Was Tun Bei Arthrose Im Handgelenk

Stell dir vor, du kannst deinen Lieblingssport nicht mehr ausüben, das Kochen wird zur Qual und selbst einfache Dinge wie das Öffnen einer Wasserflasche sind mit Schmerzen verbunden. Das könnte Arthrose im Handgelenk sein, eine Erkrankung, die viele Menschen betrifft und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Aber keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, damit umzugehen! Dieser Artikel richtet sich an dich, wenn du erste Anzeichen spürst oder bereits betroffen bist. Wir erklären dir, was Arthrose im Handgelenk ist, welche Ursachen sie hat und vor allem, was du dagegen tun kannst.
Was ist Arthrose im Handgelenk eigentlich?
Arthrose ist im Grunde eine Verschleißerscheinung der Gelenke. Genauer gesagt, betrifft sie den Knorpel, der unsere Gelenkflächen schützt. Stell dir den Knorpel wie eine Art Stoßdämpfer vor, der die Knochen vor direkter Reibung schützt. Bei Arthrose wird dieser Knorpel immer dünner und rauer, bis er im schlimmsten Fall ganz verschwindet. Das führt dann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Entzündungen im Gelenk.
Im Handgelenk gibt es viele kleine Knochen, die durch Bänder und den Knorpel zusammengehalten werden. Arthrose kann in jedem dieser Gelenke entstehen, am häufigsten betrifft sie aber das Radiokarpalgelenk (zwischen Speiche und Handwurzelknochen) oder die Gelenke innerhalb der Handwurzelknochen selbst.
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Welche Ursachen hat Arthrose im Handgelenk?
Arthrose ist oft eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Es gibt nicht die eine Ursache, sondern meist ein Zusammenspiel mehrerer Einflüsse:
- Alterungsprozess: Je älter wir werden, desto stärker nutzt sich unser Knorpel ab. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der aber nicht zwangsläufig zu Arthrose führen muss.
- Verletzungen: Brüche, Bänderrisse oder andere Verletzungen im Handgelenk können die Entstehung von Arthrose begünstigen. Auch Operationen im Handgelenk können das Risiko erhöhen. Eine Studie von Johnson et al. (2001) zeigte, dass Frakturen im Handgelenk das Risiko für Arthrose signifikant erhöhen.
- Überlastung: Wiederholte, monotone Bewegungen oder schwere körperliche Arbeit können das Handgelenk überlasten und den Knorpel schädigen. Das betrifft beispielsweise Menschen, die viel am Computer arbeiten oder Handwerker.
- Entzündliche Erkrankungen: Krankheiten wie Rheumatoide Arthritis oder Gicht können den Knorpel angreifen und zu Arthrose führen.
- Genetische Veranlagung: Arthrose kann auch in der Familie liegen. Wenn deine Eltern oder Großeltern Arthrose hatten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du auch betroffen bist.
- Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fehlstellungen im Handgelenk können zu einer ungleichmäßigen Belastung des Knorpels führen und Arthrose begünstigen.
Symptome: Woran erkenne ich Arthrose im Handgelenk?
Die Symptome von Arthrose im Handgelenk können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen: Anfangs treten die Schmerzen oft nur bei Belastung auf, später auch in Ruhe. Sie können sich dumpf, stechend oder brennend anfühlen.
- Bewegungseinschränkungen: Das Handgelenk lässt sich nicht mehr so gut bewegen wie früher. Bestimmte Bewegungen, wie z.B. das Drehen der Handfläche nach oben oder unten, können schwerfallen.
- Morgensteifigkeit: Nach dem Aufstehen ist das Handgelenk steif und unbeweglich. Diese Steifigkeit bessert sich meist im Laufe des Tages.
- Schwellung: Das Handgelenk kann geschwollen und warm sein.
- Knirschen oder Reiben: Bei Bewegung kann man ein Knirschen oder Reiben im Handgelenk spüren.
- Kraftverlust: Das Greifen von Gegenständen kann schwerfallen, weil die Kraft in der Hand nachlässt.
- Veränderungen der Gelenkform: Im fortgeschrittenen Stadium kann sich das Handgelenk verformen.
Wichtig: Nicht jedes dieser Symptome muss auftreten und die Ausprägung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Wenn du Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen im Handgelenk hast, solltest du einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.
Was tun bei Arthrose im Handgelenk? – Deine Optionen
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Arthrose im Handgelenk zu behandeln und die Symptome zu lindern. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Arthrose, deinen individuellen Bedürfnissen und deinen persönlichen Zielen.
Konservative Behandlungsmethoden:
Diese Methoden zielen darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu erhalten.

- Schmerzmittel:
Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, die Schmerzen zu lindern. Sie sollten aber nicht dauerhaft eingenommen werden, da sie Nebenwirkungen haben können. Sprich am besten mit deinem Arzt oder Apotheker darüber, welches Schmerzmittel für dich geeignet ist.
- Entzündungshemmende Medikamente:
Bei Entzündungen können auch entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Kortison eingesetzt werden. Diese Medikamente können als Tabletten, Salben oder Spritzen verabreicht werden. Auch hier gilt: Sprich mit deinem Arzt über die Risiken und Nebenwirkungen.
- Physiotherapie:
Ein Physiotherapeut kann dir spezielle Übungen zeigen, um die Beweglichkeit des Handgelenks zu verbessern, die Muskulatur zu stärken und die Schmerzen zu lindern. Durch gezielte Übungen können Fehlbelastungen korrigiert und die Gelenke stabilisiert werden. Eine Studie von Valdes et al. (2015) zeigte, dass Physiotherapie bei Arthrose im Handgelenk Schmerzen reduzieren und die Funktion verbessern kann.
- Ergotherapie:
Ein Ergotherapeut kann dir helfen, deinen Alltag so zu gestalten, dass dein Handgelenk möglichst wenig belastet wird. Er kann dir auch Hilfsmittel empfehlen, wie z.B. spezielle Bandagen oder Schienen, die das Handgelenk stabilisieren und entlasten. Ergotherapie kann dir auch Strategien vermitteln, um schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden und deine Gelenke zu schonen.
- Bandagen und Schienen:
Bandagen und Schienen können das Handgelenk stabilisieren und entlasten. Sie können helfen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Es gibt verschiedene Arten von Bandagen und Schienen, die je nach Bedarf eingesetzt werden können. Sprich am besten mit deinem Arzt oder Ergotherapeuten darüber, welche Bandage oder Schiene für dich geeignet ist.

Handgelenksarthrose - Stadien, Behandlung & Prognose - Kälte- und Wärmeanwendungen:
Kälteanwendungen können bei akuten Entzündungen helfen, Schmerzen zu lindern und Schwellungen zu reduzieren. Wärmeanwendungen können bei chronischen Schmerzen helfen, die Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu fördern. Probiere aus, was dir besser hilft.
- Injektionen:
In manchen Fällen kann der Arzt Kortison oder Hyaluronsäure direkt ins Handgelenk spritzen. Kortison kann Entzündungen lindern und Schmerzen reduzieren. Hyaluronsäure kann die Gleitfähigkeit des Gelenks verbessern und den Knorpel schützen. Diese Injektionen sind aber keine Dauerlösung und sollten nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.
- Alternative Therapien:
Einige Menschen berichten von positiven Erfahrungen mit alternativen Therapien wie Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie. Ob diese Therapien bei Arthrose im Handgelenk helfen, ist wissenschaftlich aber nicht eindeutig belegt. Wenn du alternative Therapien ausprobieren möchtest, solltest du dies mit deinem Arzt besprechen.
Operative Behandlungsmethoden:
Wenn die konservativen Behandlungsmethoden nicht mehr ausreichend helfen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Es gibt verschiedene operative Verfahren, die je nach Art und Schweregrad der Arthrose eingesetzt werden können.
- Arthroskopie:
Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird ein kleines Instrument mit einer Kamera in das Handgelenk eingeführt. Der Chirurg kann so den Zustand des Knorpels beurteilen und kleine Schäden beheben. Bei dieser minimalinvasiven Operation können z.B. freie Knorpelstücke entfernt oder entzündetes Gewebe abgetragen werden.

Arthrose im Handgelenk: Entstehung und Behandlung | Liebscher & Bracht - Arthrodese:
Bei der Arthrodese (Gelenkversteifung) werden die betroffenen Knochen miteinander verbunden, so dass das Gelenk nicht mehr beweglich ist. Das mag sich im ersten Moment schlecht anhören, kann aber die Schmerzen deutlich reduzieren und die Stabilität des Handgelenks verbessern. Eine Arthrodese wird meist dann durchgeführt, wenn die Arthrose sehr weit fortgeschritten ist und andere Behandlungsmethoden nicht mehr helfen.
- Gelenkersatz:
In seltenen Fällen kann auch ein künstliches Handgelenk eingesetzt werden. Dieser Eingriff ist aber komplex und wird nur bei sehr schweren Fällen von Arthrose in Betracht gezogen. Ein Gelenkersatz kann die Beweglichkeit des Handgelenks erhalten oder verbessern, ist aber auch mit Risiken verbunden.
Wichtig: Die Entscheidung für eine Operation sollte immer in Absprache mit deinem Arzt getroffen werden. Er kann dich über die Risiken und Vorteile der verschiedenen Operationsmethoden aufklären und dir helfen, die beste Entscheidung für deine individuelle Situation zu treffen.
Was du selbst tun kannst: Tipps für den Alltag
Neben den ärztlichen Behandlungen gibt es viele Dinge, die du selbst tun kannst, um deine Beschwerden zu lindern und den Verlauf der Arthrose positiv zu beeinflussen:
- Achte auf eine gesunde Ernährung:
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Omega-3-Fettsäuren, die z.B. in Fisch oder Leinöl enthalten sind, haben ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften. Versuche, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel zu vermeiden.

Handgelenksarthrose | KSW Kantonsspital Winterthur - Bewegung ist wichtig:
Auch wenn es schwerfällt, solltest du dein Handgelenk nicht schonen. Leichte Bewegungsübungen können helfen, die Beweglichkeit zu erhalten und die Muskulatur zu stärken. Sprich mit deinem Physiotherapeuten über geeignete Übungen.
- Vermeide Überlastung:
Versuche, monotone Bewegungen und schwere körperliche Arbeit zu vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, solltest du regelmäßig Pausen einlegen und dein Handgelenk entlasten.
- Achte auf dein Gewicht:
Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Eine Gewichtsreduktion kann daher helfen, die Schmerzen zu lindern.
- Benutze Hilfsmittel:
Im Alltag gibt es viele Hilfsmittel, die dir das Leben erleichtern können. Zum Beispiel spezielle Öffner für Flaschen und Gläser, ergonomische Computermaus oder eine Bandage, die das Handgelenk stabilisiert.
- Stress vermeiden:
Stress kann Entzündungen im Körper verstärken. Versuche, Stress abzubauen und für ausreichend Entspannung zu sorgen. Yoga, Meditation oder Spaziergänge in der Natur können helfen.
Fazit: Du bist nicht allein!
Arthrose im Handgelenk kann sehr belastend sein, aber es gibt viele Möglichkeiten, damit umzugehen. Wichtig ist, dass du dich nicht entmutigen lässt und aktiv an deiner Behandlung mitwirkst. Sprich mit deinem Arzt über deine Beschwerden und lass dich beraten, welche Behandlungsmethoden für dich geeignet sind. Denke daran, dass du nicht allein bist. Viele Menschen sind von Arthrose betroffen und es gibt viele Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten. Mit der richtigen Behandlung und einem positiven Lebensstil kannst du deine Lebensqualität deutlich verbessern. Die Informationen in diesem Artikel sollen dir helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und aktiv etwas für deine Gesundheit zu tun. Bleib aktiv und positiv!
