Was Tun Bei Augen Verblitzt

Hast du das auch schon mal erlebt? Plötzlich siehst du blitzeartige Lichtpunkte oder Zickzacklinien vor deinen Augen, obwohl gar kein echtes Licht da ist? Das nennt man im Volksmund oft "Augenblitzen" oder "Sternchen sehen". Aber was steckt dahinter und wann solltest du dir Sorgen machen? Dieser Artikel ist für dich, wenn du dich fragst: "Was ist das eigentlich und was kann ich dagegen tun?" Wir erklären dir alles einfach und verständlich.
Was ist Augenblitzen (Photopsie)?
Der medizinische Fachbegriff für Augenblitzen ist Photopsie. Es beschreibt das Wahrnehmen von Lichteffekten, die nicht durch äußere Lichtquellen verursacht werden. Stell dir vor, du siehst kurzzeitig Sterne, Blitze oder helle Punkte – ohne dass es tatsächlich blitzt oder funkelt. Das kann ziemlich irritierend sein, oder?
Augenblitzen kann in verschiedenen Formen auftreten:
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- Blitze: Kurze, helle Blitze am Rande deines Gesichtsfeldes.
- Punkte: Kleine, helle Punkte, die schnell aufblitzen und wieder verschwinden.
- Zickzacklinien: Flackernde, gezackte Linien, die sich langsam durch dein Sichtfeld bewegen. Oft ähneln sie Hitzeflimmern.
- Sternchen: Kleine, helle Sterne, die kurz aufblitzen und dann verschwinden.
Es ist wichtig zu wissen, dass Augenblitzen keine Krankheit an sich ist, sondern ein Symptom. Es kann verschiedene Ursachen haben, die wir uns jetzt genauer ansehen.
Ursachen für Augenblitzen
Die Ursachen für Augenblitzen sind vielfältig. Oft sind sie harmlos, aber in einigen Fällen können sie auch auf ernstere Probleme hinweisen. Hier sind einige der häufigsten Gründe:
1. Glaskörperabhebung
Der Glaskörper ist eine gelartige Substanz, die den größten Teil deines Auges ausfüllt. Mit zunehmendem Alter schrumpft der Glaskörper und kann sich von der Netzhaut ablösen. Dieser Vorgang wird als Glaskörperabhebung bezeichnet. Wenn sich der Glaskörper von der Netzhaut löst, kann er an ihr ziehen und dabei Nervenzellen stimulieren. Diese Stimulation wird vom Gehirn als Lichtblitz interpretiert.
Stell dir vor, du hast ein Stück Klebefolie auf eine Fensterscheibe geklebt. Wenn du die Folie abziehst, kann es kurz knistern und kleine "Blitze" geben. Ähnlich ist es bei der Glaskörperabhebung.

Die Glaskörperabhebung ist ein normaler Alterungsprozess und tritt bei vielen Menschen auf. Meistens ist sie harmlos, aber in seltenen Fällen kann sie zu einer Netzhautablösung führen, was eine ernsthafte Bedrohung für dein Sehvermögen darstellt.
2. Netzhautprobleme
Die Netzhaut ist eine dünne Schicht von Gewebe an der Rückseite deines Auges, die für das Sehen verantwortlich ist. Verletzungen, Entzündungen oder Risse in der Netzhaut können ebenfalls zu Augenblitzen führen. Wenn die Netzhaut gereizt oder beschädigt wird, können die Nervenzellen, die für das Sehen zuständig sind, Signale an das Gehirn senden, die als Blitze wahrgenommen werden.
Eine Netzhautablösung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, um bleibende Schäden am Sehvermögen zu vermeiden.
3. Migräne mit Aura
Manche Menschen erleben vor oder während einer Migräneanfall Aura-Symptome, zu denen auch Augenblitzen gehören können. Diese Blitze können als Zickzacklinien, flimmernde Lichter oder blinde Flecken im Gesichtsfeld wahrgenommen werden. Die Aura wird durch Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Gehirns verursacht.

Wenn du regelmäßig unter Migräne mit Aura leidest, solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen, um die Migräneanfälle zu behandeln und die Symptome zu lindern.
4. Niedriger Blutdruck
Ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks kann ebenfalls zu Augenblitzen führen. Dies kann beispielsweise passieren, wenn du zu schnell aufstehst (orthostatische Hypotonie). Der niedrige Blutdruck führt dazu, dass das Gehirn und die Augen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, was zu visuellen Störungen führen kann.
5. Verletzungen
Eine direkte Verletzung des Auges oder des Kopfes kann ebenfalls Augenblitzen verursachen. Der Schlag kann die Netzhaut reizen oder beschädigen und dadurch die beschriebenen visuellen Phänomene auslösen.
6. Medikamente
In seltenen Fällen können bestimmte Medikamente als Nebenwirkung Augenblitzen verursachen. Wenn du vermutest, dass deine Medikamente dafür verantwortlich sind, solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen.
7. Andere Ursachen
Es gibt noch weitere, seltenere Ursachen für Augenblitzen, wie zum Beispiel Tumore im Auge oder im Gehirn. Diese sind jedoch sehr selten.

Wann solltest du zum Arzt gehen?
Auch wenn Augenblitzen in vielen Fällen harmlos ist, gibt es bestimmte Situationen, in denen du unbedingt einen Augenarzt aufsuchen solltest:
- Plötzliches Auftreten: Wenn die Blitze plötzlich und unerwartet auftreten.
- Zunahme der Häufigkeit: Wenn die Blitze häufiger oder intensiver werden.
- Begleitsymptome: Wenn du zusätzlich andere Symptome wie verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Auge oder Gesichtsfeldausfälle hast.
- Nach einer Verletzung: Wenn die Blitze nach einer Verletzung des Auges oder des Kopfes auftreten.
- Vorerkrankungen: Wenn du Risikofaktoren für Netzhauterkrankungen hast, wie zum Beispiel Kurzsichtigkeit, Diabetes oder eine familiäre Vorbelastung.
Warum ist ein Arztbesuch so wichtig? Der Augenarzt kann dein Auge gründlich untersuchen und die Ursache der Blitze feststellen. In einigen Fällen ist eine schnelle Behandlung erforderlich, um bleibende Schäden am Sehvermögen zu vermeiden. Insbesondere bei Verdacht auf eine Netzhautablösung ist Eile geboten!
Was passiert beim Augenarzt?
Wenn du zum Augenarzt gehst, wird er oder sie verschiedene Untersuchungen durchführen, um die Ursache für deine Augenblitze zu finden. Zu den häufigsten Untersuchungen gehören:
- Anamnese: Der Arzt wird dich nach deiner Krankengeschichte fragen, um mögliche Risikofaktoren zu identifizieren.
- Sehtest: Ein Sehtest wird durchgeführt, um deine Sehschärfe zu überprüfen.
- Augeninnendruckmessung: Der Augeninnendruck wird gemessen, um ein Glaukom (Grüner Star) auszuschließen.
- Spaltlampenuntersuchung: Mit einer speziellen Lampe (Spaltlampe) wird das Auge von vorne untersucht, um Veränderungen an der Hornhaut, Linse und anderen Strukturen zu erkennen.
- Augenhintergrunduntersuchung: Der Augenarzt wird deine Pupillen erweitern (mit Augentropfen) und den Augenhintergrund untersuchen, um die Netzhaut, den Sehnerv und die Blutgefäße zu beurteilen.
In einigen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich, wie zum Beispiel eine optische Kohärenztomographie (OCT), um detaillierte Bilder der Netzhaut zu erstellen.

Was kannst du selbst tun?
Auch wenn die Behandlung von Augenblitzen in der Regel in den Händen eines Arztes liegt, gibt es einige Dinge, die du selbst tun kannst, um die Situation zu verbessern oder zumindest zu beobachten:
- Beobachte die Symptome: Achte genau darauf, wann die Blitze auftreten, wie lange sie dauern und ob sie von anderen Symptomen begleitet werden. Notiere dir diese Informationen, um sie dem Arzt mitzuteilen.
- Ruhe bewahren: Panik hilft nicht weiter. Versuche, ruhig zu bleiben und dich nicht unnötig aufzuregen.
- Ausreichend trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und kann auch bei Augenproblemen helfen.
- Vermeide Stress: Stress kann Augenprobleme verschlimmern. Versuche, Stress abzubauen und Entspannungstechniken zu erlernen.
- Regelmäßige Pausen: Wenn du viel Zeit vor dem Computer verbringst, solltest du regelmäßig Pausen einlegen, um deine Augen zu entlasten.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist wichtig für die Gesundheit deiner Augen.
Wichtig: Diese Tipps ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Wenn du Augenblitzen hast, solltest du immer einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Augenblitzen richtet sich nach der Ursache. Hier einige Beispiele:
- Glaskörperabhebung: In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich, da die Blitze von alleine verschwinden. Wenn die Glaskörperabhebung jedoch zu einem Netzhautriss geführt hat, muss dieser sofort behandelt werden, um eine Netzhautablösung zu verhindern.
- Netzhautriss: Ein Netzhautriss kann mit Laser oder Kälte behandelt werden, um die Netzhaut zu stabilisieren und eine Ablösung zu verhindern.
- Netzhautablösung: Eine Netzhautablösung erfordert eine Operation, um die Netzhaut wieder an die Augenwand anzulegen.
- Migräne mit Aura: Die Migräne wird mit Medikamenten und anderen Therapien behandelt, um die Anfälle zu reduzieren.
- Niedriger Blutdruck: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des niedrigen Blutdrucks.
Fazit
Augenblitzen kann viele Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu ernsthaften. Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können helfen, bleibende Schäden am Sehvermögen zu vermeiden. Achte auf deine Augen und geh lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig. Deine Augengesundheit ist es wert!
Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, das Thema Augenblitzen besser zu verstehen. Wenn du weitere Fragen hast, sprich mit deinem Arzt oder Apotheker. Bleib gesund!
