Was Tun Bei Zyste Am Eierstock

Ein stechender Schmerz im Unterleib, unregelmäßige Blutungen oder ein Druckgefühl – viele Frauen kennen diese Symptome. Manchmal steckt eine Zyste am Eierstock dahinter. Doch was bedeutet das genau und was kann man dagegen tun? Dieser Artikel richtet sich an Frauen, die vermuten, eine Zyste am Eierstock zu haben, oder bei denen bereits eine diagnostiziert wurde. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und erklären, wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten.
Was ist eine Eierstockzyste?
Eine Zyste am Eierstock ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der sich auf oder in einem der beiden Eierstöcke bildet. Die meisten Zysten sind gutartig (benigne) und verschwinden von selbst. Sie entstehen oft im Rahmen des normalen Menstruationszyklus und sind als funktionelle Zysten bekannt.
Es gibt verschiedene Arten von Eierstockzysten:
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- Follikelzysten: Entstehen, wenn ein Follikel (in dem sich die Eizelle entwickelt) nicht platzt und die Eizelle freisetzt, sondern weiterwächst.
- Gelbkörperzysten (Corpus-luteum-Zysten): Bilden sich, nachdem die Eizelle freigesetzt wurde, wenn sich der Gelbkörper (der nach der Eizellenfreisetzung entsteht) mit Flüssigkeit füllt.
- Dermoidzysten (Teratome): Enthalten verschiedene Gewebearten wie Haut, Haare oder Zähne. Sie sind meist gutartig, können aber operativ entfernt werden müssen.
- Zystadenome: Entwickeln sich aus dem Oberflächengewebe des Eierstocks. Sie können flüssigkeitsgefüllt oder schleimig sein.
- Endometriome (Schokoladenzysten): Entstehen bei Endometriose, wenn sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, z.B. am Eierstock.
Symptome von Eierstockzysten
Viele Eierstockzysten verursachen keine Symptome und werden zufällig bei einer gynäkologischen Untersuchung entdeckt. Wenn Symptome auftreten, können diese sein:
- Unterleibsschmerzen (dumpf, stechend, krampfartig)
- Unregelmäßige oder starke Blutungen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Druckgefühl im Unterleib
- Häufiges Wasserlassen
- Völlegefühl oder Blähungen
- Übelkeit und Erbrechen
- Schmerzen beim Stuhlgang
Achtung: Starke, plötzlich auftretende Unterleibsschmerzen können auf eine Zystenruptur oder eine Eierstocktorsion (Verdrehung des Eierstocks) hindeuten. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen!

Diagnose von Eierstockzysten
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gynäkologische Untersuchung und einen Ultraschall (Sonographie). Der Ultraschall kann zeigen, ob eine Zyste vorhanden ist, wie groß sie ist und wie sie aussieht.
In manchen Fällen sind weitere Untersuchungen notwendig, wie zum Beispiel:
- Blutuntersuchungen: Um Tumormarker (z.B. CA-125) zu bestimmen. Diese können helfen, bösartige Veränderungen auszuschließen, sind aber nicht immer aussagekräftig.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Für eine detailliertere Darstellung des Eierstocks und zur Abklärung unklarer Befunde.
- Laparoskopie (Bauchspiegelung): Eine minimalinvasive Operation, bei der der Arzt mit einer Kamera in den Bauchraum schaut und die Zyste begutachten und ggf. entfernen kann.
Was tun bei einer Eierstockzyste? Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe der Zyste, den Symptomen, dem Alter der Patientin und der Art der Zyste.

- Beobachtung: Viele funktionelle Zysten verschwinden von selbst innerhalb von ein paar Menstruationszyklen. Der Arzt wird die Zyste in regelmäßigen Abständen mit Ultraschall kontrollieren.
- Hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Pille): Können helfen, die Bildung neuer Zysten zu verhindern.
- Schmerzmittel: Zur Linderung von Schmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.
- Operation: Bei großen Zysten, Zysten, die Symptome verursachen oder bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung, kann eine Operation notwendig sein. Die Operation kann laparoskopisch (minimalinvasiv) oder durch einen Bauchschnitt erfolgen. Ziel ist es, die Zyste zu entfernen und den Eierstock zu erhalten, wenn möglich. In manchen Fällen muss jedoch der gesamte Eierstock entfernt werden.
Wann zum Arzt?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:

- Sie Unterleibsschmerzen haben, die plötzlich auftreten oder sehr stark sind.
- Ihre Menstruationsblutungen unregelmäßig oder sehr stark sind.
- Sie andere Symptome haben, die auf eine Eierstockzyste hindeuten könnten.
- Sie bereits eine Eierstockzyste haben und die Symptome sich verschlimmern.
Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die meisten Eierstockzysten harmlos sind und von selbst verschwinden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können jedoch Komplikationen verhindern.
Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden
Es gibt einige Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden, die unterstützend eingesetzt werden können. Diese sollten jedoch immer in Absprache mit dem Arzt angewendet werden und ersetzen keine medizinische Behandlung.
- Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad können krampfartige Schmerzen lindern.
- Entspannungsübungen: Stress kann sich negativ auf den Hormonhaushalt auswirken. Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Pflanzliche Mittel: Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit pflanzlichen Mitteln wie Mönchspfeffer oder Frauenmantel. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Suchen Sie bei Beschwerden immer einen Arzt auf.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Eierstockzysten sind ein häufiges Phänomen bei Frauen. In den meisten Fällen sind sie harmlos und verschwinden von selbst. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung können jedoch Komplikationen vermeiden und Ihre Lebensqualität verbessern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden und lassen Sie sich individuell beraten.
