Soziale Ziele Eines Unternehmens

Okay, lasst uns ehrlich sein. Wenn wir über soziale Ziele eines Unternehmens reden, rollen doch viele innerlich mit den Augen, oder? Ich gebe zu, ich auch ein bisschen. Nicht, weil ich eine böse Kapitalistin bin (vielleicht ein kleines bisschen… 😉), sondern weil es oft so… aufgesetzt klingt.
"Die Welt retten" oder doch lieber Gewinn maximieren?
Jeder Konzern preist sich doch heutzutage als Retter des Planeten. Sie pflanzen Bäume (wahrscheinlich so wenige, dass sie in meinem winzigen Garten mehr Platz hätten), spenden an wohltätige Organisationen (nachdem sie vorher ordentlich Steuern gespart haben) und reden davon, wie wichtig ihnen Nachhaltigkeit ist. Klar, wer’s glaubt.
Ich sage ja nicht, dass das alles schlecht ist. Spenden sind gut, Bäume sind gut (vor allem im Sommer spenden sie Schatten) und ein bisschen Nachhaltigkeit schadet auch nicht. Aber ist das wirklich das Ziel? Oder ist es nicht doch eher ein cleverer Marketing-Trick, um das Image aufzupolieren und mehr Produkte zu verkaufen?
Must Read
Ich weiß, ich bin zynisch. Aber Hand aufs Herz: Wenn "Firma Fantastisch" behauptet, ihr neues Super-Bio-Öko-Was-auch-immer-Produkt rettet die Welt, während sie gleichzeitig ihre Arbeiter schlecht bezahlen, dann kommt mir das Ganze doch etwas komisch vor, oder?
Mein "Unpopular Opinion"
Hier kommt’s: Ich glaube, das primäre soziale Ziel eines Unternehmens sollte sein… Trommelwirbel… gute Jobs zu schaffen! Ja, ich weiß, total unsexy. Aber denkt mal drüber nach. Wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern faire Löhne zahlt, gute Arbeitsbedingungen bietet und ihnen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gibt, dann ist das doch schon mal ein riesiger Beitrag zur Gesellschaft.

Menschen mit sicheren Jobs und einem vernünftigen Einkommen können sich ein gutes Leben leisten. Sie können ihre Familien ernähren, sich Weiterbildungen leisten, in ihre Gemeinden investieren und Steuern zahlen (damit der Staat dann noch mehr Bäume pflanzen kann… der Kreis schließt sich!).
Klar, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtig. Aber ohne zufriedene und gut bezahlte Mitarbeiter ist das alles nur Fassade.
Außerdem: Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver. Produktive Mitarbeiter steigern den Gewinn. Und mit mehr Gewinn kann das Unternehmen dann… genau, noch mehr gute Jobs schaffen! Ein Teufelskreis, aber einer von der guten Sorte!

Nicht falsch verstehen…
Ich will hier nicht sagen, dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung komplett ignorieren sollen. Sie sollten schon versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren und sich sozial zu engagieren. Aber bitte, bitte, bitte, lasst es nicht nur bei leeren Versprechungen und Greenwashing bleiben.
Fangt doch einfach mal damit an, euren Mitarbeitern ein faires Gehalt zu zahlen. Oder ihnen flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen, damit sie Familie und Beruf besser unter einen Hut bekommen. Oder in ihre Weiterbildung zu investieren, damit sie sich beruflich weiterentwickeln können.

Das sind kleine, aber konkrete Schritte, die einen echten Unterschied machen können. Und ganz ehrlich: Die sind mir tausendmal lieber als die nächste Pressemitteilung über die neu gepflanzten Bäume im Amazonas.
Das Fazit (oder so ähnlich)
Vielleicht bin ich ja einfach nur altmodisch, aber ich glaube, dass Unternehmen, die sich wirklich um ihre Mitarbeiter kümmern, langfristig erfolgreicher sind. Und nicht nur das: Sie tragen auch aktiv zu einer besseren Gesellschaft bei. Ganz ohne großes Tamtam und ohne ständig betonen zu müssen, wie sozial sie doch sind.
Denn, um es mal ganz uncool zu sagen: Taten sagen mehr als tausend Worte. Oder in diesem Fall: Mehr als tausend Pressemitteilungen. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss meinen winzigen Garten gießen. Der braucht auch ein bisschen Liebe (und Schatten, damit ich nicht zu zynisch werde).
