Was Tun Bei Umlauf Am Finger

Ein pochender Schmerz, Rötung und Schwellung am Finger – das sind typische Anzeichen für einen Umlauf. Dieser Artikel richtet sich an alle, die vermuten, einen Umlauf am Finger zu haben, oder einfach nur wissen möchten, was in so einem Fall zu tun ist. Wir erklären, was ein Umlauf ist, wie er entsteht und vor allem, welche Behandlungen helfen können, um schnell wieder schmerzfrei zu sein.
Was ist ein Umlauf am Finger?
Ein Umlauf, auch Paronychie genannt, ist eine bakterielle oder pilzbedingte Entzündung des Gewebes rund um den Nagel. Er tritt meistens am Finger, seltener am Zeh auf. Die Entzündung beginnt oft klein, kann sich aber unbehandelt ausbreiten und sehr schmerzhaft werden.
Es gibt zwei Hauptformen des Umlaufs:
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- Akuter Umlauf: Dieser entsteht plötzlich und ist meistens durch Bakterien (oft Staphylococcus aureus) verursacht.
- Chronischer Umlauf: Dieser entwickelt sich langsamer und wird oft durch Pilze (meist Candida) ausgelöst. Er tritt häufiger bei Personen auf, die ihre Hände oft in Wasser haben, z.B. Friseure oder Reinigungskräfte.
Wie entsteht ein Umlauf?
Ein Umlauf entsteht, wenn Bakterien oder Pilze durch kleine Verletzungen in die Haut eindringen. Diese Verletzungen können zum Beispiel sein:
- Nagelbettverletzungen: Durch unsachgemäßes Schneiden oder Feilen der Nägel.
- Eingewachsene Nägel: Besonders häufig bei Zehennägeln, aber auch am Finger möglich.
- Hautrisse: Kleine Risse in der Haut um den Nagel herum, z.B. durch trockene Haut oder Kälte.
- Nägelkauen: Durch das Kauen an den Nägeln können Bakterien und Pilze leichter eindringen.
Zusätzlich erhöhen bestimmte Faktoren das Risiko für einen Umlauf:

- Häufiger Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln: Dies kann die Haut austrocknen und anfälliger für Verletzungen machen.
- Diabetes: Diabetiker haben oft eine schlechtere Durchblutung und ein geschwächtes Immunsystem, was die Heilung erschwert.
- Immunschwäche: Ein geschwächtes Immunsystem kann es dem Körper erschweren, Infektionen abzuwehren.
Was tun bei einem Umlauf am Finger?
Die Behandlung eines Umlaufs hängt von der Schwere der Entzündung ab. In den meisten Fällen können Sie zunächst selbst etwas tun, um die Beschwerden zu lindern.
Hausmittel und erste Maßnahmen:
- Warme Bäder: Baden Sie den betroffenen Finger mehrmals täglich für 10-15 Minuten in warmem Wasser. Sie können dem Wasser Kamillenblüten oder Kernseife hinzufügen, um die Entzündung zu lindern.
- Desinfektion: Desinfizieren Sie die betroffene Stelle regelmäßig mit einem Antiseptikum.
- Zugsalbe: Eine Zugsalbe kann helfen, den Eiter herauszuziehen. Tragen Sie die Salbe dick auf und decken Sie den Finger mit einem Pflaster ab. Wechseln Sie das Pflaster regelmäßig.
- Schonen: Vermeiden Sie unnötige Belastung des betroffenen Fingers.
Wann zum Arzt?
Wenn sich die Beschwerden trotz der Hausmittel nicht bessern oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders in folgenden Fällen:

- Starke Schmerzen: Wenn die Schmerzen unerträglich werden.
- Eitrige Blasenbildung: Wenn sich Eiter unter dem Nagel oder in der Haut bildet.
- Ausbreitung der Entzündung: Wenn sich die Rötung und Schwellung über den Finger hinaus ausbreiten.
- Fieber: Wenn Sie Fieber bekommen.
- Vorerkrankungen: Wenn Sie an Diabetes oder einer anderen Erkrankung leiden, die das Immunsystem schwächt.
Ärztliche Behandlung:
Der Arzt kann verschiedene Behandlungen durchführen, um den Umlauf zu behandeln:
- Inzision und Drainage: Wenn sich Eiter gebildet hat, kann der Arzt die Stelle aufschneiden und den Eiter ablassen.
- Antibiotika: Bei einer bakteriellen Infektion kann der Arzt Antibiotika verschreiben.
- Antimykotika: Bei einer Pilzinfektion kann der Arzt Antimykotika in Form von Salben oder Tabletten verschreiben.
- Nagelentfernung: In schweren Fällen, insbesondere bei einem chronischen Umlauf, kann es notwendig sein, den Nagel teilweise oder vollständig zu entfernen.
Vorbeugung ist besser als Heilung
Sie können einiges tun, um einem Umlauf vorzubeugen:

- Richtige Nagelpflege: Schneiden Sie Ihre Nägel gerade ab und vermeiden Sie es, sie zu tief in den Ecken zu schneiden.
- Hautpflege: Halten Sie Ihre Haut feucht, besonders nach dem Händewaschen. Verwenden Sie eine Handcreme, um trockene Haut und Risse zu vermeiden.
- Vermeiden Sie Nagelbettverletzungen: Seien Sie vorsichtig beim Umgang mit scharfen Gegenständen.
- Tragen Sie Handschuhe: Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie mit Wasser und Reinigungsmitteln arbeiten.
- Vermeiden Sie Nägelkauen: Versuchen Sie, sich das Nägelkauen abzugewöhnen.
Wichtig: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zur allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn Sie vermuten, einen Umlauf am Finger zu haben, suchen Sie bitte einen Arzt auf, um die richtige Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Indem Sie auf Ihre Nagelpflege achten, kleine Verletzungen vermeiden und Ihre Hände schützen, können Sie das Risiko eines Umlaufs deutlich reduzieren und Ihre Finger gesund und schmerzfrei halten. Ein rechtzeitig behandelter Umlauf heilt in der Regel gut aus. Achten Sie also auf die Signale Ihres Körpers und handeln Sie entsprechend!
