. Der Mindestabstand. Wir alle kennen ihn. Wir alle "halten" ihn (mehr oder weniger). Aber... muss er wirklich sein? Das ist die Frage aller Fragen. Und ich habe da so meine ganz persönliche, vielleicht leicht unpopuläre Meinung.
Ich meine, klar, Abstand halten, alles gut und schön. Aber wo genau fängt der "Mindest"-Abstand an? Und wo hört er auf? Ist ein Meterfünfzig wirklich magisch? Macht ein Metervierundneunzig dich sofort zum Superspreader?
Die Magie der Meter
Wir reden hier von einem Meterfünfzig. Das ist ungefähr die Länge eines kleinen Kindes, das man sich zwischen sich und seinen Gesprächspartner vorstellen soll. Oder, noch besser, die Länge eines Baguettes. Stell dir vor, du gehst einkaufen und hältst immer ein Baguette Abstand zu allen anderen. Wäre das nicht herrlich absurd?
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Und was ist, wenn ich besonders gut rieche? Sollte man mir dann nicht näher kommen dürfen? Ist das fair? Ich finde nicht!
"Abstand ist das neue Schwarz," sagte mal eine weise Person. Oder vielleicht war das auch nur meine Oma. Ich weiß es nicht mehr genau.
Abstand vs. Anstand
Vielleicht ist es ja gar nicht so sehr der Abstand, der zählt, sondern vielmehr der Anstand. Also, höflich sein, nicht husten, niessen oder sabbern. Einfach die normalen Regeln des guten Benehmens einhalten. Das ist doch viel wichtiger, oder?

Ich meine, ich kenne Leute, die halten peinlich genau Abstand, sind aber trotzdem unfreundlich und griesgrämig. Was bringt mir der Abstand, wenn ich mich trotzdem unwohl fühle? Dann lieber ein nettes Lächeln aus einem Meter Entfernung. Oder, noch besser, aus einem Meter und zehn Zentimetern, wenn es sein muss.
Und was ist mit Leuten, die man mag? Die man umarmen möchte? Soll man da wirklich das Maßband zücken und sagen: "Tut mir leid, Schatz, du bist nur ein Metervierzig groß, das geht leider nicht!"? Das wäre doch herzlos!

Die Unbeliebte Wahrheit
Hier kommt meine unpopuläre Meinung: Vielleicht ist der Mindestabstand gar nicht so wichtig, wie wir alle glauben. Vielleicht ist er nur ein Placebo, ein Gefühl der Sicherheit, das uns beruhigt. Vielleicht sollten wir uns stattdessen auf andere Dinge konzentrieren: auf Hygiene, auf Impfungen, auf gesunden Menschenverstand.
Vielleicht ist es ja auch eine Frage des Vertrauens. Vertrauen darauf, dass die Menschen um uns herum verantwortungsbewusst sind. Vertrauen darauf, dass sie sich nicht absichtlich anstecken wollen. Vertrauen darauf, dass sie nicht in unser Baguette-großes Feld eindringen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Klar, ich will hier niemanden dazu auffordern, den Mindestabstand zu ignorieren. Ich will nur mal zum Nachdenken anregen. Vielleicht sollten wir uns alle etwas entspannter zurücklehnen und uns nicht so verrückt machen lassen.
Denkt mal darüber nach. Und wenn ihr mir zustimmt, dann nickt einfach unauffällig, wenn ihr mich das nächste Mal seht. Aber haltet bitte trotzdem einen gewissen Abstand. Man weiß ja nie, wer gerade husten muss.
P.S.: Sollte ich jemals eine Umarmung brauchen, messe ich vorher natürlich nicht nach. Verstanden, Freunde?
