Warum Niesen Wir Bei Schnupfen

Niesen ist ein kraftvoller, unwillkürlicher Reflex, der unseren Körper dabei unterstützt, Fremdkörper und Reizstoffe aus den Atemwegen zu entfernen. Während es in vielen Situationen auftritt, ist es besonders häufig bei einer Erkältung. Aber warum niesen wir eigentlich bei Schnupfen so oft? Die Antwort liegt in der komplexen Interaktion zwischen Viren, unserem Immunsystem und den empfindlichen Nerven in unserer Nase.
Die Rolle der Viren
Eine Erkältung, medizinisch als akute Rhinitis bezeichnet, wird meistens durch Rhinoviren verursacht. Diese Viren dringen in die Zellen der Nasenschleimhaut ein und beginnen sich dort zu vermehren. Diese Vermehrung schädigt die Zellen und löst eine Entzündungsreaktion aus.
Die geschädigten Zellen setzen Botenstoffe frei, sogenannte Zytokine, die das Immunsystem aktivieren. Diese Botenstoffe signalisieren dem Körper, dass eine Infektion vorliegt und es Abwehrmechanismen in Gang setzen muss.
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Die Entzündungsreaktion
Die Entzündung der Nasenschleimhaut ist ein zentraler Faktor für das Niesen bei einer Erkältung. Sie führt zu einer Schwellung der Schleimhaut, einer erhöhten Schleimproduktion und einer erhöhten Empfindlichkeit der Nervenenden in der Nase.
Die erhöhte Schleimproduktion dient dazu, die Viren auszuspülen und die Atemwege zu befeuchten. Allerdings kann die große Menge an Schleim auch als Reizstoff wirken und das Niesen auslösen.

Die Stimulation der Nervenenden
In der Nasenschleimhaut befinden sich zahlreiche Nervenenden des Trigeminusnervs, eines der wichtigsten Hirnnerven. Diese Nervenenden sind äußerst empfindlich gegenüber Reizen aller Art, wie z.B. chemischen Substanzen, Staubpartikeln oder eben auch Schleim und Entzündungsstoffe.
Wenn die Nervenenden durch diese Reize stimuliert werden, senden sie ein Signal an das Nieszentrum im Gehirn. Dieses Zentrum koordiniert den Niesreflex, der dann durch eine Reihe von Muskelkontraktionen ausgelöst wird.

Der Niesreflex im Detail
Der Niesreflex ist ein komplexer Vorgang, der in mehreren Schritten abläuft:
- Tiefe Einatmung: Zunächst atmet man tief ein, um die Lungen mit Luft zu füllen.
- Schließen der Augen: Die Augen schließen sich unwillkürlich, um sie vor dem hohen Druck und dem Schleim zu schützen, der beim Niesen freigesetzt wird.
- Druckaufbau: Die Muskeln im Brustkorb und im Bauchraum spannen sich an, um den Druck in der Lunge zu erhöhen.
- Explosionsartiges Ausatmen: Der Druck wird abrupt freigesetzt, indem die Stimmritze geöffnet wird. Die Luft strömt mit hoher Geschwindigkeit durch Nase und Mund und transportiert dabei Schleim und andere Partikel nach außen.
Die Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft kann beim Niesen erstaunliche Werte erreichen, oft über 150 km/h. Dies verdeutlicht die enorme Kraft, die beim Niesen freigesetzt wird, um die Atemwege zu reinigen.

Warum Niesen bei Schnupfen häufiger ist
Bei einer Erkältung kommt es zu einer verstärkten Stimulation der Nervenenden in der Nase. Dies liegt an der Kombination aus erhöhter Schleimproduktion, Entzündung der Schleimhaut und der Anwesenheit von Viren und Entzündungsstoffen. Dadurch wird die Reizschwelle für das Auslösen des Niesreflexes gesenkt, sodass bereits geringfügige Reize zum Niesen führen können.
Häufiges Niesen ist also ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht, die Viren und den Schleim aus den Atemwegen zu entfernen und die Entzündung zu bekämpfen. Es ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Immunsystems.
Zusammenfassend
Das Niesen bei einer Erkältung ist eine komplexe Reaktion auf die Infektion. Die Viren schädigen die Zellen der Nasenschleimhaut, was zu einer Entzündung, erhöhter Schleimproduktion und Stimulation der Nervenenden führt. Diese Faktoren senken die Reizschwelle für den Niesreflex, wodurch das Niesen häufiger auftritt. Es ist ein natürlicher und wichtiger Mechanismus zur Reinigung der Atemwege und zur Bekämpfung der Infektion.
