The Absolute Diary Of A Part Time Indian

Okay, stellt euch vor: Ich sitze in einem Café, nippe an meinem Latte Macchiato (viel zu teuer, ich weiß, aber ich brauchte den Koffein-Kick) und beobachte ein Gespräch am Nachbartisch. Zwei Leute, offensichtlich ein Date. Er versucht, ihr einen komplizierten Comic zu erklären, und sie nickt höflich, aber ihre Augen sagen: "Hilfe, holt mich hier raus!" Das hat mich irgendwie an "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" erinnert. Warum? Weil es auch darum geht, Dinge zu erklären, die für andere vielleicht selbstverständlich sind, aber für einen selbst eine komplett neue Welt eröffnen.
Junior, der Protagonist von Sherman Alexies Buch, muss eben auch ständig zwischen zwei Welten navigieren: dem Reservat und der weißen High School. Und das ist oft so verdammt kompliziert, dass man am liebsten schreien würde. Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, nirgendwo so richtig dazuzugehören?
Klar, wir alle kennen das Gefühl, irgendwie "anders" zu sein. Aber Junior erlebt das auf einer ganz anderen Ebene. Er ist arm, er ist indigen, und er hat auch noch jede Menge gesundheitliche Probleme. Das ist schon mal ein ziemlich beschissener Start ins Leben, oder?
Must Read
Was ich an dem Buch aber so liebe, ist, dass es trotz all dem total witzig ist. Junior hat einen unglaublichen Humor. Er macht Witze über sich selbst, über seine Familie, über seine Situation. Und das ist nicht einfach nur Galgenhumor, sondern eine Art, mit dem Schmerz umzugehen. Er nimmt das Leben nicht zu ernst, auch wenn es ihm wirklich übel mitspielt. Respekt, Junior, Respekt!
Zwischen zwei Welten: Identitätssuche deluxe
Das Buch ist mehr als nur eine Coming-of-Age-Geschichte. Es geht um Identität, um Zugehörigkeit, um Träume und darum, seinen eigenen Weg zu finden. Junior muss sich entscheiden: Bleibt er im Reservat, wo er sich zwar zu Hause fühlt, aber kaum Chancen hat? Oder geht er an die High School außerhalb, wo er zwar eine bessere Ausbildung bekommt, aber ständig mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert wird?

Das ist echt eine Zwickmühle, oder? Stell dir vor, du müsstest entscheiden, ob du deine Familie und deine Kultur verlässt, um deine Träume zu verwirklichen. Was würdest du tun?
Und das Buch zeigt auch ganz schonungslos, wie Armut und Diskriminierung das Leben von Menschen beeinflussen können. Das Reservat ist geprägt von Alkoholismus, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Junior will da raus, er will etwas Besseres für sich. Aber er weiß auch, dass er seine Familie und seine Freunde zurücklässt. Das ist eine krasse Verantwortung für einen Teenager.

Warum du dieses Buch lesen solltest (ja, genau du!)
Also, warum solltest du "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" lesen? Weil es dich zum Lachen bringt. Weil es dich zum Nachdenken anregt. Weil es dich berührt. Und weil es dir vielleicht hilft, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Es ist ein Buch, das Mut macht, seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn er steinig ist. Es ist ein Buch, das zeigt, dass Humor und Freundschaft einem helfen können, auch die schwierigsten Zeiten zu überstehen. Und es ist ein Buch, das einfach gut ist. Punkt.

Und ganz ehrlich, wenn du das nächste Mal in einem Café sitzt und Leute beobachtest, denk an Junior und seine Geschichte. Vielleicht verstehst du dann besser, warum manche Menschen so sind, wie sie sind. Und vielleicht bist du dann auch ein bisschen toleranter und offener für andere Lebensweisen.
Außerdem ist die Graphic Novel Version auch super! Die Zeichnungen von Ellen Forney sind einfach genial und passen perfekt zur Geschichte. Sie machen das Buch noch zugänglicher und bringen Juniors Gedanken und Gefühle noch besser rüber. Also, wenn du nicht so der Leser bist, dann probier's mal mit der Graphic Novel. Versprochen, du wirst es nicht bereuen!
Also, ab in die Buchhandlung (oder noch besser, unterstütze deine lokale Buchhandlung!) und schnapp dir ein Exemplar. Und danach? Lass mich wissen, was du denkst! Ich bin gespannt auf deine Meinung.
