The Rabbit Proof Fence Film

Na, mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal hoffnungslos verlaufen? Ob's beim Versuch war, den perfekten Parkplatz im IKEA-Labyrinth zu finden, oder beim Wandern in der Eifel, wo plötzlich alle Schilder in Hieroglyphen geschrieben scheinen – das Gefühl, komplett die Orientierung verloren zu haben, kennen wir alle. Und genau darum geht's auch irgendwie in dem Film "Rabbit Proof Fence". Nur, dass es hier um weitaus mehr geht als nur um einen verpassten Abzweig.
Stell dir vor, du bist ein Kind, ungefähr so alt wie die Kids, die man mit Mühe davon abhalten kann, in Pfützen zu springen. Und dann wirst du einfach, Zack!, von deiner Familie getrennt und in ein Umerziehungslager gesteckt. Klingt nicht nach 'ner prickelnden Vorstellung, oder? Erinnert ein bisschen an 'nen unangekündigten Besuch von der Schwiegermutter, nur dass es hier keine Ausrede gibt, um sich zu verstecken.
Der Film erzählt die wahre Geschichte von Molly, Daisy und Gracie, drei Aboriginal-Mädchen, die in den 1930er Jahren aus ihren Familien gerissen werden. Die australische Regierung hatte damals die glorreiche Idee, "halbbürtige" Kinder in staatlichen Einrichtungen "umzuerziehen", damit sie sich der "weißen" Kultur anpassen. Wie beim Versuch, 'ner Katze Manieren beizubringen, war das Ergebnis... sagen wir mal, suboptimal.
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Der Zaun als Hoffnungsschimmer
Anstatt aber brav zu gehorchen und sich in kleine, ordentliche Mini-Europäer zu verwandeln, beschließen die Mädchen abzuhauen. Und hier kommt der titelgebende "Rabbit Proof Fence" ins Spiel, ein kilometerlanger Kaninchenzaun, der quer durch Westaustralien verläuft. Stell dir vor, das Ding ist wie die A9, nur dass es nicht für Autos, sondern für Kaninchen gebaut wurde. Und für drei unglaublich mutige Mädchen, die es als eine Art Wegweiser nach Hause benutzen.

Der Zaun wird zu ihrem Anker, zu ihrer Hoffnung. Er ist das Symbol für ihre Verbindung zu ihrer Familie und ihrem Land. Er ist quasi die Navi-App, die Google Maps in den 30ern locker in die Tasche gesteckt hätte. Nur, dass diese Navi-App aus Draht besteht und von einem Haufen Kaninchen gehasst wird.
Eine Reise voller Hindernisse
Die Reise der Mädchen ist natürlich kein Zuckerschlecken. Es ist eher so, als würde man versuchen, einen Marathon mit Flip-Flops und ohne Training zu laufen. Sie müssen Hunger, Durst, der unbarmherzigen australischen Hitze und einem hartnäckigen Verfolger trotzen, der von dem Gedanken besessen ist, sie zurück ins Lager zu bringen. Der Verfolger, gespielt von Kenneth Branagh, ist so entschlossen, dass man fast Mitleid mit ihm hat. Fast. Wäre da nicht die Tatsache, dass er Kinder einsperren will.

Die Landschaft ist atemberaubend, aber auch gnadenlos. Man spürt förmlich den Staub zwischen den Zähnen knirschen. Es ist, als würde man einen Roadtrip durch die Wüste machen, nur dass man kein klimatisiertes Auto und keine Spotify-Playlist hat. Stattdessen hat man Sand, Hitze und die ständige Angst, entdeckt zu werden.
Mehr als nur ein Film

„Rabbit Proof Fence“ ist aber mehr als nur eine spannende Abenteuergeschichte. Er ist ein wichtiges Stück australischer Geschichte, das uns daran erinnert, wie grausam und ungerecht Menschen sein können. Er zeigt uns aber auch, wie stark der menschliche Geist ist und wie wichtig es ist, für das zu kämpfen, woran man glaubt.
Beim Zuschauen denkt man unweigerlich an die eigenen Wurzeln und an die Bedeutung von Familie und Heimat. Es ist ein Film, der einen zum Nachdenken anregt, der unter die Haut geht und der noch lange nach dem Abspann nachwirkt. Und das ist mehr, als die meisten Blockbuster heutzutage schaffen.
Also, wenn du mal wieder das Gefühl hast, dich im Leben verirrt zu haben, denk an Molly, Daisy und Gracie. Wenn die es geschafft haben, quer durch die australische Wüste zu laufen, dann schaffst du es auch, den Weg aus dem IKEA-Labyrinth zu finden. Versprochen!
