The Absolutely True Diary Of A Part-time Indian Sherman Alexie

"Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers", im Original "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian", ist ein Roman des amerikanischen Autors Sherman Alexie, veröffentlicht im Jahr 2007. Obwohl als Jugendroman kategorisiert, behandelt er komplexe Themen wie Armut, Rassismus, Identität, Hoffnung und die Bedeutung von Bildung. Das Buch, das in der Ich-Perspektive geschrieben ist, erzählt die Geschichte von Junior, einem 14-jährigen Spokane-Indianer, der beschließt, die Reservatsschule zu verlassen und die High School in der überwiegend weißen Stadt Reardan zu besuchen.
Die Geschichte wird aus Juniors Sicht erzählt, und der Roman ist mit seinen Cartoons durchsetzt. Diese Cartoons sind mehr als nur Illustrationen; sie sind ein wesentlicher Bestandteil von Juniors Art, die Welt zu verstehen und zu verarbeiten. Sie dienen als visuelles Tagebuch und helfen ihm, seine Gefühle, Ängste und Hoffnungen auszudrücken. Juniors Cartoons sind oft humorvoll und selbstironisch, aber sie können auch sehr berührend und aussagekräftig sein.
Der Protagonist Junior und seine Herausforderungen
Junior, dessen vollständiger Name Arnold Spirit Jr. ist, lebt mit seiner Familie im Spokane-Indianerreservat in Washington State. Das Reservat ist geprägt von Armut, Alkoholismus und Hoffnungslosigkeit. Junior wird mit einer Reihe von körperlichen Beeinträchtigungen geboren, darunter ein Hydrocephalus (Wasserkopf), der zu Hirnschäden führt. Er wird gehänselt und als "Retard" bezeichnet, ist aber trotz seiner Probleme ein intelligenter und kreativer junger Mann. Die Lebensumstände im Reservat sind düster, und Junior erkennt früh, dass er, um eine bessere Zukunft zu haben, etwas ändern muss. Er trifft die mutige Entscheidung, die Reservatsschule zu verlassen.
Must Read
Der Wechsel nach Reardan ist für Junior ein Kulturschock. Er ist einer der wenigen indigenen Schüler an der Schule und wird mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen seinen beiden Welten: dem Reservat und Reardan. Im Reservat wird er als Verräter gesehen, weil er die Schule verlassen hat, und in Reardan wird er als "Indianer" abgestempelt. Er muss lernen, sich in beiden Welten zurechtzufinden und seine eigene Identität zu definieren.
Themen des Romans
"Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers" behandelt eine Vielzahl von wichtigen Themen. Eines der zentralen Themen ist die Bedeutung von Bildung. Junior sieht Bildung als seinen Ausweg aus der Armut und Hoffnungslosigkeit des Reservats. Er glaubt, dass Bildung ihm die Möglichkeit gibt, seine Träume zu verwirklichen und ein besseres Leben zu führen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Suche nach Identität. Junior kämpft darum, seine Identität als Spokane-Indianer mit seinem Wunsch nach einem besseren Leben in Einklang zu bringen. Er muss lernen, stolz auf sein Erbe zu sein und gleichzeitig seine eigenen Entscheidungen zu treffen.
Der Roman thematisiert auch die Auswirkungen von Armut und Rassismus auf indigene Gemeinschaften. Alexie zeigt auf schonungslose Weise die Realität des Lebens im Reservat und die Herausforderungen, mit denen indigene Menschen in den Vereinigten Staaten konfrontiert sind. Er betont aber auch die Stärke, Widerstandsfähigkeit und den Humor der Menschen, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben.

Kontroversen und Kritiken
"Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers" hat sowohl Lob als auch Kritik erhalten. Einige Kritiker bemängeln die explizite Sprache und die Darstellung von Alkoholismus und Gewalt. Andere loben Alexies ehrlichen und unverstellten Schreibstil, der die Realität des Lebens im Reservat authentisch darstellt. Das Buch wurde mehrfach wegen seiner vermeintlich "anstößigen" Inhalte aus Schulbibliotheken entfernt oder auf Leselisten verboten. Dies führte zu lebhaften Diskussionen über Zensur und die Meinungsfreiheit.
Trotz der Kontroversen ist "Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers" ein bedeutendes Buch, das wichtige Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Es ist eine berührende und humorvolle Geschichte über einen jungen Mann, der seinen eigenen Weg im Leben sucht und dabei seine Identität findet.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Roman, trotz seiner spezifischen kulturellen und geografischen Verortung, universelle Themen wie Identitätsfindung, Überwindung von Hindernissen und die Bedeutung von Freundschaft und Familie behandelt. Juniors Geschichte ist eine Geschichte über Hoffnung, Mut und die Kraft der Veränderung.
