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Vergrößerte Schilddrüse über- Oder Unterfunktion


Vergrößerte Schilddrüse über- Oder Unterfunktion

Vielleicht spüren Sie ein Druckgefühl im Hals, bemerken eine Veränderung Ihrer Stimme oder fühlen sich einfach nur müde und schlapp. Möglicherweise hat Ihr Arzt Ihnen gesagt, dass Ihre Schilddrüse vergrößert ist – eine Diagnose, die viele Fragen und Sorgen aufwerfen kann. Es ist völlig normal, sich in dieser Situation unsicher und überfordert zu fühlen. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer vergrößerten Schilddrüse (auch Struma genannt) in Verbindung mit einer Über- oder Unterfunktion besser zu verstehen.

Was ist eine vergrößerte Schilddrüse (Struma)?

Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse, die sich unterhalb des Kehlkopfes befindet. Sie produziert Hormone, die viele wichtige Körperfunktionen regulieren, darunter den Stoffwechsel, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur. Eine Vergrößerung dieser Drüse wird als Struma bezeichnet. Ein Struma kann in verschiedenen Formen auftreten: als gleichmäßige Vergrößerung der gesamten Drüse, als Knotenbildung innerhalb der Drüse oder als Kombination aus beidem.

Wichtig zu wissen: Eine vergrößerte Schilddrüse bedeutet nicht automatisch, dass die Schilddrüse nicht richtig funktioniert. Sie kann normal funktionieren (euthyreotes Struma), überaktiv sein (Hyperthyreose) oder unteraktiv sein (Hypothyreose).

Struma und Schilddrüsenfunktionsstörungen: Der Zusammenhang

Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann, wie bereits erwähnt, mit einer Über- oder Unterfunktion einhergehen. Hier ein genauerer Blick auf die Zusammenhänge:

Struma und Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dies kann zu einer Reihe von Symptomen führen, darunter:

Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Gewichtsverlust trotz normalen oder erhöhten Appetits
  • Schlafstörungen
  • Zittern
  • Häufiger Stuhlgang
  • Augenprobleme (z.B. hervortretende Augen bei Morbus Basedow)

Ein Morbus Basedow ist eine häufige Ursache für eine Hyperthyreose und geht oft mit einer Struma einher. Dabei greift das Immunsystem die Schilddrüse an und stimuliert sie zur Überproduktion von Hormonen.

Struma und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dies kann zu folgenden Symptomen führen:

Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • Kälteempfindlichkeit
  • Trockene Haut und Haare
  • Depressionen
  • Gedächtnisprobleme
  • Muskelschwäche

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine häufige Ursache für eine Hypothyreose und kann ebenfalls zu einer Struma führen. Auch hier greift das Immunsystem die Schilddrüse an, was zu einer chronischen Entzündung und letztendlich zu einer verminderten Hormonproduktion führt.

Ursachen einer vergrößerten Schilddrüse

Die Ursachen für eine Struma sind vielfältig. Neben den bereits genannten Autoimmunerkrankungen (Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis) können folgende Faktoren eine Rolle spielen:

Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
Schilddrüse - Über- oder Unterfunktion?
  • Jodmangel: Jod ist ein wichtiger Baustein für die Schilddrüsenhormonproduktion. In Jodmangelgebieten kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen, da diese versucht, den Mangel durch verstärktes Wachstum auszugleichen. Obwohl Jodmangel in Deutschland seltener geworden ist, kann er dennoch vorkommen.
  • Schilddrüsenknoten: Knoten in der Schilddrüse können gutartig oder bösartig sein und zu einer Vergrößerung der Drüse führen.
  • Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis): Neben Hashimoto-Thyreoiditis gibt es auch andere Formen von Thyreoiditis, die zu einer Struma führen können.
  • Medikamente: Einige Medikamente können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen und zu einer Struma führen.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kann die Schilddrüse leicht vergrößert sein.

Diagnose

Die Diagnose einer Struma und die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion umfassen in der Regel:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet die Schilddrüse ab, um ihre Größe und Beschaffenheit zu beurteilen.
  • Blutuntersuchungen: Dabei werden die Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4) gemessen, um eine Über- oder Unterfunktion festzustellen. Auch Antikörper gegen die Schilddrüse (z.B. Anti-TPO, TRAK) können bestimmt werden.
  • Ultraschalluntersuchung: Diese Untersuchung ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Schilddrüse und kann Knoten oder andere Veränderungen erkennen.
  • Szintigraphie: Bei dieser Untersuchung wird radioaktives Jod verabreicht, um die Funktion der Schilddrüse zu beurteilen und Knoten zu charakterisieren.
  • Feinnadelbiopsie: Bei unklaren Knoten kann eine Feinnadelbiopsie durchgeführt werden, um Zellen aus dem Knoten zu entnehmen und diese mikroskopisch zu untersuchen.

Behandlung

Die Behandlung einer Struma richtet sich nach der Ursache, der Größe der Schilddrüse und der Schilddrüsenfunktion. Mögliche Behandlungsoptionen sind:

Schilddrüse: So erkennen Sie eine Über- oder Unterfunktion
Schilddrüse: So erkennen Sie eine Über- oder Unterfunktion
  • Beobachtung: Bei kleinen, symptomlosen Strumen kann zunächst eine regelmäßige Kontrolle ausreichen.
  • Jodtherapie: Bei Jodmangelstruma kann die Einnahme von Jodtabletten helfen, die Schilddrüse zu verkleinern.
  • Hormontherapie: Bei einer Unterfunktion wird das fehlende Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) als Tablette eingenommen. Bei einer Überfunktion kommen Medikamente zum Einsatz, die die Hormonproduktion hemmen (Thyreostatika).
  • Radiojodtherapie: Bei einer Überfunktion oder bei bestimmten Arten von Schilddrüsenknoten kann eine Radiojodtherapie durchgeführt werden, bei der radioaktives Jod verabreicht wird, das die Schilddrüse gezielt zerstört.
  • Operation: Eine Operation kann notwendig sein, wenn die Struma sehr groß ist, auf umliegende Strukturen drückt, bösartig ist oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht.

Wichtig: Besprechen Sie die für Sie geeignete Behandlung immer ausführlich mit Ihrem Arzt. Gemeinsam können Sie die beste Strategie entwickeln, um Ihre Schilddrüse optimal zu behandeln und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

"Das Verständnis Ihrer Diagnose ist der erste Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen, die eine vergrößerte Schilddrüse mit sich bringen kann."

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt. Suchen Sie immer einen Arzt auf, wenn Sie gesundheitliche Bedenken haben.

Haben Sie noch Fragen zu Ihrer Schilddrüsenerkrankung oder möchten Sie mehr über bestimmte Behandlungsoptionen erfahren? Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt, um Ihre individuelle Situation zu besprechen.

unterfunktion der schilddrüse symptome - DrBeckmann Über- und Unterfunktion der Schilddrüse - Dr. Marquardt Hannover

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