Was Tun Bei Epileptischen Anfall

Haben Sie schon einmal einen epileptischen Anfall miterlebt? Vielleicht bei einem Familienmitglied, einem Freund oder sogar einem Fremden? Es ist eine beängstigende Situation, in der man sich oft hilflos fühlt. Das Wichtigste ist jedoch: Man kann helfen! Dieses Wissen kann den entscheidenden Unterschied machen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Dieser Artikel soll Ihnen das nötige Handwerkszeug geben, um in solchen Momenten richtig zu handeln.
Was ist ein epileptischer Anfall?
Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladung im Gehirn. Diese Entladung kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, von kurzen Bewusstseinsverlusten bis hin zu heftigen Krämpfen. Es ist wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Anfall nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Person Epilepsie hat. Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist.
Die Ursachen für Anfälle sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über Hirnverletzungen bis hin zu Stoffwechselstörungen. Manchmal bleibt die Ursache auch unbekannt.
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Wie erkenne ich einen epileptischen Anfall?
Die Anzeichen eines epileptischen Anfalls können stark variieren. Hier sind einige häufige Symptome:
- Bewusstseinsverlust oder -eintrübung: Die Person reagiert nicht auf Ansprache oder Berührung.
- Muskelzuckungen oder -krämpfe: Unkontrollierte, rhythmische Bewegungen von Armen, Beinen oder des gesamten Körpers.
- Starren: Ein leerer Blick, begleitet von einer Unterbrechung der Aktivität.
- Verwirrtheit: Desorientierung nach dem Anfall.
- Sturz: Plötzlicher Kontrollverlust und Sturz.
- Atembeschwerden: Schwierigkeiten beim Atmen.
- Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm: Inkontinenz.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Anfälle mit Krämpfen einhergehen. Manche Anfälle sind sehr subtil und schwer zu erkennen.

Was tun während eines epileptischen Anfalls? – Die Erste Hilfe
Hier sind die wichtigsten Schritte, die Sie unternehmen sollten, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat:
- Ruhe bewahren: Bleiben Sie ruhig und vermitteln Sie der Person und den Umstehenden Sicherheit. Panik hilft niemandem!
- Sicherheit gewährleisten: Schützen Sie die Person vor Verletzungen. Entfernen Sie scharfe oder harte Gegenstände aus der Umgebung.
- Person lagern: Legen Sie die Person vorsichtig auf den Boden und lockern Sie beengende Kleidung, insbesondere um den Hals.
- Kopf schützen: Legen Sie etwas Weiches unter den Kopf, z.B. eine Jacke oder ein Kissen.
- Nicht festhalten: Versuchen Sie nicht, die krampfenden Bewegungen zu unterdrücken. Sie können die Person dadurch verletzen.
- Nichts in den Mund stecken: Entgegen der landläufigen Meinung besteht keine Erstickungsgefahr. Das Einlegen von Gegenständen in den Mund kann zu Verletzungen führen.
- Beobachten: Achten Sie auf die Dauer des Anfalls. Ein Anfall, der länger als 5 Minuten dauert, ist ein Notfall.
- Nach dem Anfall: Sobald der Anfall vorbei ist, lagern Sie die Person in die stabile Seitenlage, um das Erbrechen zu verhindern. Bleiben Sie bei der Person und beruhigen Sie sie. Sie kann verwirrt oder desorientiert sein.
Wichtig: Notieren Sie die Dauer des Anfalls. Dies ist eine wichtige Information für den Arzt.
Wann muss der Notruf gewählt werden?
In folgenden Situationen sollten Sie unbedingt den Notruf (112) wählen:
- Der Anfall dauert länger als 5 Minuten.
- Die Person erleidet mehrere Anfälle hintereinander, ohne zwischenzeitlich das Bewusstsein wiederzuerlangen.
- Die Person hat sich während des Anfalls verletzt.
- Die Person hat Atembeschwerden nach dem Anfall.
- Die Person hat Diabetes oder ist schwanger.
- Es ist der erste Anfall der Person.
- Sie wissen nicht, ob die Person Epilepsie hat.
Auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Notruf wählen sollen, ist es besser, einmal zu viel als einmal zu wenig anzurufen.

Was tun, wenn die Person nach dem Anfall verwirrt ist?
Nach einem Anfall ist es normal, dass die Person verwirrt, desorientiert oder müde ist. Sprechen Sie ruhig und deutlich mit der Person und erklären Sie ihr, was passiert ist. Lassen Sie sie sich ausruhen und bieten Sie ihr etwas zu trinken an, wenn sie dazu in der Lage ist.
Es ist wichtig, die Person nicht zu überfordern. Geben Sie ihr Zeit, sich zu erholen. Wenn die Verwirrung anhält oder die Person ungewöhnliche Symptome zeigt, suchen Sie ärztliche Hilfe auf.

Prävention und langfristiges Management
Für Menschen mit Epilepsie ist es wichtig, ihre Erkrankung gut zu managen. Dies beinhaltet die Einnahme von Medikamenten gemäß den Anweisungen des Arztes, die Vermeidung von Auslösern (z.B. Schlafmangel, Stress, Alkohol) und regelmäßige Arztbesuche.
Auch das Tragen eines Notfallausweises oder einer Kette mit Informationen über die Epilepsie kann hilfreich sein, um im Notfall schnell die richtige Hilfe zu erhalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ruhe bewahren, Sicherheit gewährleisten, Notruf wählen, wenn nötig, und die Person nach dem Anfall unterstützen – das sind die Schlüssel zum richtigen Handeln bei einem epileptischen Anfall. Mit diesem Wissen können Sie helfen, Verletzungen zu vermeiden und der betroffenen Person beizustehen.
