Walter Moers Das Schloss Der Träumenden Bücher

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr in einem Buchladen steht und euch vorkommt, wie in einem Süßwarenladen? Überall glänzt und funkelt es, und ihr wollt am liebsten alles auf einmal probieren? So ähnlich muss es in Buchhaim zugehen, dem Schauplatz von Walter Moers' Das Schloss der Träumenden Bücher.
Buchhaim – Ein Schlaraffenland für Leseratten
Stellt euch vor, eure Stadt wäre nicht voller Bäcker und Metzger, sondern voller Buchhandlungen! Und nicht nur das: Die Bücher wären lebendig, würden miteinander reden, sich zanken und sogar versuchen, euch zu bekehren! Klingt verrückt? Ist es auch! Aber genau das macht den Charme dieses Buches aus. Moers entführt uns in eine Welt, in der die Liebe zum Buch zur Lebensaufgabe wird.
Unser Held, Hildegunst von Mythenmetz, ist ein junger Dichterling, der von seinem Ziehvater, dem großen Dichter Danzelot von Silbendrechsler, ein mysteriöses Manuskript erbt. Dieses Manuskript führt ihn nach Buchhaim, der Hauptstadt des Buches, wo er das sagenumwobene Schloss der Träumenden Bücher sucht. Vergesst Hogwarts, vergesst Narnia! Dieses Schloss ist der heilige Gral für jeden Bücherwurm.
Must Read
Ein Abenteuer wie eine Achterbahnfahrt
Die Reise dorthin ist allerdings kein Zuckerschlecken. Hildegunst trifft auf allerlei skurrile Gestalten: Buchlinge, die wie wandelnde Bücherregale aussehen; Buchlinge, die einem immer die neusten Klatschgeschichten erzählen, und andere, die nur darauf warten, dich um dein letztes Blatt Papier zu bringen. Das ist so, als würde man versuchen, sich durch eine überfüllte Buchmesse zu kämpfen, nur dass die Leute hier noch verrückter sind!
Moers' Schreibstil ist dabei so herrlich überdreht und fantasievoll, dass man sich permanent amüsiert. Er wirft mit Wortwitz und Anspielungen um sich, dass einem schwindlig wird. Es ist, als würde man versuchen, einen Marathon zu laufen und dabei gleichzeitig Witze zu erzählen. Anstrengend, aber lohnenswert!

Mehr als nur eine Geschichte
Das Schloss der Träumenden Bücher ist aber mehr als nur eine unterhaltsame Abenteuergeschichte. Es ist eine Liebeserklärung an das Buch, an die Fantasie und an die Macht des Wortes. Es erinnert uns daran, warum wir Bücher lieben: Weil sie uns in andere Welten entführen, uns zum Lachen und Weinen bringen und uns neue Perspektiven eröffnen.
Habt ihr euch schon mal gefragt, was eure Lieblingsbücher so treiben, wenn ihr sie gerade nicht lest? Vielleicht führen sie ja ein geheimes Doppelleben in Buchhaim? Wer weiß! Moers' Buch regt auf jeden Fall die Fantasie an und lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen.

Eine Welt voller Anspielungen
Besonders clever sind die vielen Anspielungen auf die Literaturgeschichte. Moers zitiert, parodiert und persifliert bekannte Werke und Autoren auf eine Art und Weise, die einfach nur Spaß macht. Das ist, als würde man ein Insider-Witz verstehen, den nur echte Leseratten kapieren. Ein Hoch auf das literarische Schmunzeln!
Und ja, die Geschichte ist manchmal etwas wirr und überladen. Aber das ist Absicht! Moers will uns eben nicht einfach nur eine Geschichte erzählen, sondern uns in eine Welt voller Möglichkeiten eintauchen lassen. So wie das echte Leben, oder?
Also, wenn ihr mal wieder Lust auf ein außergewöhnliches Leseerlebnis habt, dann greift zu Das Schloss der Träumenden Bücher. Es ist zwar kein Ratgeber für ein entspanntes Wochenende, aber garantiert ein Abenteuer für Kopf und Seele! Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja auch eure eigene Liebe zu Buchhaim...
