Third Person Point Of View

Stell dir vor, du bist ein unsichtbarer Beobachter, der alles sieht, was in einer Geschichte passiert. Du kannst die Gedanken und Gefühle der Figuren nicht direkt lesen, aber du beobachtest ihr Verhalten und hörst ihre Gespräche. Das ist im Wesentlichen die Dritte-Person-Perspektive in der Literatur. Dieser Artikel erklärt dir alles, was du darüber wissen musst!
Was ist die Dritte-Person-Perspektive?
Die Dritte-Person-Perspektive verwendet Pronomen wie er, sie, es und sie, um über Charaktere zu sprechen. Du, als Leser, bist nicht Teil der Geschichte, sondern beobachtest sie von außen. Der Autor erzählt die Geschichte aus der Sicht einer Person, die nicht am Geschehen beteiligt ist. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber eigentlich ganz einfach!
Ziel: Unser Ziel ist es, dir die Dritte-Person-Perspektive verständlich zu erklären, damit du sie in deinen eigenen Geschichten erkennen und nutzen kannst.
Must Read
Zielgruppe: Dieser Artikel richtet sich an Schüler, die mehr über Erzählperspektiven lernen möchten.
Die verschiedenen Arten der Dritten-Person-Perspektive
Es gibt nicht nur eine Dritte-Person-Perspektive, sondern verschiedene Varianten. Die wichtigsten sind:
- Allwissender Erzähler (Omniscient Narrator): Dieser Erzähler weiß alles. Er kennt die Gedanken, Gefühle und Motivationen aller Charaktere. Er kann auch in die Zukunft oder Vergangenheit springen und Kommentare abgeben.
- Begrenzter Erzähler (Limited Narrator): Dieser Erzähler konzentriert sich auf die Gedanken und Gefühle einer bestimmten Figur. Wir erfahren nur, was diese Figur weiß, denkt und fühlt.
- Neutraler Erzähler (Objective Narrator): Dieser Erzähler berichtet nur, was er sieht und hört. Er kennt die Gedanken und Gefühle keiner Figur. Es ist fast wie eine Überwachungskamera, die alles aufzeichnet.
Lass uns jede Art genauer ansehen!
Der Allwissende Erzähler
Stell dir vor, du bist ein Geist, der durch ein Haus schwebt und in jedes Zimmer schauen kann. Du siehst, was jede Person denkt und fühlt. Das ist der allwissende Erzähler. Er hat den vollen Überblick und kann uns tiefe Einblicke in die Innenwelt aller Charaktere geben.
Beispiel: "Anna lächelte, aber tief in ihrem Herzen war sie traurig. Peter bemerkte ihr Lächeln und dachte, sie sei glücklich, ahnungslos von ihrem Kummer."

Merkmale:
- Kennt die Gedanken und Gefühle aller Charaktere.
- Kann die Geschichte kommentieren und bewerten.
- Kann die Zeit frei manipulieren (Rückblenden, Vorhersagen).
Vorteile: Der allwissende Erzähler bietet einen umfassenden Überblick und ermöglicht es dem Autor, komplexe Geschichten mit vielen Perspektiven zu erzählen.
Nachteile: Es kann schwierig sein, eine emotionale Verbindung zu einzelnen Charakteren aufzubauen, da die Perspektive so weit gefasst ist.
Der Begrenzte Erzähler
Im Gegensatz zum allwissenden Erzähler, konzentriert sich der begrenzte Erzähler auf die Perspektive einer bestimmten Figur. Wir erleben die Geschichte durch ihre Augen und erfahren nur, was sie weiß und fühlt. Es ist, als ob du mit dieser Figur im Kino sitzt und ihre Gedanken direkt mitverfolgen kannst.
Beispiel: "Sarah sah den dunklen Wald und fröstelte. Sie fragte sich, was dort lauerte, und ihr Herz begann schneller zu schlagen." (Wir erfahren nur Sarahs Gefühle und Gedanken, nicht die der anderen Figuren).
Merkmale:

- Beschränkt auf die Perspektive einer einzelnen Figur.
- Wir erfahren nur, was diese Figur sieht, hört, denkt und fühlt.
- Ermöglicht eine tiefere emotionale Verbindung zu dieser Figur.
Vorteile: Der begrenzte Erzähler ermöglicht es, eine starke emotionale Bindung zum Protagonisten aufzubauen und die Geschichte aus seiner einzigartigen Perspektive zu erleben.
Nachteile: Wir sind auf das Wissen und die Wahrnehmung dieser einen Figur beschränkt, was die Handlung manchmal einschränken kann.
Der Neutrale Erzähler
Der neutrale Erzähler ist wie eine objektive Kamera, die alles aufzeichnet, was passiert, ohne die Gedanken und Gefühle der Charaktere zu enthüllen. Er berichtet nur Fakten und Dialoge. Es ist wie ein Nachrichtenbericht: "Der Mann betrat den Raum. Die Frau stand auf. Sie schrien sich an." Keine Emotionen, keine Interpretationen.
Beispiel: "Er öffnete die Tür. Sie drehte sich um. Sie sagte: 'Wo warst du?'" (Keine Information über die Gefühle der Charaktere).
Merkmale:
- Berichtet nur, was sichtbar und hörbar ist.
- Kennt keine Gedanken und Gefühle der Charaktere.
- Ermöglicht dem Leser, seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Vorteile: Der neutrale Erzähler erzeugt Spannung, da der Leser selbst interpretieren muss, was vor sich geht. Er kann auch realistisch und glaubwürdig wirken.

Nachteile: Es kann schwierig sein, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, da wir nichts über ihre Innenwelt erfahren.
Warum ist die Dritte-Person-Perspektive so beliebt?
Die Dritte-Person-Perspektive ist eine der beliebtesten Erzählperspektiven aus mehreren Gründen:
- Flexibilität: Sie bietet dem Autor eine große Flexibilität, da er die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen kann (je nach Art der Dritten-Person-Perspektive).
- Distanz: Sie schafft eine gewisse Distanz zwischen dem Leser und den Charakteren, was es dem Autor ermöglicht, die Geschichte objektiver zu erzählen.
- Glaubwürdigkeit: Sie kann realistischer und glaubwürdiger wirken als die Ich-Perspektive, da der Erzähler nicht direkt in die Geschichte involviert ist.
Wie wählt man die richtige Dritte-Person-Perspektive?
Die Wahl der richtigen Dritten-Person-Perspektive hängt von deinen Zielen als Autor ab. Möchtest du einen umfassenden Überblick über die Geschichte geben, oder möchtest du dich auf die Perspektive einer einzelnen Figur konzentrieren? Möchtest du die Leser emotional involvieren, oder möchtest du sie dazu anregen, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen?
Fragen, die du dir stellen solltest:
- Welche Figur ist am wichtigsten für die Geschichte?
- Welche Art von Informationen möchtest du dem Leser geben?
- Welche Art von emotionaler Reaktion möchtest du hervorrufen?
Beispiel: Wenn du eine spannende Geschichte erzählen möchtest, in der der Leser im Dunkeln tappt, könnte der neutrale Erzähler die beste Wahl sein. Wenn du hingegen eine tiefe emotionale Verbindung zu einem bestimmten Charakter aufbauen möchtest, ist der begrenzte Erzähler besser geeignet.
Beispiele aus der Literatur
Viele berühmte Bücher verwenden die Dritte-Person-Perspektive. Hier sind einige Beispiele:

- "Harry Potter" (J.K. Rowling): Die meisten "Harry Potter"-Bücher werden aus einer begrenzten Dritten-Person-Perspektive erzählt, wobei der Fokus hauptsächlich auf Harrys Perspektive liegt.
- "Der Herr der Ringe" (J.R.R. Tolkien): Tolkien verwendet oft einen allwissenden Erzähler, um die epische Geschichte von Mittelerde zu erzählen.
- "Die Tribute von Panem" (Suzanne Collins): Obwohl der erste Band in der Ich-Perspektive geschrieben ist, wechseln spätere Bände manchmal zur begrenzten Dritten-Person-Perspektive, um andere Charaktere zu beleuchten.
Tipps für das Schreiben in der Dritten-Person-Perspektive
Hier sind einige Tipps, die dir beim Schreiben in der Dritten-Person-Perspektive helfen können:
- Sei konsistent: Bleibe bei der gewählten Perspektive. Wenn du dich für einen begrenzten Erzähler entscheidest, wechsle nicht plötzlich zu den Gedanken einer anderen Figur (es sei denn, du wechselst zu einem neuen Kapitel und signalisierst dies klar).
- Zeige, nicht erzähle: Anstatt zu sagen: "Er war wütend," beschreibe, wie er sich verhält: "Seine Fäuste ballten sich, und seine Stimme zitterte."
- Verwende beschreibende Sprache: Nutze die Gelegenheit, die Umgebung und die Charaktere detailliert zu beschreiben.
- Übe: Je mehr du schreibst, desto besser wirst du darin, die Dritte-Person-Perspektive zu beherrschen.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Auch erfahrene Autoren machen manchmal Fehler, wenn sie in der Dritten-Person-Perspektive schreiben. Hier sind einige häufige Fehler, die du vermeiden solltest:
- Perspektivenwechsel: Unbeabsichtigte Wechsel zwischen den Perspektiven verschiedener Charaktere (vor allem beim begrenzten Erzähler).
- "Head-Hopping": Springen zwischen den Gedanken verschiedener Charaktere innerhalb desselben Absatzes (wiederum ein Problem beim begrenzten Erzähler).
- Over-Telling: Zu viel "erzählen" anstatt "zeigen".
- Inkonsistente Sprache: Die Sprache des Erzählers sollte zur Perspektive und zum Ton der Geschichte passen.
Die Dritte-Person-Perspektive in der Praxis
Um dein Verständnis zu festigen, versuche Folgendes:
- Lies: Achte beim Lesen von Büchern darauf, aus welcher Perspektive sie geschrieben sind.
- Analysiere: Identifiziere die Vor- und Nachteile der gewählten Perspektive im jeweiligen Buch.
- Schreibe: Übe das Schreiben in verschiedenen Dritten-Person-Perspektiven.
Übung macht den Meister!
Fazit
Die Dritte-Person-Perspektive ist ein mächtiges Werkzeug für jeden Autor. Sie bietet Flexibilität, Distanz und Glaubwürdigkeit. Indem du die verschiedenen Arten der Dritten-Person-Perspektive verstehst und die Tipps und Tricks in diesem Artikel befolgst, kannst du deine Geschichten zum Leben erwecken und deine Leser fesseln. Denk daran: Übung macht den Meister! Also, schnapp dir Stift und Papier (oder tippe auf deiner Tastatur) und beginne, deine eigenen Geschichten aus der Dritten-Person-Perspektive zu erzählen. Du wirst überrascht sein, was du alles erschaffen kannst!
Bonus-Tipp: Experimentiere mit verschiedenen Perspektiven, um herauszufinden, welche am besten zu deinem Schreibstil und deiner Geschichte passt. Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Wahl, nur die Wahl, die für dich am besten funktioniert.
