Also, lasst uns mal über Führung reden. Genauer gesagt, über Situative Führung nach Hersey und Blanchard. Klingt kompliziert, ist es aber... irgendwie auch nicht. Es geht im Grunde darum, dass ein Chef nicht immer gleich sein muss. Stell dir vor, du behandelst deinen Azubi wie einen Top-Manager. Autsch! Oder umgekehrt: Du mikro-managst deinen erfahrenen Teamleiter. Autsch, hoch zehn!
Die Grundidee ist also: Die Führungskraft muss sich anpassen. Wie ein Chamäleon, nur hoffentlich weniger schleimig. Je nachdem, wie fit und motiviert der Mitarbeiter ist, ändert sich der Führungsstil. Vier Stufen gibt es. Klingt nach 'ner Treppe ins Nirgendwo, aber wir bleiben dran!
Die vier Stufen: Vom Anfänger zum Profi (und zurück?)
1. Dirigieren: Der Mitarbeiter ist neu, hat keine Ahnung, aber brennt wie Zunder. Hier musst du ganz klar sagen: "Mach das! Und so!" Klingt hart, ist aber notwendig. Stell dir vor, du lässt deinen kleinen Neffen ein Feuerwerk zünden, ohne ihm zu erklären, was er tut. Böse Idee!
2. Coachen: Der Mitarbeiter kann schon ein bisschen was, ist aber noch unsicher. Jetzt kommt das Feingefühl ins Spiel. Du erklärst nicht nur, was zu tun ist, sondern auch warum. Erklärungen sind das A und O. Und natürlich viel Lob, damit die Motivation nicht flöten geht.
3. Unterstützen: Der Mitarbeiter ist fast schon ein Profi, aber braucht noch Zuspruch. Jetzt trittst du einen Schritt zurück. Du gibst ihm Raum, eigene Entscheidungen zu treffen. Bist aber trotzdem da, wenn er Hilfe braucht. So wie ein guter Wingman!
4. Delegieren: Der Mitarbeiter ist ein Rockstar! Er kann alles alleine, ist super motiviert und braucht dich eigentlich gar nicht mehr. Juhu! Jetzt kannst du dich zurücklehnen und... Quatsch! Du delegierst natürlich die Aufgaben und kümmerst dich um andere Dinge. Sonst wird dir langweilig.
Meine (etwas unpopuläre) Meinung
Jetzt kommt der Teil, wo ich vielleicht ein paar Leute verärgere. Aber ich sag's trotzdem: Ich finde, dieses Modell wird manchmal etwas zu schematisch angewendet. Klar, die Idee ist gut. Aber Menschen sind keine Maschinen. Man kann sie nicht einfach in Schubladen stecken und dann den passenden Führungsstil rauskramen.
Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard
Ein Beispiel: Was, wenn ein Mitarbeiter eigentlich total kompetent ist, aber gerade 'nen schlechten Tag hat? Soll ich ihn dann gleich wieder wie einen Anfänger behandeln? Wohl kaum! Da hilft eher ein aufmunterndes Gespräch und ein bisschen Verständnis. Und vielleicht ein Kaffee.
Ich glaube, gute Führung ist mehr als nur das Abspulen von Checklisten. Es geht darum, Menschen zu verstehen. Ihre Stärken und Schwächen zu erkennen. Und ihnen zu helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Ganz egal, was Hersey und Blanchard dazu sagen.
Hersey und Blanchard - Praxis Framework
Klar, das Modell kann eine gute Orientierungshilfe sein. Aber es ist eben nur ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug kann es auch falsch angewendet werden. Man muss eben auch ein bisschen Bauchgefühl haben. Und Empathie. Und Humor! Denn mal ehrlich, wer lacht nicht gerne mit seinem Chef?
Also, das nächste Mal, wenn du deinen Führungsstil überdenkst, denk daran: Sei flexibel, sei menschlich und vergiss nicht, dass deine Mitarbeiter Individuen sind. Mit ihren eigenen Macken und Stärken. Und vielleicht auch mal mit 'nem schlechten Tag. Und wenn alles schief geht: Gib Hersey und Blanchard die Schuld. Spaß!
Ach ja, und noch was: Vielleicht ist es ja auch mal okay, den Chef zu führen. Stichwort: Führen von unten. Aber das ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal. Jetzt brauche ich erstmal 'nen Kaffee. Und vielleicht ein bisschen Situative Führung von meiner Kaffeemaschine.