Weil Du Nicht Da Bist Mascha Kaleko

Okay, Leute, mal ehrlich. Wir reden hier über Gedichte. Und zwar über Mascha Kaleko. Genauer gesagt, über “Weil du nicht da bist”. Seid ihr bereit für eine kleine, vielleicht unpopuläre Meinung?
Ich weiß, ich weiß. Kaleko ist quasi Poesie-Royalty. Sie wird gefeiert. Ihre Gedichte sind tiefgründig. Sie berühren die Seele. Und "Weil du nicht da bist"... naja, ist halt da. Es existiert. Es ist ein Gedicht über Vermissen. Über die Leere, die jemand hinterlässt. Wir alle kennen das, oder?
Aber... (und jetzt kommt's!) ... findet ihr nicht auch manchmal, dass so viel "tiefe Bedeutung" ein bisschen... anstrengend ist? Ich meine, klar, Vermissen ist ein universelles Gefühl. Wir alle vermissen mal jemanden. Den Ex-Partner, die Oma, den Lieblingskaffee, den man gerade nicht hat.
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Aber dieses Gedicht… ist es nicht ein bisschen… zu viel des Guten? So viel Melancholie, so viel Schwermut. Man könnte fast meinen, die Welt geht unter, nur weil jemand kurz einkaufen ist.
Ich weiß, das ist gemein. Aber ich sage es trotzdem. Manchmal, ganz ehrlich, wünschte ich, Kaleko hätte einfach mal gesagt: "Hey, ich vermisse dich. Komm bald wieder. Bring mir 'ne Pizza mit." Das wäre doch auch ehrlich, oder?
Versteht mich nicht falsch. Ich respektiere Mascha Kaleko. Ich verstehe auch, warum ihre Gedichte so viele Menschen ansprechen. Sie fängt Gefühle ein, die jeder kennt. Nur... diese ÜBER-Gefühle, die sind manchmal ein bisschen viel für mich.

Es ist, als würde man einen Film schauen, der so traurig ist, dass man danach einfach nur noch lachen will. Aus Trotz. Aus Überforderung. Aus dem Bedürfnis, irgendwas Positives zu finden.
Und ich meine, hallo? Das Leben ist schon kompliziert genug. Müssen wir dann auch noch Gedichte lesen, die uns das Gefühl geben, wir müssten uns in einen Sarg legen und auf das Ende warten? Ich finde nicht.
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu pragmatisch. Ich lese lieber Gedichte, die mich zum Lachen bringen. Oder die mich inspirieren. Oder die mir einfach nur das Gefühl geben, dass die Welt okay ist. Auch wenn Du Nicht Da Bist, lieber Vermisster/liebe Vermisste.
Es gibt ja auch andere Gedichte. Gedichte über Katzen, die auf Sofas liegen. Gedichte über Toast, der im Toaster verbrennt. Gedichte über Socken, die in der Waschmaschine verschwinden. Sind die weniger wert, nur weil sie nicht so "tiefgründig" sind? Ich glaube nicht.

Vielleicht ist es auch das ganze Gerede über "die Tiefe von Kalekos Werk", das mich nervt. Als ob man Gedichte nicht auch einfach so genießen könnte, ohne sie komplett zu analysieren. Als ob man nicht einfach sagen könnte: "Hey, das Gedicht mag ich. Das Gedicht mag ich nicht." Ohne sich gleich rechtfertigen zu müssen.
Also, hier ist mein Geständnis: Ich bin nicht der größte Fan von "Weil du nicht da bist". Es ist mir zu traurig. Zu melancholisch. Zu... Kaleko-mäßig. Ich brauche mehr Katzen, mehr Toast, mehr verschwundene Socken.
Aber hey, vielleicht bin ich ja auch einfach nur der Einzige, der das so sieht. Was denkt ihr? Bin ich ein Kulturbanause? Ein Herzloser? Oder gibt es da draußen noch jemanden, der auch findet, dass man Vermissen auch mal mit Humor nehmen kann?

Vielleicht sollte ich ein Gedicht darüber schreiben. Über den verlorenen Humor im Angesicht der Traurigkeit. Aber wahrscheinlich würde es dann auch zu tiefgründig werden. Und dann wären wir wieder am Anfang.
Also, lasst uns einfach alle ein Eis essen. Das hilft immer. Egal, ob man jemanden vermisst oder nicht.
Und wenn Mascha Kaleko zugeschaut hätte, hätte sie vielleicht gelächelt. Vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?
Aber ich hoffe, sie hätte verstanden, dass es manchmal okay ist, einfach nur albern zu sein. Auch wenn die Welt gerade nicht perfekt ist. Auch wenn jemand fehlt.

Denn am Ende des Tages ist das Leben zu kurz, um sich ständig nur Sorgen zu machen. Oder um ständig nur Gedichte zu lesen, die einen traurig machen. Manchmal muss man einfach lachen. Und eine Pizza essen. Am besten mit jemandem, den man vermisst. Oder eben auch ohne.
So, genug gesagt. Ich gehe jetzt Eis essen. Und vielleicht schreibe ich doch noch ein Gedicht über Katzen. Oder Toast. Oder verschwundene Socken. Die Welt braucht mehr davon.
Und wenn ihr mich fragt, vielleicht sogar mehr davon als Gedichte über das Vermissen.
Vielleicht ist das nur meine Meinung. Vielleicht liege ich auch komplett falsch. Aber ich habe es jetzt gesagt. Und das ist schon mal was. Oder? 😉