Sehr Geherte Dammen Und Herren

Okay, stellt euch vor: Ich stehe da, auf dieser total fancy Networking-Veranstaltung, alle im Anzug, ich im... naja, sagen wir, "legeren Business-Look". Versuche, einen Fuß in die Tür zu bekommen, und dann passiert's. Ich will einen potenziellen Geschäftspartner ansprechen, räuspere mich und sage – ihr ahnt es schon – "Sehr geehrte Damen und Herren!". Direkt gefolgt von innerem Augenverdrehen. Warum tue ich das? Warum klingen meine Deutschkenntnisse plötzlich wie aus einem verstaubten Lehrbuch von 1950?
Das bringt uns zum Thema: "Sehr geehrte Damen und Herren." Diese Grußformel. Der Klassiker. Der Inbegriff von förmlicher Korrespondenz. Aber ist sie wirklich noch zeitgemäß? Oder ist sie einfach nur... veraltet? (Ich meine, mal ehrlich, wann habt ihr das letzte Mal einen Brief mit dieser Anrede bekommen, der keine Werbung war?)
Die Geschichte hinter der Anrede
Must Read
Früher, als Briefe noch das Nonplusultra der Kommunikation waren (fragt mal eure Großeltern!), war "Sehr geehrte Damen und Herren" der Goldstandard. Es war höflich, respektvoll und inklusiv. Man wusste ja schließlich nie genau, wer den Brief alles lesen würde. Stell dir vor, du schreibst an eine Firma und hast keinen Ansprechpartner. "Sehr geehrte Damen und Herren" war die sichere Bank. Keiner fühlte sich übergangen. Kein Fettnäpfchen in Sicht! Aber die Zeiten ändern sich.
Warum ist "Sehr geehrte Damen und Herren" problematisch?

Hier wird's interessant. Erstens: Es ist unpersönlich. Mega unpersönlich. In einer Welt, in der Personalisierung Trumpf ist (Achtung, Wortspiel!), wirkt diese Anrede wie eine kalte Dusche. Denkt mal darüber nach: Bekommt ihr lieber eine E-Mail mit eurem Namen oder eine generische Nachricht? Eben!
Zweitens: Es ist nicht inklusiv. Oder besser gesagt, es kann nicht inklusiv sein. Die binäre Geschlechtervorstellung, die in "Damen und Herren" steckt, ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zeitgemäß. Es gibt Menschen, die sich weder als Dame noch als Herr identifizieren, und die sollten wir natürlich nicht vergessen. (Und das ist, liebe Leser, keine Kleinigkeit!)

Drittens: Es klingt gestelzt. (Okay, das ist meine persönliche Meinung, aber ich wette, viele von euch sehen das genauso!). Es hat etwas von "Amtssprache" und "Bürokratie". Nicht gerade die Art von Vibes, die man in der modernen Geschäftswelt verbreiten möchte, oder?
Also, was tun? Alternativen zur klassischen Anrede

Gute Frage! Und zum Glück gibt es viele Antworten. Hier ein paar Ideen:
- Der direkte Weg: Wenn ihr den Namen des Ansprechpartners kennt, benutzt ihn! "Sehr geehrte Frau Müller" oder "Sehr geehrter Herr Schmidt" sind immer noch eine gute Wahl. (Pro-Tipp: Checkt vorher noch mal die korrekte Schreibweise!).
- Die moderne Variante: Wenn ihr den Namen nicht kennt, versucht es mit "Guten Tag" oder "Hallo". Klingt freundlicher und weniger formell. (Und ist in den meisten Fällen völlig ausreichend, glaubt mir!).
- Die kreative Lösung: Wenn es zur Situation passt, könnt ihr auch etwas Originelleres versuchen. Zum Beispiel: "Liebes Team von [Firma XY]" oder "Guten Morgen an alle Interessierten". (Aber Vorsicht: Nicht übertreiben! Es soll ja nicht peinlich werden!).
- Die inklusive Anrede: "Sehr geehrte Interessierte" oder "Guten Tag zusammen" sind gute Optionen, um alle anzusprechen, ohne Geschlechterrollen zu zementieren. (Das ist besonders wichtig, wenn ihr euch an eine unbekannte Gruppe richtet!).
Das Fazit: "Sehr geehrte Damen und Herren" hat ausgedient. Es ist Zeit, sich von dieser verstaubten Anrede zu verabschieden und neue, zeitgemäßere Wege der Kommunikation zu finden. Seid kreativ, seid inklusiv und vor allem: Seid ihr selbst! (Und falls ihr mich auf der nächsten Networking-Veranstaltung trefft, dürft ihr mich gerne mit "Hey, du!" ansprechen. Ist mir lieber! 😉 )
